I LOVE PUTIN Teil 2

Weiße Drachen

„Hat sich Frisby schon gemeldet,“ fragte Hu Li seinen Freund Ben, der gerade an einem neuen, wiedereinmal hochbrisanten Artikel für seinen Blog schrieb. Er schaute zu Li hinüber und schüttelte mit dem Kopf.
„Ich weiß auch nicht, was ich davon halten soll. Ich habe schon etwas länger den Eindruck, dass unser Mann nicht mehr besonders motiviert ist. Möglich, dass er uns ganz verloren geht.“
„Vielleicht hat er Schiss wegen seiner Familie,“ vermutete Li.
„Was ist denn schon dabei, einmal kurz bei Madame vorbei zu schauen,“ fragte Ben, „ich weiß wirklich nicht, was mit ihm ist, sein letzter Bericht war auch schon so komisch. Ich befürchte, 007 will aufs Altenteil.“
„Vielleicht hat er im Moment einfach zu viel um die Ohren,“ überlegte Li.
„So ein Quatsch, er ist doch ständig in der Gegend unterwegs, da kann er doch mal eben einen Abstecher machen und klären, was Sache ist.“
„Schicke ihm doch noch mal eine SMS…“
„Habe ich schon, aber er meldet sich nicht,“ sagte Ben.
„Dann müssen wir eben selbst ihren Rechner anzapfen,“ schlug Li vor, der sowieso nicht viel davon hielt, sich auf andere zu verlassen. „Wie lautet denn ihre E-Mail-Adresse?“
Ben reicht ihm einen Zettel.
„Gut, vergiss unseren 007, ich kümmere mich darum.“
„Aber passe auf, sicher sind wir nicht die Einzigen,“ meinte Ben, der sich wieder seinem Artikel zuwendete.

Li goss sich Grünen Tee in einen Becher und ging an seinen Rechner.
Nach einer Weile sagte er: „Oh, sie hat Linux drauf, aber zum Glück, ihre Festplatte ist unverschlüsselt.“
„Na dann, viel Vergnügen,“sagte Ben, der gerade mit seinem Artikel fertig war und sich zufrieden zurück lehnte. Seine Informationen würde garantiert wiedermal einschlagen wie eine Bombe und das Beste daran war, diese Infos würden nicht so einfach vom Netz genommen werden können wie die Seite von Politaia.

Li positionierte seinen Troianer, den er liebevoll „Mäuschen“ nannte. Und dieses Mäuschen machte sich gleich auf den Weg und schaltete die Kamera des Laptops ein. Doch zu Lis Überraschung saß keine Frau vor dem Bildschirm sondern ein langhaariger Typ mit Drei-Tage-Bart. Dieser sprach mit jemandem und so schaltete er über sein Mäuschen auch noch das Mikrofon ein. Li setzte sich seine Kopfhörer auf und lauschte.
Er hörte den Mann sagen: „…ich bin gleich fertig!“
„Ich bringe das Frühstück schon mal hinunter in den Garten,“ hörte er eine Frauenstimme. Es war Monalisas Stimme, da war sich Li sicher, denn er kannte sie gut. Er hatte sich erst kürzlich im Internet ihre Audios „Die Schwarzen Steine“angehört, die sie bei You Tube hoch geladen hatte. „Die Schwarzen Steine“ war der Titel einer umfangreichen, schriftlichen Dokumentation einer magischen Innenweltreise, die Monalisa in diesen Audios vorlas. Sie hatte diese Reise ins Unbewusste 2002/2003 gemacht und ihre Erlebnisse schriftlich festgehalten. Dadurch konnte der Leser bzw. Zuhörer nachvollziehen, wie Monalisa auf die Idee der Bombinis gekommen war. Viele Klicks hatte sie bisher allerdings noch nicht bekommen. Li schätzte, die Länge der Audios war das Problem. Er selbst hatte Wochen benötigt, bis er sich alles angehört hatte. Aber es war nicht uninteressant gewesen, denn er hatte sich immer schon gefragt, wie Monalisa auf die Idee gekommen war mit Hilfe eines Kinderspielzeugs die Welt zu verändern.

Doch was machte dieser Mann an ihrem Rechner? Osram, der Freund von Monalisa, war es jedenfalls nicht, denn der sah anders aus. Li besaß ein paar Fotos von ihm.
Der Typ vor dem Bildschirm surfte im Internet und las gerade einen Artikel über das Bedingungslose Grundeinkommen. Li beobachtete ihn aufmerksam. Der Typ trug ein rotes T-Shirt mit einem kleinen LinuxPinguin drauf. Er machte ein Foto von ihm, denn er hoffte mit Hilfe seiner neuen und ziemlich genialen Gesichtserkennungssoftware im Internet weitere Informationen über ihn zu bekommen.
Glück gehabt, dachte Li, das war gerade noch rechtzeitig, denn dieser Pinguin stand auf und verschwand aus dem Blickfeld. Wahrscheinlich ging er jetzt auch in den Garten, vermutete er. Den Rechner ließ dieser Pinguin zum Glück an, das war gut, denn so hatte er genug Zeit sich darin um zu schauen.
Schnell stellte er fest, er war nicht der Einzige, der diese Gelegenheit nutzte und er machte sich daran, die IDs dieser Schnüffler festzustellen, obwohl er sich schon denken konnte, wer dahinter steckte. Es war also wahr, dachte Li, Monalisas Rechner war wiedereinmal zu einer Wasserstelle geworden.

Li stieß bei seiner Durchsuchung des Rechners natürlich auch auf Monalisas aktuelles Manuskript „Kartenlegen für politisch Interessierte“. Er lud sich die Datei herunter um sie in Ruhe lesen zu können. Als Erstes ging es um den Fall Edathi, dann kam die Hoeneß-Geschichte, danach ging es um die Ukraine und die Krim, doch dann, am 17. März, hatte sich Monalisa auch dem Verschwinden der MH 370 gewidmet. Das interessierte Li als Chinesen natürlich ganz besonders. Monalisa fügte ihren Interpretationen auch die sogenannten Kartenbilder bei und Anhand der Bedeutung der einzelnen Skatkarten kam sie zu auch für den Leser nachvollziehbaren Interpretationen und Vorhersagen.

Was das Verschwinden von MH 370 anging, so ging sie zunächst wie viele von einem erweiterten Selbstmord eines der Piloten aus. Hm, da hatte Li aber andere Informationen, er las dennoch mit großem Interesse weiter und dann, ja, in ihrem Text vom 4. April kam auch sie auf die wahrscheinlichere Lösung des Falls. Sie hielt nach wie vor die persönlichen Probleme des Co-Piloten für einen entscheidenden Aspekt, doch auch sie glaubte nun, dass der amerikanische Geheimdienst hinter der ganzen Geschichte steckte. Sie schrieb, dass die Herz 9 und der Pik König in der Legung vom 17. März möglicherweise doch nicht einen Todessehnsüchtigen beschrieben, denn der Pik König, so meinte sie, kann natürlich auch einfach ein „böser Mann“ mit einem Auftrag darstellen. Und da auch sie von der SMS dieses IBM-Ingenieur und den anderen sehr interessanten Fluggästen gelesen hatte, überlegte sie nun, dass der amerikanische Geheimdienst bei einem Mann mit zerrütteter Ehe/Familie sicherlich mehr Erfolg bei seiner Anwerbung für so eine Entführung habe, als bei einem treu sorgenden, liebenden Vater mit glücklicher Ehefrau. Letzterer wäre sicher nicht so einfach zu überreden, die Familie auf immer zu verlassen. Aber ein Mann, der keine Hoffnung mehr hat, dass seine Ehe sich wieder einrenkt, nun, der sei vielleicht leichter zu überreden, irgendwo auf der Welt mit einer neuen Identität und Taschen voller Geld neu zu beginnen.

Li sah dies ganz genauso, ja er war sich sogar sicher, dass die MH 370 vom CIA entführt worden war und die Besatzung wie auch die Passagiere mitten im Indischen Ozean auf der kleinen Insel Diego Garcia gefangen gehalten wurden. Das Atoll war ein wichtiger Luftwaffenstützpunkt der Amerikaner. Von da aus überwachten sie den gesamten Indischen Ozean. Der CIA hatte auf der Insel ebenfalls eine Niederlassung und versteckte dort nicht zum ersten Mal Gefangene.
Aber von dieser heißen Spur hörte man in den Massenmedien natürlich nichts, im Gegenteil, die Menschen wurden schon seit Tagen darauf vorbereitet, dass das Verschwinden der MH 370 sich wohl nie aufklären lassen wird. Im Internet hingegen war die SMS des IBM-Ingenieurs und die Insel Diego Garcia zur Zeit das Thema Nr.1 bei allen „Verschwörungstheoretikern“. Li zählte sich natürlich auch dazu, denn er war mit den Jahren, die er für die White Dragon Society arbeitete zu der Überzeugung gelangt, dass diese so verunglimpften Verschwörungstheoretiker der Wahrheit oft sehr nah kamen, insbesondere wenn es um die Hintergründe von False Flag-Operationen wie zum Beispiel 9/11 oder Boston ging. Doch, dass die CIA jetzt sogar so weit ging ein Passagier-Flugzeug zu entführen, nur um Rothschilds Patentmitinhaber auszuschalten und an Informationen zu streng geheimen Militärforschungen zu kommen, das war tatsächlich bemerkenswert, denn es zeigte, der Kabale stand das Wasser tatsächlich bis zum Hals.

General Redding

Schon wieder war eine der unterirdischen Geheimanlagen zerstört worden und General Redding bekam es langsam wirklich mit der Angst zu tun, denn sie waren diesen unheimlichen Angriffen hilflos ausgeliefert. All ihre Atomraketen nützten nichts, wenn der Feind so überlegen und zudem auch noch unsichtbar war. Er fragte sich nicht zum ersten Mal, auf welche Seite er sich stellen sollte. Für wen und gegen wen sollte er kämpfen? Seinen Eid hatte er auf Amerika geleistet, doch wer war Amerika? Die Finanzmafia der FED? Der Rothschild-Clan? Der militärisch-industrielle Komplex, die Illuminaten oder die Möchtegern-Regierung mit dem Schauspieler Obama in Washington? Galt sein Eid nicht dem Wohl der Bevölkerung? Diese unsichtbaren Angriffe richteten sich jedoch nicht gegen das einfache Volk, im Gegenteil, bekämpft wurden hier nur die größten Feinde der Freiheit und des Friedens auf der Welt. Die Satanisten.

Er wusste, vor dieser Frage stand nicht nur er allein, er schätzte, dass fast die halbe NSA und auch ein großer Teil des Pentagon sich mehr oder weniger in diesem Gewissenskonflikt befand. Wenn es zum offenen Kampf kommen sollte, das war klar, spätestens dann musste er sich entscheiden. Nur, sollte er wirklich darauf warten?
So wie er die Lage mittlerweile einschätzte, war die Kabale am Ende. Nach Außen trat man zwar noch als große Macht auf, aber in Wahrheit war nun mal ohne Moos, bzw. Dollar nichts los. Noch hielt die Fassade, aber dahinter ging in Wahrheit längst die nackte Angst um. Und zwar nicht in erster Linie vor den übermächtigen ETs. Es reichte schon ein Putin, der sich mit den BRICS-Staaten einig war. Und da diese sich schon im letzten Jahr auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt hatten, war es nur noch eine Frage der Zeit, wann das Gebäude der Kabale einstürzen würde. Der heimliche Krieg um die Macht auf dem Planeten war tatsächlich in vollem Gange und die Frage war: Wann sollte er das Einsturz gefährdete Haus verlassen? Was sollte er tun? Wem konnte er vertrauen? Die NSA bespitzelte nicht nur die ganze Welt, sie bespitzelte sich auch selbst. Selbst bei seiner Sandy konnte er nicht wissen, für wen sie in Wirklichkeit arbeitete oder wer sie abschöpfte. Gerne würde er sich mal mit einem vernünftigen und mit der wahren Lage bestens Vertrauten ganz offen austauschen, doch leider, Alexander hatte sich auf seine Postkarte immer noch nicht gemeldet.

Seine Frau hatte ihn erst gestern wieder gefragt: „George, glaubst Du es wird zum Krieg in Europa kommen?“ Er hatte sie wie immer beruhigt und gesagt, niemand wolle eine militärische Auseinandersetzung, aber er wusste es leider besser. Wenn Putin und Co. ernst machten und den Dollar als Leitwährung nicht mehr akzeptierten, dann blieb der Kabale gar nichts anderes übrig, als die Waffen sprechen zu lassen. Und dann würde es nicht nur in der Ukraine und Europa Krieg geben, nein, auch die USA wären dann bedroht. Und ob sie in der Lage wären sich wirksam zu verteidigen, da hatte er echte Zweifel. Diese Übermächtigen konnten nämlich nicht nur unterirdischen Militäranlagen sprengen, sie besaßen auch die Fähigkeit ihre Atomraketen auszuschalten.
Er hatte bei seinem letzten, vertraulichen Gespräch mit Obama daher eindringlich davor gewarnt die militärische Karte zu spielen. Er hatte ihm stattdessen dringend empfohlen auf eine diplomatische Lösung zu setzen. Doch er war nun mal leider nicht der Einzige NSA-General, der dem Präsidenten Ratschläge erteilte. Und wenn er an die spurlos verschwundene MH 370 dachte, dann musste er davon ausgehen, dass der Präsident offensichtlich auf noch ganz andere Berater gehört hatte.

Der Torus

Dimitri saß zurück gelehnt in seinem Sessel und schaute das Video „1. Was wirklich auf der Welt geschieht und 2. NIEMAND WISSEN SOLL“ http://youtu.be/6T5gUg74_fsv – „THRIVE ist ein unkonventioneller Dokumentarfilm, der den Schleier hebt was wirklich vor sich geht in unserer Welt, Leute wacht endlich auf bevor es zu spät ist. Nehmt euch die Zeit und informiert euch über die Aktuellen Themen. Monsanto Genmais, TTIP Freihandelsabkommen, Syrienkrise, NWO, 9/11, RFID Chip, FEMA Camps, Freie Energie Technologie, Illuminaten, Bilderberger, Skull and Bones, Finanzsystem der Federal Reserve, Rothschild, Irak-Krieg. NSA Datenskandal, Edward Snowden, Um nur einige Stichwörter zu nennen. Leute benutzt euren Verstand und denkt nach das ihr von allen Regierungen nur belogen und betrogen werdet. Wir alle Arbeiten zu 80% nur mehr für das Schuld-Geldsystem. Leute, Wacht auf aus dem Dämmerschlaf. Die Lage ist ernster als ihr vermutet. Mit myKINCO for a symbiotic life können sie helfen diese Misstände abzuschaffen. Wir schaffen eine neue Krisensichere Banken unabhängige Währung. In wenigen Monaten ist es soweit. Informiert euch jetzt schon. http://goo.gl/uufyF

Er machte sich eine Zigarette an und er dachte, dass die Idee der Bombinis sich wohl nicht mehr verhindern ließ, egal, was sie auch tun würden. Sie waren naiv gewesen, als sie glaubten mit einem einzigen Blitz das Unabänderliche abwenden zu können. Denn, der Geist war schon längst aus der Flasche, wie dieses sehr interessante und professionell gemachte Video „THRIVE“ zeigte. Es war offensichtlich nicht nur Monalisa, die hinter das Geheimnis des Torus gekommen war. Die Idee des Torus und damit das Grundprinzip des Bombinis waren in der Welt und wahrscheinlich dachte sie, die gerade auf ihrem Sofa lag und sich dieses Video nicht zum ersten Mal anschaute, das Gleiche wie er. War es wirklich nötig, dass sie ihr revolutionäres Spielzeug noch realisierte? Wenn Dimitri versuchte sich in Monalisa hinein zu versetzen, dann würde er sich jetzt auch ganz entspannt aufs Sofa legen und sagen: „Die Welt der Bombinis ist zum Glück schon längst auf ihrem Weg.“ Und auch Dimitri empfand bei diesem Gedanken Erleichterung. Über 150 000 Klicks hatte das Video bisher schon bekommen und er versuchte sich vorzustellen, was passieren würde, wenn dieser Film zur besten Sendezeit im Fernsehen gesendet würde. Klar, damit war bei den derzeitigen Machtverhältnissen nicht zu rechnen, aber wenn es geschähe, dann würde die revolutionäre Welt der Bombinis nur noch eine Frage von wenigen Jahren sein. Er persönlich hätte nichts dagegen.

Doch dies waren Gedanken, die er noch nicht mal Alexander offenbaren konnte. Ihre Aufgabe war es die Macht des Kremel zu sichern und diese zu fördern und leider hatte auch ihr zugegebener Maßen ziemlich gescheiter Putin immer noch nicht erkannt, dass er sich ein unsterbliches Denkmal setzen könnte, wenn er statt auf Gas und Öl auf Bombinis setzen würde. Monalisa mochte Putin lieben, doch, so wusste Dimitri, auch dieser Mann war ihre Liebe nicht wert. Denn, auch Putin dachte leider viel zu kurzfristig und hatte darum wie die anderen Mächtigen der Welt einfach nur nackte Angst vor ihren Bombinis. Ja, auch Putin würde nicht zögern, sie abknallen zu lassen, ja, er hätte den Befehl schon längst erteilt, wenn es erfolgversprechend wäre. Doch, das hatten diese Zeitreisenden damals eindeutig klar gemacht, ein Angriff auf Monalisa würde sehr drastische Reaktionen von ihrer Seite nach sich ziehen und außerdem sei es völlig sinnlos, denn Monalisa sei wie sie alle nun mal unsterblich. Darum hatte man ja auch geglaubt mit dem Blitz einen Ausweg gefunden zu haben und einige Jahre hatte es ja auch ganz danach ausgesehen. Doch man brauchte nur ins Internet zu gehen um zu erkennen, dass der Schuss nach hinten losgegangen war. Jetzt hatten sie es nicht mehr nur mit einer arbeitslosen Designerin zu tun, die ein zugegebener Maßen sehr revolutionäres Spielzeug auf den Markt bringen wollte, nein, heute war das Internet voller Videos wie das, welches er sich gerade angesehen hatte. Und seiner Meinung nach war es nur noch eine Frage der Zeit, bis sich Andere fanden, die ihr Spielzeug realisieren würden. Ja, dachte Dimitri, und er wäre sicher einer der Ersten, der es kaufen würde.

Iwan

Iwan betrat sein Büro wie jeden Morgen, seit er im Kremel arbeitete, um Punkt Acht. Sein Kollege Andreij war schon anwesend. Sie waren nicht unbedingt die besten Freunde, denn hier im Zentrum der Macht herrschte ein ganz spezielles Klima. Obwohl man untereinander immer noch erstaunlich offen und auch kritisch miteinander diskutieren konnte, die lockeren und auch goldenen Zeiten unter Jelzin waren mit Putin endgültig zu Ende gegangen. Und das bedeutete nicht, dass nur der Alkohol am Arbeitsplatz strengstens verboten war. Putin verlangte Disziplin, Pünktlichkeit und absolute Verschwiegenheit nach Außen. Wer dazu nicht in der Lage war, der war schnell weg vom Fenster.
Andreij gehörte jedenfalls zu denen, die Putin nicht gefeuert hatte, denn er war auch schon zu Jelzins Zeiten sehr diszipliniert, pünktlich und so verschwiegen gewesen, dass er selbst mit seinen Kollegen immer nur das Nötigste gesprochen hatte. Und daran hatte sich auch nichts geändert. Was Andreijs damalige und jetzige Aufgabe war, das war und blieb selbst ihm, seinem Zimmerkollegen, ein Geheimnis. Andreij bekam nur selten Anrufe und er rief nur sehr selten jemanden an. Er saß eigentlich immer nur vor seinem Computer und schrieb irgendwelche Berichte. Er trank Tee aus seiner mitgebrachten Thermoskanne und aß Mittags ein selbst geschmiertes Brot dazu. Er beendete seinen Arbeitstag immer pünktlich um 15 Uhr. Ob er verheiratet war und Kinder hatte, das wusste Niemand so genau.
Das war bei Iwan ganz anders und er bedauerte es sehr, dass ausgerechnet er sein Büro mit diesem Horrorbild eines Geheimdienstbürokraten teilen musste. Iwan hätte gerne zwischendurch mal ein Schwätzchen gehalten und gemeinsam über einen Witz gelacht. Aber so musste er warten bis Andreij weg war. Dann kam sein Kollege und Freund Sascha zu ihm herein um ihm von dem neuesten Klatsch zu berichten. Sie tranken einen Tee zusammen und verabredeten sich nicht selten noch für den Abend auf ein Bierchen. Sie waren Beide ohne familiäre Verpflichtung, ein Umstand, der es ihnen erlaubte, das wirklich geniale Nachtleben Moskaus voll aus zu kosten. Sie tauschten sich auch beruflich regelmäßig aus, es sei denn es handelte sich wirklich um einen Fall mit höchster Geheimhaltungsstufe.

Zum Glück gehörte das Manuskript dieser deutschen Kartenlegerin nicht dazu, dachte Ivan. Sein alter Freund Dimitri hatte ihm kürzlich einige ihrer Dateien geschickt und er hatte sie mit steigendem Interesse gelesen. Es war nicht ungewöhnlich, dass der Geheimdienst auch auf solche speziellen Quellen zurückgriff, denn ob es nun Kartenleger, Gedankenleser oder spirituelle Medien waren, diese Leute konnten durchaus wertvolle Informationen liefern. Ivan wusste, auch die westlichen Geheimdienste verschmähten solche Quellen nicht, auch wenn dies dort natürlich niemand öffentlich zugeben würde.
Iwan zeigte Sascha eines der im Text des Manuskriptes eingebundenen Kartenbilder und versuchte ihm die dazugehörige Deutung zu erklären. Es handelte sich um ein ganz aktuelles Kapitel und es betraf die Entwicklung in der Ost-Ukraine. Dort waren erst heute verschiedene Verwaltungsgebäude von Demonstranten besetzt worden, welche die Unabhängigkeit von Kiew ausgerufen hatten. Überall waren „Putin!Putin“-Rufe zu hören gewesen. Die Lage dort spitzte sich langsam wirklich zu. Kiew drohte jetzt sogar mit Anti-Terror-Operationen und hatte rechte Maidan-Kämpfer in den Osten geschickt, sie sollten die Besetzungen notfalls mit Gewalt zu beenden, denn ein großer Teil der örtlichen Polizei war offensichtlich schon zur pro-russischen Seite übergelaufen. Die anderen waren zu ihren Familien nach Hause gegangen und harrten der Dinge, die noch kommen würden, vermuteten nicht nur westliche Medien.

Das Kartenbild sollte nun die Frage beantworten, ob es letztendlich zu einer Teilung der Ukraine kommen würde. Und tatsächlich, es sah ganz danach aus, zumindest würde diese Forderung sehr laut werden. Es war allerdings hilfreich, das Lehrbuch dieser Monalisa zuvor gelesen zu haben, wenn man die Sache wirklich nachvollziehen können wollte. Er hatte ihren „Götterboten“ gelesen und er war beeindruckt von ihrer Methode. Das Buch war zudem durchaus spannend. Er hatte sich nach der Lektüre gleich ein Skat-Kartenspiel gekauft und es selbst versucht, denn ihrer Meinung nach konnte jeder Mensch mit Hilfe der Karten Antwort auf seine Fragen bekommen, es sei nur eine Frage der Konzentration und Übung.
Sie hatte dafür ein kleines Spiel entwickelt, sie nannte es „Kosmisches Handy“, und Ivan gedachte es zusammen mit Sascha auszuprobieren. Er fragte ihn daher, ob er Lust habe heute ausnahmsweise das Bierchen bei ihm Hause zu trinken.
Sascha war etwas überrascht, denn es kam selten vor, dass sie sich zu Hause verabredeten, aber als Ivan ihm erklärte, was er vor hatte, da sagte er nur: „Klar, ich bin dabei! Vielleicht erzählt das Handy mir ja dann auch etwas über meine neue Nachbarin. Sie ist gestern eingezogen und sieht wirklich klasse aus.“

Thomas Müller

Thomas stellte den Staubsauger in das kleine Kämmerchen. Er schaute sich in der Wohnung um und kam zu dem Schluss, dass alles in bester Ordnung war, seine Frau konnte kommen. Er würde sie heute nach der Arbeit vom Hauptbahnhof abholen und er musste gestehen, er freute sich sehr auf sie. Nun würde ihr neues Leben im angesagten Viertel Prenzlauerberg endlich beginnen können. Er hatte sich auch schon ein nettes, russisches Restaurant ausgesucht, dorthin wollte er seine Frau später ausführen.
Er ging noch mal ins Bad, wusch seine Hände und schaute in den Spiegel. Er würde bald 40 Jahre alt werden und er befand, er war immer noch ein ziemlich gut aussehender Mann, auch wenn er erst gestern sein erstes graues Haar entdeckt hatte. Das hatte er wahrscheinlich Angela Merkel zu verdanken, dachte er verärgert, denn diese Frau spielte ohne Sinn und Verstand mit dem Feuer. Warum erkannte sie nicht, dass, wenn sie so weitermachte, Deutschland zum größten Schlachtfeld Europas zu werden drohte? Statt sich in den Flieger zu setzen und mit Putin eine gemeinsame Lösung zu finden, kroch sie immer tiefer in den Arsch Amerikas.
Er machte sich im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen keine Illusionen mehr über die Ziele der globalen Finanzmafia. Denen stand das Wasser, bzw. der Dollar, bis zum Hals und wenn Putin seine Drohung wahr machte, und seine amerikanischen Staatsanleihen auf den Markt warf, dann blieb den Amis gar nichts anderes mehr übrig, als einen Krieg vom Zaun zu brechen. Und Merkel wackelte schon an den Zaunpfählen! Was glaubte sie denn, wohin Putin seine Raketen schicken würde? Doch nicht in die Ukraine! Warum auch? Hier in Deutschland befand sich schließlich der Feind! Von hier aus würden, Dank der vielen amerikanischen Militärbasen, die Angriffe auf Russland schließlich ausgehen.

Seit er sich nicht mehr nur auf die Arbeit seines Hauses verließ, sondern sich natrlich auch im Internet regelmäßig informierte, war ihm klar, dass der Konflikt in der Ukraine ein von der NATO finanzierter, gesteuerter und koordinierter Angriff auf Europa war. Es war ihnen nicht gelungen im Nahen Osten einen Krieg zu anzuzetteln, jetzt versuchte man es halt hier. Und fast alle Politiker und natürlich auch die Medien liefen in diese Falle. Wer den Ernst der Lage noch halbwegs zu begreifen schien, das waren Gysi und Co. Es fiel ihm nicht leicht das zuzugeben, denn er war eigentlich kein Freund der Linken. Er sah sich selbst als unparteiisch, ja, wenn er es genau überlegte, dann wurde er wenn überhaupt immer mehr zu einem Anti-Demokraten. Seiner Meinung nach waren die Parteien und Politiker das eigentliche Problem in der Welt. Sie waren schlicht zu blöd. Sie waren blind für die Realitäten und taub für gute Ratschläge und ja, sie waren auch in Deutschland ganz schön korrupt. Es ging ihnen letztendlich nur darum, persönlich ein schönes Leben zu haben und wenn dies nur möglich war, wenn sie das Laienschauspiel „Wir regieren das Land“ mitmachten, nun, dann machten sie eben mit. Das Gehalt war üppig und die Nebenverdienstmöglichkeiten hervorragend, die Karrierechancen verführerisch und die Arbeit ließ sich in Grenzen halten, wenn man sagte und tat, was von einem erwartet wurde. Und das hieß, den eigenen Kopf auszuschalten und immer brav mit der Fraktion zu stimmen. Wo das am Ende hinführte, das war egal, Hauptsache man hatte lange genug durchgehalten und konnte die fette Pension einstecken. Damit war es dann jederzeit möglich Deutschland den Rücken zu kehren und woanders zu leben, falls es zu ungemütlich wurde.

Klar, man könnte denken, er sei auch nicht viel besser, denn auch er verdiente nicht schlecht in diesem Spiel, zumindest konnte er sich diese schöne Wohnung leisten und seiner Frau ein angenehmes Leben in bescheidenem Wohlstand bieten. Sie musste nicht arbeiten gehen, sondern sie konnte sich auf ihre Hobbys konzentrieren. Sie malte sehr schön und seit einiger Zeit versuchte sie sich auch in der Videokunst. Sie erhoffte sich von Berlin Inspiration und Kontakte zu anderen Künstlern. Vielleicht würde ihre Arbeit hier ja auch endlich eine größere Anerkennung erfahren, denn in Pullach hatte sie kein interessiertes Publikum gefunden.
Ja, und auch seine Pension würde mal ganz beachtlich sein. Der deutsche Staat war bereit und auch in der Lage seine wichtigen Mitarbeiter gut zu versorgen, denn es war klar, nur wer etwas zu verlieren hatte, der überlegte es sich drei mal, ob er anfing selbst zu denken. Es galt auch hier der Satz: „Die Hand, die mich füttert, die beiße ich nicht.“

Doch seit er in der Arbeitsgruppe: „Königreich Deutschland“ mitmachte, seit dem dachte er immer ernsthafter über eine Revolution nach. Die Arbeitsgruppe hatte sich zunächst gebildet um über die Gefährdung, die von Peter Fitzeks NeuDeutschland ausging zu beraten. Doch je mehr er über diesen Mann und sein Königreich erfuhr, desto nachdenklicher war nicht nur er geworden. Noch planten sie selbst keinen Umsturz, aber sie spielten schon mal verschiedene Szenarien durch, die Deutschland souverän und frei machen könnten. Ja, und auch andere in ihrem Kreis hatten wie er die Vorteile einer gut geführten Wahl-Monarchie erkannt. Und das Konzept von Fitzeks NeuDeutschland war dabei ein interessantes Versuchsfeld. Natürlich hatten sie dort auch jemanden platziert, der regelmäßig über die interne Entwicklung dieses wachsenden Königreiches berichtete. Und was er ihnen zu erzählte wusste, das war sehr interessant und aufschlussreich. Ihre Arbeitsgruppe traf sich mittlerweile alle sechs Wochen, am kommenden Mittwoch war es wieder soweit.
Er schaute auf die Uhr. Oh, er war spät dran! Um Neun gab es eine Konferenz, bei der er nicht fehlen durfte. Er suchte seine Schlüssel und seine Brieftasche, zog sich seinen Trenchcoat über und verließ schnell die Wohnung.

 

Die Auferstehung

Benedikt kam in Begleitung seines Sekretärs aus der Kapelle. Sie nahmen den Weg durch den wunderschönen Park, der jetzt zu Beginn des Frühlings besonders schön blühte und herrlich duftete. Er hörte Vögel zwitschern und erfreute sich an den vielen Narzissen und Tulpen, Magnolien und auch die Apfelbäume trugen schon die ersten Blüten. Dieser Anblick ließ ihn an die bevorstehenden Osterfeiertage denken. In knapp 2 Wochen war es wieder soweit und er würde im Petersdom dabei sein, wenn Franziskus die heilige Messe lesen würde. Karfreitag und Ostern waren die wichtigsten Festtage der katholischen Kirche, denn es ging dabei nicht nur um das Wunder der Auferstehung Jesu. Das ewige Leben erwartete jeden Gläubigen, auch ihn. Ob er noch ein zweites Ostern hier auf der Erde erleben würde? Oder würde er dieses Fest schon im Paradies feiern, feiern dürfen? Benedikt machte sich zunehmend Sorgen, wenn er an seine bevorstehende, persönliche Begegnung mit Gott dachte, denn gerade an ihn wird der Herr viele, nachdrückliche Fragen stellen, davon musste er ausgehen. „Was hast Du in meinem Namen und Auftrag zur Verbesserung der Welt beigetragen? Wie hast Du die schier unbegrenzten Möglichkeiten Deines Amtes und den ungeheuerlichen Reichtum der katholischen Kirche eingesetzt, um den Frieden, die Gesundheit und auch einen zumindest bescheidenen Wohlstand zu den Ärmsten auf der Erde zu bringen? Was hast Du als Papst und Mensch geleistet? Was hast Du angestrebt, was hast Du bewirkt?
„Eure Heiligkeit, Sie sind so schweigsam heute, ich hoffe es geht Ihnen gut,“ versuchte der Sekretär ein Gespräch anzufangen, denn er machte sich schon seit einigen Tagen Gedanken um den zusehends alternden EX-Papst.
„Oh, es ist alles gut, machen Sie sich kein Sorgen um mich, ich bin nur etwas in Gedanken.“

Der junge Kaplan war nicht der Einzige im Umfeld Benedikts, der sich Sorgen machte. Auch Pater Mario hatte sich besorgt geäußert, denn Benedikt schien irgendwie immer häufiger geistig abwesend zu sein. Er zog sich in den letzten Tagen zudem auffallend oft in seine Gemächer zurück und wollte nicht gestört werden. Und, Pater Mario wagte es niemandem zu sagen, aber es roch seiner Meinung nach irgendwie süßlich und auch nach Rauch in Benedikts Zimmer. Er hatte sich schon gefragt, ob der alte Mann nun sonderliche Gewohnheiten annahm und dabei nicht nur begann heimlich zu rauchen, sondern auch Obst in irgendwelchen Ecken zu verstecken. Er kannte das von seiner Mutter, die hatte zum Ende ihres Lebens begonnen Essensreste vom Balkon zu werfen. Außerdem konnte sie das Wasser nicht mehr richtig halten, so dass zunehmend ein stechender Geruch von ihr ausgegangen war. Auch Benedikt hatte damit einige Probleme, die er jedoch mit Hilfe entsprechender Sanitätsprodukte gut in den Griff bekam.
Der ungewöhnliche Geruch in Benedikts Schlafzimmer verbreitete sich im ganzen Haus, und auch nach einer gründlichen Reinigung verschwand er nicht wirklich. Die Schwestern hatten auf seine Bitten hin wirklich in jede Ecke geschaut und alles abgewaschen, aber schon kurze Zeit später roch es wieder so komisch.
Und dann dieses nächtliche Kichern. Er hatte erst angenommen, es sei jemand bei Benedikt zu Gast, doch bald war klar, Benedikt schien sich jetzt selbst Witze zu erzählen. Sein Appetit war allerdings völlig zufriedenstellend und er schlief wohl auch gut.

Doch Benedikt lag nicht nur selig bekifft in seinem Bett und träumte vom Paradies, wer dies jetzt denkt, der täuscht sich. Benedikt verbrachte auch viele Stunden vor seinem Laptop. Er hatte You Tube für sich entdeckt und schaute sich die unterschiedlichsten Videos an und nicht selten war er absolut entsetzt. Er bedauerte es, sich nicht schon viel früher im Internet informiert zu haben. Gerade hatte er sich zum Beispiel einen Werbefilm des russischen Militärs angesehen und er war ziemlich beeindruckt. Mit diesem Land legte man sich besser nicht an, auch Amerika sollte sich das wirklich gut überlegen, dachte er. Alle Welt ging zwar immer davon aus, dass die Amerikaner die stärkste Armee der Welt besaßen, doch nach diesem Video waren an dieser Einschätzung Zweifel erlaubt. So einfach wie sich das einige der Kriegstreiber auf der anderen Seite des Atlantiks vorstellten, würde es sicherlich nicht werden, die Russen platt zu machen. Benedikt hatte dies vor wenigen Tagen in einem vertraulichen Gespräch mit einem hochrangigen Beamten des Weißen Hauses auch deutlich gemacht. Er hatte ihm gesagt, es wäre tatsächlich nicht sicher, dass der liebe Gott im Zweifel für Amerika die Daumen drücken würde, denn das Sündenregister der USA sei weitaus größer als das der Russen. Dies hatte der Beamte natürlich gar nicht gern gehört, doch warum sollte Benedikt auf seine alten Tage noch Lügen? Er hatte jahrelang seinen Mund gehalten, doch jetzt drängte es ihn, die Wahrheit zu sagen.

Ein Video regte Benedikt ganz besonders auf: http://youtu.be/ksnyVyhDWd4 „D. Willham Engdahl – Geopolitische Hintergründe der Aggressionspolitik“
Wie hatte er nur so blind sein können? Hatten seine Berater denn kein Internet gehabt? Das Video war schließlich schon 2 Jahre alt! Oh, er hatte ja so viele Fehler gemacht! Jetzt war er leider ziemlich machtlos und eben auch alt. Ja, wenn er noch mal jung sein könnte, dann würde er alles ganz anders machen. Dann allerdings würde er sicher niemals Papst werden können. Gottes Stellvertreter! Was für eine ungeheuerliche Anmaßung! Was für eine Augenwischerei! Er kannte das Innenleben des Vatikan viel zu gut, um nicht zu wissen, dass Gott sich jeden Tag vor Scham von ihnen abwenden musste. Oh je, was für ein Urteil wird der Herr über mich fällen, fragte sich Benedikt immer wieder. All die Jahre war er so sicher gewesen, im Paradies freundlich empfangen zu werden, doch wenn er seine Lebensleistung jetzt im Lichte allein dieses einen Videos betrachtete, dann befürchtete er stattdessen in der Hölle zu landen. Denn, auch seine Leute steckten doch mit all diesen Welt- und Menschheitsverbrechern unter einer Decke!

Benedikt stand auf und ging ans Fenster um es zu öffnen. Es war schon wieder mal spät geworden. Die Luft war erfrischend kühl. Er schaute auf das Döschen mit dem Cannabis. Diese Medizin war sein einziger Lichtblick in diesen Tagen, denn damit fand er zum Glück entspannt in den Schlaf. Er öffnete die Dose. Oh, er würde bald Monetti Bescheid geben müssen, denn das Zeug ging langsam zur Neige. Er nahm sich einen der letzten Joints, die er sich auf Vorrat gedreht hatte. Die Ersten waren ziemlich verkrüppelt gewesen und er hatte es erst mal üben müssen. Der Joint in seiner Hand konnte jedoch durchaus als gelungen bezeichnet werden. Er zündete ihn an und musste husten. Das lag an dem Tabak, denn er war eigentlich immer Nichtraucher gewesen. Monetti hatte ihm Kekse versprochen, hoffentlich kam er bald damit, denn Benedikt hatte sehr wohl gemerkt, dass Pater Mario sich über den ungewöhnlichen Geruch in seinem Zimmer wunderte. Aber direkt darauf angesprochen hatte ihn niemand, auch nicht die Schwestern. Er war für sie halt immer noch der Papst. Benedikt rauchte den Joint dennoch vorsichtshalber direkt am offenen Fenster.

Er spürte die Wirkung schon nach dem ersten Zug. Ein Gefühl großer Entspannung breitete sich in ihm aus und seine bedrückenden Gedanken verflogen. Diese Pflanze war wirklich ein Geschenk des Himmels. Er drückte den Joint in einem kleinen, improvisierten Aschenbecher aus und entleerte diesen in der Toilette. Auch er entleerte sich dort noch mal. Dann ging er zu seinem Bett und legte sich angezogen wie er war auf die wunderschön bestickte Tagesdecke. Er griff nach seiner Wolldecke. Ihm war jetzt doch auch etwas schwindelig. Er schloss die Augen und dann war er nicht mehr im Vatikan, er war kein alter Mann mehr, nein, er war jung und schön. Er flog über die Erde und alles war gut. So, dachte er noch, so wird es sein, wenn ich sterbe. Und wenig später verrieten seine tiefen Atemzüge, dass er eingeschlafen war.

NeuDeutschland

http://youtu.be/33Fiiw65vFE „Peter Fitzek im Interview“ ist ein etwa einstündiges, sehr erhellendes Alpenparlament-Gespräch von Prof. Dr. Michael Vogt mit Peter Fitzek, dem König von NeuDeutschland. Und Reinhard Ebing sowie seine Freundin Michaela schauten es sich an. Sie saßen in ihrem gemeinsamen Wohnzimmer vor ihrem neuen, großen Fernseher, der sich bequem auch mit dem Internet verbinden ließ.
„Das ist doch wirklich der Hammer,“ meinte Michaela, „davon habe ich ja noch nie etwas gehört! Wie kann es sein, dass der Mann schon seit Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet wird und ich weiß nichts davon.“
„Ich schätze, man befürchtet, dass sein Konzept sonst noch mehr Schule macht. Du musst verstehen, wenn auch wir Staatsbedienstete begreifen würden, dass wir einem illegalen System dienen, ja, dass die BRD tatsächlich nicht mehr ist als ein Handelsunternehmen, dessen Bürger nichts weiter als entrechtetes Personal sind, dann könnte dies auch für uns schwerwiegende Folgen haben.“
„Und Du meinst, darum werden amtliche Schreiben nicht mehr unterschrieben?“
„So ist es, die ganzen Schreiben entbehren jeder rechtlichen Grundlage und weil sich von den Beamten keiner strafbar machen will, deshalb unterschreibt keiner mehr.“
„Ja, und was ist mit Merkel und der Regierung?“
„Sie regieren auch ohne rechtliche Grundlage, hast es ja gehört, es gibt noch nicht einmal ein geltendes Wahlrecht.“
„Und wir? Was ist mit uns?“
„Nun, wir sind auch nur das Personal einer zweifelhaften Handelsgesellschaft. Ich sage mal, wenn das alles irgendwann raus kommt, dann stehen wir schnell vor einen Richter und sehen uns einer schweren Anklage gegenüber. Und auf wessen Seite die Gerichte stehen werden, dass siehst Du ja. Meine Liebe, werde wach, wenn es hart auf hart kommt, dann teilst Du Dir vielleicht ein paar Jahre eine Zelle mit Merkel.“
„Ja, aber ich wusste doch nichts davon! Ich habe doch wirklich nach bestem Wissen und Gewissen dem Land gedient.“
„Nun, Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Du brauchst nur das Grundgesetz genau zu lesen und Du als Mitarbeiterin des Verfassungsschutzes solltest dies sogar auswendig kennen.“
„Ich fasse es nicht, und dieses NeuDeutschland ist legal? Ich meine völkerrechtlich und so?“
„Dieser Fitzek ist ein ganz kluger Kopf, er weiß was er tut. Sein Königreich ist fast das Einzige, was hier in diesem Land legal ist und das erkennen immer mehr Gerichte und Verwaltungsbehörden. Selbst die Bafin musste klein beigeben. Ich glaube daher nicht mehr, dass die BRD in 100 Jahren noch existiert. Vielleicht ist sie in 50 Jahren schon Schnee von Gestern und wird als Unrechts-Staat in die Geschichte eingehen.“
„Krass!“ Das war das Einzige, was Michaela dazu noch einfiel.

Die Exakt-Sendung http://youtu.be/Kp4NzHV07hM „Betrüger König Fitzek – Untergang von NeuDeutschland“ und den Beitrag http://youtu.be/vCHNmCg0v_0 „Königreich Deutschland im Spiegel TV Magazin vom 15. 09. 2013“ sahen sich die Beiden natürlich auch noch an, doch ihnen war klar, dieses waren relativ hilflose Versuche das Projekt NeuDeutschland zu diskreditieren. Damit würden die Medien das Thema Illegalität der BRD sicher nicht auf Dauer unter den Teppich kehren können.
„Das Problem ist einfach, der Fitzek hat Recht und irgendwann werden auch die Medien dies zugeben müssen,“ sagte Reinhard. „Ich frage mich ernsthaft, was wir tun sollen?“
„Wir müssen wohl selbst Bürger NeuDeutschlands werden,“ schlug Michaela wie zum Spaß vor, doch ihr Bauch lachte nicht, denn der hatte ziemlich schnell begriffen, dass es kein Witz war. Es würde zwar noch einige Tage dauern, aber dann würde auch Michaelas Gehirn das große Dilemma verstehen, in welchem sie steckte. Sie war nun mal eine leidenschaftlich engagierte Verfassungsschützerin und nahm ihre Aufgabe sehr ernst. Doch wenn es gar keine rechtmäßige Verfassung gab, wenn sie im Gegenteil mit ihrer Arbeit dazu beitrug, dass es nie eine solche geben würde? Ja, was, wenn es stimmte und sie setzte sich die ganze Zeit für ein Unrechts- und Schein-Staaten-Gebilde ein?
Sie war verwirrt und wusste nicht mehr, was sie zu all dem sagen sollte. Aber sie nahm sich vor, das Grundgesetz noch mal ganz genau und im Lichte dieser neuen Erkenntnisse zu studieren. Und, wenn es wirklich stimmte, und sie befand sich auf der falschen Seite, dann würde sie diese wechseln. Doch noch hatte sie einen kleinen Funken Hoffnung, dass sie feststellen würde, dass dieser Fitzek Unrecht hatte. Ja, sie hoffte es wirklich sehr, denn sie hasste es sehr selbst im Unrecht zu sein.

http://youtu.be/DuD-WneJdaU „TimeToDo.ch 28.02.2014, Ein Jahr Königreich Deutschland – eine Idee wurde Wirklichkeit“ schaute sich Reinhard dann auch noch an, seine Michaela zog es allerdings vor ins Bett zu gehen und noch etwas zu lesen. Nach dem Video fragte er sich, ob der Verfassungsschutz nicht schon längst mit Zersetzungsaktionen aktiv geworden war und ob sein werter Kollege Thomas dabei möglicherweise seine Finger im Spiel hatte, denn dass Thomas mehr über dieses ganze Thema wusste, als er bislang zugab, da war er sich ziemlich sicher.
Er machte den Fernseher aus und dachte: Besonders interessant und vielversprechend und vor allen Dingen super gefährlich für das bestehende WeltfinanzSystem scheint mir die Sache mit der Kadari.de-Plattform zu sein. Ich sollte mich damit morgen noch mal genauer auseinandersetzen, jetzt gehe ich lieber auch ins Bett. Vielleicht ist Michaela ja noch nicht eingeschlafen und hat Lust auf etwas Liebe.

Die Prophezeiung

Das Video http://youtu.be/VZWqz1DOw-s „Prophezeiung. Die Frau wird die Welt retten“ war Dimitri nicht neu und er wusste, die Prophezeiung, dass eine Frau Russland und die Welt retten würde, war auch Putin wohl bekannt, dennoch hatte er diese, in Russland verbreitete Hoffnung, dass zum Beispiel Swetlana Peunova diese Frau sein könnte, als absoluten Schwachsinn abgetan. Ohne allerdings gleichzeitig dafür zu sorgen, dieser Frau einen Haufen Schwierigkeiten zu machen, so dass sie mit ihrer Partei bei den Wahlen nicht antreten konnte. Man konnte schließlich nie wissen, Putin ging gerne auf Nummer Sicher.
Genauso war es auch bei Monalisa gewesen, nicht wenige seiner Kollegen hatten damals den Verdacht geäußert, dass möglicherweise sie „die Frau“ sein könnte. Sie hatten deshalb sogar im Vatikan vorgesprochen. Aber Putin hatte Monalisas Bombini-Theorie als vollkommenen Unsinn abgetan, allerdings wieder nicht ohne gleichzeitig den Auftrag zu erteilten, diese Designerin auszuschalten. Er kannte jedoch auch die Drohung der Zeitreisenden, und so konnten sie nicht einfach einen Killer schicken, sondern, so hatte Putin es vorgeschlagen, es sollte ein zweifelsfreier Selbstmord sein. Insofern, dachte Dimitri, war es wirklich schräg, dass Monalisa ihrem Manuskript ausgerechnet den Titel „I LOVE PUTIN“ gegeben hatte.

Er selbst machte sich schon länger keine Illusionen mehr über seinen Präsidenten. Der war zwar wirklich ein engagierter Kämpfer für das Wohlergehen Russlands, aber er war nun mal auch ein Mann des Öls und ein Macho dazu. Außerdem war er sehr, sehr Macht bewusst und noch lange nicht bereit seinen Thron herzugeben. Er war schlicht und einfach davon überzeugt, dass nur er Russland zu neuer Blüte verhelfen konnte. Und was er dazu benötigte, das war ein möglichst hoher Ölpreis und nicht Energie für einen Apfel und ein Ei.
Das bedeutete natürlich nicht, dass Putin nicht auch einige Millionen in die Erforschung der Freien Energie steckte, schließlich taten die Amerikaner dies auch. Aber so lange es noch Öl in Russland zu fördern gab, solange wollte er auch damit Geld verdienen, denn ohne die Milliarden aus dem Öl- und Gasgeschäft wäre das Land und auch er selbst schnell am Ende. Und Putin wusste zudem, welche weitreichenden politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen ein Wechsel zur Freien Energie haben würde. Er befürchtete wohl nicht zu Unrecht, das der Einsatz von Freier Energie eine völlig unkontrollierbare und umfassende, globale Revolution zur Folge haben würde, welche die Machtverhältnisse radikal verändern und auch ihn mit samt seinem Thron in die Tiefe reißen würde. Und danach wäre Swetlana Peunova vielleicht wirklich die neue, große Führerin Russlands.
Insofern war Putin an dem Fortbestand der jetzigen Verhältnisse sehr interessiert und er würde wohl nicht zögern, in diesem Sinne selbst mit erklärten Erz-Feinden wie den amerikanischen NeoCons gemeinsame Sache zu machen. Ja, Dimitri hegte sogar den Verdacht, dass Putin mit diesen Verbrechern teilweise gemeinsame Sache machte, denn spätestens seit der Sache im Winter 2006 waren sich beide Seiten darüber klar, dass sie nur gemeinsam die Zukunft aufhalten konnten.
Darum glaubte Dimitri auch nicht daran, dass es wegen der Ukraine zu einem 3. Weltkrieg kommen würde, selbst, wenn Russland dort einmarschieren würde. Es würde wie es auch die Karten von Monalisas Götterboten vorhersagten zu harten Wirtschaftssanktionen kommen, die Russland in seiner Entwicklung zurückwerfen würde. Denn, bei allen Gemeinsamkeiten, man durfte sich nicht täuschen, für die NeoCons war die wirtschaftliche Zerstörung Russlands und Chinas immer noch das wichtigste, außenpolitische Ziel. Ein starkes Russland und eine starke Wirtschaftsmacht China stand ihren Eine-Welt-Macht-Bestrebungen nun mal im Wege. Putin jedoch, da war Dimitri sich sicher, wollte die von den NeoCons angestrebte Weltdiktatur der anglo-amerikanischen Bankenmafia ganz sicher nicht. Wenn Putin eine Weltdiktatur anstrebte, dann nur mit ihm selbst auf dem Thron. Gleiches galt für China.
Anmerkung der Autorin:

http://youtu.be/Fu66OCA0Zac „Endgame (Doku) Die globale Versklavung,“ und http://youtu.be/cUSazICuBiM „Das 4. Reich – Unterwerfung der Völker durch die europäische Union“sind wichtige Videos, die ich beispielhaft den Lesern empfehlen möchte, welche Dimitris Gedanken zum Thema Weltdiktatur nicht nachvollziehen können. Danach werden Sie erkennen, das wir Europäer leider einer EU-Diktatur, und damit der notwendigen Vorstufe zur angestrebten anglo-amerikanischen Weltdiktatur, schon sehr viel näher sind, als uns lieb sein kann.

Jack

In London machte sich ein Mann namens Jack Johnson auf den Weg zu einem geschäftlichen Termin. Er kam ursprünglich vom Militär, doch nach dem Ende seiner offiziellen Dienstzeit arbeitete er nun schon seit über 15 Jahren in der City of London. Er war dort ein gefragter Berater wichtiger Bankmanager. Heute war er auf dem Weg zu einem hohen Tier der Rothschild-Bank. Für Jack war dies ein besonderer Termin, denn auch wenn die Rothschild-Familie die mächtigste Familie auf dem Globus war, es gab nur sehr Wenige, die persönlichen Kontakt zu ihnen hatten. Es gab praktisch keine Fotos von ihnen und selbst die unerschrockensten Paparazzis hüteten sich, diesem relativ kleinen Personenkreis zu nahe zu kommen. Außerdem würde sich auch kaum ein Verlag finden, der ihnen ihre Bilder abkaufte. Berichte oder gar Fotos dieser sehr einflussreichen Familie waren nun mal absolut Tabu. Ein Herausgeber, der es dennoch wagen würde, der Welt etwas über diese Familie zu erzählen, der musste nicht nur mit den größten, wirtschaftlichen Problemen rechnen, auch sein Leben und das seiner Familie wäre schnell in größter Gefahr.
Dies war allen größeren Verlagen und Medienanstalten klar und darum war es überhaupt nicht verwunderlich, dass es nur sehr selten vor kam, dass auch nur der Name der Rothschilds erwähnt wurde. Im Internet sah das etwas anders aus, da gab es viele Videos und Artikel, die sich mit der Geschichte und den Machenschaften dieser Familie beschäftigten. Und dort wurden sie auch nicht ohne Grund für die größten Probleme auf dem Globus verantwortlich gemacht, und damit lagen diese viel gescholtenen „Verschwörungstheoretiker“ wohl auch tatsächlich nicht falsch, dachte Jack, als er durch die Straßen der City ging.

Die relativ kleine City bestand nur aus wenigen Straßenzügen, und doch war sie ein Staat im Staate, was jedoch kaum einer wusste. Dort hatten weder die Polizei noch andere staatlichen Organe Großbritanniens irgendetwas zu sagen. Selbst die Königin durfte diesen Ort nur auf ausdrückliche Einladung betreten, oder besser, sie musste einmal im Jahr ganz offiziell antreten. Denn, die wahren Herrscher Englands waren weder die Royals noch der Premierminister. Der Einzige, der die Fäden der Macht in den Händen hielt war das jeweilige Oberhaupt der Rothschilds und dies nicht erst seit gestern. Aber das sollte die Bevölkerung natürlich nicht wissen, denn dann würde sie womöglich erkennen, dass ihre geliebte Queen und das Parlament nur Schauspieler waren, die nicht Dank der Verehrung der Menschen oder mit Hilfe einer demokratischen Wahl die Macht vom Volk übertragen bekommen hatten, sondern dass es nicht erst seit heute allein auf das Wort Jacob Rothschilds ankam. Er bestimmte, wer was wo wann tun durfte und wer nicht. Insofern war es nicht weiter verwunderlich, dass Jack etwas nervös war, als er das große Bankhaus betrat, welches nach Außen nicht erkennen ließ, wer darin seinen Sitz hatte. Ein normaler Bürger würde das kleine Hochhaus glatt übersehen, denn seine Fassade war absolut nichtssagend. Und dennoch hatte genau hier der mächtigste Mann der Welt sein Büro. Er selbst war zwar nur selten vor Ort, denn soweit Jack es wusste, regelte Jacob Rothschild seine Geschäfte meistens von einer seiner vielen Villen oder Landsitze aus, aber immerhin, es kam vor und der Mann saß tatsächlich in seinem Büro.
Heute war damit nicht zu rechnen, aber Jack wollte ja auch nicht zu ihm. Er hatte einen Termin mit Sir Henry.

Jack betrat das große Foyer und übergab seine Einladung an eine hübsche, junge Frau, die hinter einem riesigen Marmortresen saß und ihn freundlich anlächelte.
„Oh, einen Moment bitte, ich melde Sie an,“ sagte sie. Es dauerte nicht lange und er wurde er von einem jungen Mann begrüßt. „Good morning Sir, wenn Sie mir bitte folgen wollen.“ Es war auffallend, aber hier wurden grundsätzlich keine Namen genannt. Jack betrat mit dem jungen Mann einen hochmodernen Aufzug und wenig später betraten sie eine Ebene, wo er wieder von einer jungen Frau hinter einem, diesmal etwas kleineren Tresen begrüßt wurde. Auch sie lächelte freundlich und sagte: „Sie werden schon erwartet, bitte folgen Sie mir.“
Und dann ging es einen breiteren Gang entlang, an dessen Wänden moderne Kunst zu bewundern war. Doch dafür hatte Jack jetzt keinen Sinn, er konzentrierte sich ganz auf seinen bevorstehenden Termin mit Sir Henry.

Die junge Frau öffnete eine Tür und bedeutete ihm einzutreten. „Sir Henry wird gleich bei Ihnen sein.“ Jack schaute sich um. Dieser Raum war ein typischer Konferenzraum, nicht sehr groß, aber teuer eingerichtet. Auch hier gab es Kunst an den Wänden. Eine große Fensterfront ermöglichte einen beeindruckend weiten Blick über die Stadt. Von außen hatte er nicht in die Büros hineinschauen können, die Fenster waren alle schwarz gewesen. Offensichtlich waren die Scheiben nur zu einer Seite hin durchsichtig. Auf dem großen, schwarz glänzenden, ovalen Tisch standen schon, ganz typisch, Kaffeetassen und ein Teller mit Gebäck bereit. Er entdeckte einen großen Bildschirm an einer Seite des Raumes. Es war kein besonders repräsentativer Raum, und Jack dachte, so oder so ähnlich sahen die meisten Konferenzräume auf der Welt aus.

Die Tür öffnete sich und Sir Henry trat ein. Er lächelte freundlich und streckte seine Hand zur Begrüßung aus: „Schön, dass Du so schnell kommen konntest. Ich habe leider nur wenig Zeit, kommen wir daher gleich zum Thema. Möchten Du einen Tee oder lieber Kaffee?“
„Danke, ein Tee wäre schön.“
Sir Henry bot ihm an Platz zu nehmen und die junge Frau, die ihn hier hin geführt hatte, schenkte ihnen Beiden einen wohlriechenden, schwarzen Tee ein. Sie stellte Milch, Zitrone und Zucker auf den Tisch. Dann verließ sie den Raum und Sir Henry kam sofort zur Sache: „Hast Du die Unterlagen eingesehen? Auch das Video? Gut, dann weißt Du ja worum es geht.“
„Das schon, nur, aber warum wendest Du sich damit an mich? Meiner Meinung nach ist das eine Sache, mit der sich der Militärgeheimdienst beschäftigen sollte, wenn er es nicht schon längst getan hat.“
„Wir wollen in diesem Fall aber lieber zusätzlich noch eigene Wege gehen. Was meinst Du, ist es für Dich möglich mehr in Erfahrung zu bringen?“
„Nun, ich bin schon länger kein James Bond mehr.“
„Das ist in diesem Fall auch sicher nicht nötig, wir möchten nur, dass Du mit ihr einen augenscheinlich völlig zufälligen Kontakt aufnehnimmst und herausfindest, ob sie mehr weiß, als sie in diesem Video erklärt hat. Du sprichst hervorragend deutsch und kennst den aktuellen Forschungsstand. Wir möchten in dieser Frage möglichst nicht noch mehr schlafenden Hunde wecken, sondern einfach nur aus erster Hand wissen, was sie über die Bombe mehr weiß und was sie möglicherweise daüber veröffentlichen will.“
„Ich glaube nicht, dass sie einem Fremden dies einfach so erzählt. Vielleicht solltest Du doch lieber beim MI6 nachfragen, die haben ganz andere Möglichkeiten in solchen Fällen.“
„Das ist sicher so, doch bislang konnte in dieser speziellen Frage auch dort noch keine Antwort gefunden werden. Bis auf dieses Video gibt es praktisch nichts. Und vielleicht weiß sie auch gar nicht mehr. Wir würden nur gerne sicher gehen, denn eine Veröffentlichung dieser Thematik wäre für uns alle sehr problematisch.“
„Ihr könnt sie aber so wie es aussieht nicht daran hindern.“
„Das ist wohl leider so, aber vielleicht ist es möglich, sie im Falle des Falles davon zu überzeugen, über die Bombenfähigkeit nichts weiter zu veröffentlichen. Es reicht, was sie in dem Video dazu sagt, das ist schon schlimm genug. Wir müssen verhindern, dass mehr davon an die Öffentlichkeit kommt. Du musst sie davon überzeugen, dass es besser für uns alle, ja die ganze Menschheit ist. Stell Dir sich nur mal vor, irgendwelche Terroristen bekämen Wind davon.“
„Ich verstehe nicht, warum redet man nicht ganz offen mit ihr darüber?“
„Das geht eben nicht, uns sind die Hände gebunden. Aber Du bist kein Geheimdienstler und auch kein Regierungsbeamter mehr,Du kannst mit ihr völlig zufällig ins Gespräch gekommen sein. Soweit ich weiß, will sie Ende Juni für ein paar Tage nach Holland um dort am Meer spazieren zu gehen. Was hältst Du davon, wenn Du dies auch tust und schaust, ob Du mit ihr ins Gespräch kommen kannst?“

Jack war nicht gerade begeistert. Sicher ein paar Tage am Meer, das war ganz schön, aber er war nun mal nicht mehr der Jüngste. Und er hatte wirklich nur wenig Interesse, wenn es darum ging mit einer Frau ins Gespräch zu kommen. Er war nicht ohne Grund nach dem frühen Tod seiner Frau ledig geblieben. Wenn er in den Spiegel schaute, dann fragte er sich auch nicht mehr warum. Er war nun mal kein Frauentyp und seine Schüchternheit war gerade in jungen Jahren sehr hinderlich gewesen. Und jetzt sollte er nicht nur das Gespräch mit einer Frau suchen, er würde auch ihr noch Vertrauen gewinnen müssen. Großes Vertrauen sogar.
Mit diesem betont sehr vertraulichen Auftrag hatte er wirklich nicht gerechnet, doch nein zu sagen, dass war kaum möglich. Wenn Jacob Rothschild wünschte, dass er nach Holland fuhr, dann führte daran nur schwer ein Weg vorbei, es sei denn, er wollte in Zukunft in der City vor verschlossenen Türen stehen. Es genügte ein Wort von Rothschild und sein geschäftiger Ruhestand war vorbei.

Er verließ die Rothschild-Bank also alles andere als glücklich. Er hatte sich natürlich ziemlich über das Papier gewundert, das ihm mit der Einladung zum Gespräch übergeben worden war, denn seines Wissen galt die Causa Monalisa längst als erledigt. Damals 2006 hatte er von dieser deutschen Designerin natürlich auch gehört, doch kurz nach Weihnachten ging das Gerücht um, sie sei glücklicher Weise plötzlich dem Wahnsinn verfallen. Niemand wunderte sich damals groß darüber, denn es war wahrlich keine neue Erkenntnis, Genie und Wahnsinn lagen nun mal oft sehr nah beieinander.
Dem Papier hatte er entnehmen können, dass sie mittlerweile wohl wieder klar im Kopf war. Leider wusste keiner so recht, was sie darin plante, nur eines war sicher, ihr Ziel, die Welt mit ihrer Bombini-Theorie zu beglücken, das war immer noch aktuell. Er würde jetzt erst mal die ziemlich dicke Akte, die Sir Henry ihm zum Abschied in die Hand gedrückt hatte, genau studieren müssen. Es war auch ein Stick dabei und der sollte jede Menge interessantes Bildmaterial enthalten. Er war natürlich sehr neugierig, was er da zu sehen bekommen würde. Denn, er wusste ja eigentlich auch nur das, was damals in den hektischen Wochen vor Weihnachten an Gerüchten durchgesickert war. Damals erwarteten nicht wenige in der City einen dramatischen Sturz am Aktienmarkt, selbst einen großen Krieg wollte man nicht auszuschließen. Wer die Bankenwelt kennt, der weiß, so eine Befürchtung verwandelte die Büros in den Bankhäusern in einen Hühnerstall, in den ein Fuchs eingebrochen war.
Alle versuchten hektisch zu ermitteln, wie die Kurse an der Börse wohl auf Monalisas Internetseite reagieren würden und man arbeitete fieberhaft an Strategien, die es ermöglichten trotz des drohenden Untergangs der Ölindustrie, möglichst hohe Gewinne zu machen. Auch er hatte in dieser Zeit viel zu tun, denn man wollte von ihm wissen, welche Folgen Monalisas Bombini-Theorie für das Militär haben könnte. Ja, dachte Jack, damals ging wahrlich die nackte Angst um. Und jetzt schien sie wieder hoch zu kommen, zumindest schien sich Jacob Rothschild nicht allein auf die Informationen des MI6 und seine vielfältigen Partner verlassen zu wollen. Das Spesen-Honorar war jedenfalls üppig bemessen, dafür konnte er locker eine 5 Sterne-Suite im besten Hotel Amsterdams bezahlen. Doch Sir Henry meinte, Madame würde wohl ehr in einer preiswerten Ferienwohnanlage zu finden sein.
Er bestieg ein Taxi und nannte seine Adresse. Er fragte sich, warum Jacob Rothschild ausgerechnet ihn alten Sack für diese Auftrag ausgewählt hatte und nicht irgend einen attraktiven, jungen Mann, der sich mit viel Charme und schönen Worten in das Herz dieser Frau schleichen konnte. Doch, dann erreichte das Taxi auch schon das große Appartmenthaus, in dem er seit vielen Jahren eine schöne, große Eigentumswohnung besaß. Er bezahlte den Fahrer, machte sich auf den Weg zum Aufzug und als er auf das Knöpfchen drückte, dachte er: „Vielleicht sollte ich mir heute Abend mal wieder so einen richtig guten Agenten-Thriller anschauen.“ Sir Henry hingegen fand dazu keine Zeit, denn er hatte noch ein anderes, zur Zeit drängenderes Problem. Die verschwundene MH 370.

Noch eine Postkarte

Alexander fühlte sich nun doch etwas bedrängt, denn es war ihm nicht möglich auch noch die zweite Karte einfach zu zerreißen. Er fragte sich, wenn General Redding etwas von ihm wollte, warum nahm er nicht den für einen Kontakt vorgeschriebenen, offiziellen Weg? Warum rief er nicht bei der Zentrale an und ließ sich verbinden oder schickte einfach eine Mail? Es war unwahrscheinlich, dass die NSA seine E-Mail-Adresse nicht kannte. Der Weg über eine Postkarte war nur nötig, wenn Redding Kontakt suchte, ohne dass dies eine digitale Spur hinterließ. Das konnte an sich nur einen Grund haben, Redding wollte sicherstellen, dass die da Oben nichts davon mitbekamen. Also weder sein eigener Verein, noch der Seine, und ja, auch die Übermächtigen sollten nichts darüber wissen.
Er würde diesmal wohl reagieren müssen, sonst stand Redding womöglich bald nachts vor seinem Schlafzimmer und warf mit Steinchen. Alexander musste bei dieser Vorstellung lachen, denn es war klar, das würde sicher die Aufmerksamkeit seiner schrecklich neugierigen Nachbarin hervorrufen. Die hatte ihre Augen und Ohren wirklich überall. Zu Sowjetzeiten wäre sie garantiert eine sehr gute Quelle gewesen. Mittlerweile waren solche Leute jedoch so gut wie überflüssig geworden, heute erfuhr man über die meisten Zielpersonen weit mehr, wenn man nur regelmäßig bei Facebook nachschaute.
Was also wollte Redding von ihm? Es musste wohl etwas sehr Wichtiges sein, sonst wäre es sicherlich bei der ersten Grußkarte geblieben. Er hatte sie als einen dummen Scherz abgetan, nach dem Motto, hier, schau, ich kenne Dein geheimes Postfach. Doch diesmal kam die Karte aus Italien, sie zeigte eine Innenansicht des Petersdoms. Redding schrieb, er mache Urlaub in Italien und freue sich auf Ostersonntag, er wolle dann zu Franziskus feierlicher Ostermesse gehen.
Wenn er diesen deutlichen Wink mit dem Zaunpfahl richtig verstand, dann hieß dies für ihn und seine Frau, dass sie über die Osterfeiertage wohl einen Kurzurlaub in Rom machen mussten. Nun, Natascha wird sich sicher sehr darüber freuen, überlegte Alexander, unser letzter gemeinsamer Urlaub ist schließlich schon etwas länger her. Also, gut, dann eben Rom. Doch wie er seiner Frau erklären sollte, dass er unbedingt in die heilige Ostermesse wollte, dass wusste er noch nicht genau. Religion, da waren sie sich einig, war Opium fürs Volk, auch wenn er zugeben musste, dieser Franziskus schien tatsächlich ein ganz guter Mann zu sein.
Er wusste nicht, ob Redding auch ein geheimes Postfach hatte, es war wohl anzunehmen, doch leider kannte er die Adresse nicht. Er würde also nicht antworten können, sondern einfach hinfahren und schauen, ob sie sich in dem Gewühl der Gläubigen fanden. Er schaute sich die Karte noch mal genauer an und dann sah er neben einer der Säulen ein kleines Kreuz, das mit einem Kugelschreiber gemacht worden war. Nun, damit war natürlich alles Wichtige gesagt, er zerriss die Karte in kleine Stücke und warf sie in die nächste, öffentliche Mülltonne.

Das Kosmische Handy

„Monalisa schreibt in ihrem Buch: Das „kosmische Handy“ kann nicht lügen.“ sagte Ivan zu seinem Freund Sascha. „Insofern machst Du mir nichts vor, Du bist in Deine neue Nachbarin verknallt, hier schau, der Götterbote sagt: Herzensmann – Liebe – Karo Dame.“
„Quatsch, ich habe sie doch erst zwei Mal gesehen. Ich weiß nicht, vielleicht hat sie ja schon einen Freund.“
„Dann läge dort keine Karo Dame sondern eine Kreuz Dame. Die könnte dann bedeuten, dass sie in festen Händen ist.“
„Du meinst also, sie ist zu haben?
„Fragen wir doch den Götterboten! Hier, es gibt da diese Dreier-Legung, mit der kann man angeblich sehr schnell eine konkrete Antworten bekommen. Misch einfach und dann lege drei Karten nebeneinander.“
Sascha nahm die Karten, mischte und legte aus. „Hm, was meinst Du, wer ist denn der Pik König hier?“
„Könnte sein, es ist ihr Ex,“ sagte Iwan. Er schaute auf seinen Zettel und sagte: „Die Kreuz 10 steht für eine Veränderung über den großen Weg und die Herz 10 steht für die Familie, die Beziehung. Ich würde sagen, ihr Ex hat die Beziehung beendet, vielleicht ist er weiter weggezogen, oder sogar ins Ausland gegangen. Aber wir können es genauer sagen, wenn Du jetzt unter jede Karte zwei Weitere legst.“
Sascha fragte: „Muss ich sie nacheinander legen?“
„Nein, sie schreibt, man soll es ganz nach seinem Gefühl machen.“
„Ich weiß nicht, das ist doch alles totaler Zufall, hier schau, was soll jetzt der Pik Bube unter dem Pik König und dann auch noch die Pik Dame.“
„Also, der Pik Bube ist der sogenannte Lumpejung und die Pik Dame, nun, ich denke, vielleicht ist er mit der fremd gegangen. Das könnte der Grund für die Trennung sein.“
„Na, da bin ich ja mal gespannt, was Irina mir irgendwann erzählen wird.“
„So, so, woher kennst Du denn ihren Namen, ich denke, Du hast mit ihr noch nicht gesprochen?“
„Steht doch auf dem Klingelschild, mein Lieber. Irina Gorbatschow.“
„Na, hoffentlich ist sie keine Verwandte von dem Blödmann,“ sagte Ivan.
„Das glaube ich nicht, der Name ist doch sehr geläufig. Und außerdem, ich finde nicht, dass Gorbatschow so schlecht war. Seine Perestroika war wirklich ein notwendiger Schritt.“
„Kann schon sein, aber er war dem Westen gegenüber viel zu gutgläubig. Der hat sich nichts schriftlich geben lassen und was haben wir jetzt vor der Tür stehen? Die NATO.“
„Sicher, er hat Fehler gemacht, aber ohne ihn wäre es so schnell nicht zur Reisefreiheit gekommen. Meine größte Kritik an das alte System war immer schon, dass sie die Bevölkerung eingesperrt haben. Ich finde, dazu hat kein Staat der Welt das Recht.“
„Das sehe ich ja auch so, nur, wenn Du die Grenzen öffnest, dann kommen eben auch Deine Feinde ins Land hinein. Denke nur an die Zeit mit Jelzin, überall hockten die Amerikaner herum und spielten ihre Spielchen mit uns.“
„Zum Glück haben wir heute unseren Putin, dem tanzt so schnell keiner auf der Nase herum,“ meinte Sascha.

Die beiden Männer saßen noch bis nach Mitternacht beisammen und stellten dem Götterboten viele, ganz unterschiedliche Fragen, doch sie mussten feststellen, die Karten richtig zu deuten war auch mit dem Lehrbuch in der Hand gar nicht so einfach. Ivan hatte es sich ausgedruckt und schlug darin immer wieder nach. Ivan war schon immer etwas esoterisch angehaucht gewesen und glaubte an eine höhere Macht im Kosmos. Er sah in den Karten wie Monalisa eine gute Methode nicht nur Antworten auf Herzensangelegenheiten zu bekommen, sondern auch hinter die Kulissen der Politik zu schauen. In ihrem Buch bewies sie in vielen Beispielen, das dies möglich war und er nahm sich fest vor, diese Kunst zu erlernen, denn gerade in seinem Job war es wichtig die Hintergründe von Ereignissen zu durchschauen. Sascha glaubte hingegen nur an dass, was wissenschaftlich auch zu beweisen war. Und da er nicht an irgendwelche höheren Mächte glaubte, war für ihn die Vorstellung, ein Götterbote würde sich die Mühe machen auf die vielfältigen Fragen Ratsuchender zu antworten, einfach absurd. Trotzdem hoffte er natürlich, dass die Karten Recht behielten und seine hübsche Nachbarin keinen festen Freund hatte.

Monettis Kekse

Seniore Monetti wartete bis seine Haushälterin gegangen war. Es war Freitag und da ging sie immer etwas früher, um auch für ihre Familie den Großeinkauf für das Wochenende machen zu können. Monettis Kühlschrank und auch die Vorratskammer waren durch sie schon aufgefüllt worden. Der Hausherr konnte also loslegen und endlich die versprochenen Kekse backen. Kochen und Backen hatte er sich in den letzten Jahren selbst mit Hilfe diverser Kochbücher beigebracht und auch Maria, seine Haushälterin, hatte ihm immer wieder wertvolle Ratschläge gegeben, so dass es für Monetti heute kein Problem mehr war, mal eben ein paar Plätzchen zu backen. Er stellte alle benötigten Zutaten, auch die zerkleinerten Cannabisblüten, vor sich auf den großen Tisch, der mitten in der Küche stand. Dann baute er die große Küchenmaschine auf und begann mit der Herstellung des Teiges. Die einzelnen Mengenangaben für seine Gewürzkekse entnahm er einem alten Kochbuch seiner Mutter, die Zutaten selbst wog er hingegen ganz modern auf seiner neuen, digitalen Küchenwaage ab. Beim Cannabis musste er allerdings seinem Bauchgefühl folgen und er hoffte nicht zu großzügig gewesen zu sein.

Im Radio lief einer seiner Lieblingssender, Radio Vatikan und er verfolgte das dort gesendete Live-Interview mit einem Vatikan-Berichterstatter. Er war ein deutscher Journalist, der dafür bekannt war unglaublich schnell zu reden. Er berichtete schon seit fast 20 Jahren über das Innenleben des Vatikans und es war unüberhörbar, der Mann war ein begeisterter Anhänger des neuen Papstes. Die Begeisterung wirkte ansteckend und Monetti fühlte sich ein wenig wie ein Verräter gegenüber Benedikt, der leider niemals solche Zustimmung erhalten hatte.
Dabei war auch Benedikt im Herzen immer sehr bescheiden gewesen. Aber er hatte dies nicht nach Außen gezeigt, sondern sich ohne Widerspruch in Hermelin und Goldbrokat kleiden lassen. Er hatte selbstverständlich auch den prunkvollen, päpstlichen Palast bewohnt und auch seine Zimmer von den Schwestern putzen lassen. Das alles lehnte Franziskus entschieden ab wie auch die Nutzung der päpstlichen Staatskarosse. Er fuhr lieber in seinem alten, kleinen Klapperkasten und Monetti musste zugeben, der Blick auf den Parkplatz war ein deutliches Statement. Dort standen immer schon sehr viele große, schwarze Luxuslimusinen, niemand hatte sich bisher daran gestört. Doch seit Franziskus mit seinem kleinen, weißen Schrottauto dort parkte, seit dem fielen die anderen Autos unangenehm auf. Man fragte sich auf einmal, wer von den Kardinälen und Bischöfen alles im sündhaften Luxus schwelgte, während die Menschen ihrer Gemeinden in größter Armut leben mussten. Sicher, nicht alle waren so abgehoben wie dieser Bischof Tebarzt van Elst, aber vielleicht hatte man bisher nur noch nicht genau genug hin geschaut. Franziskus hatte diesem unglaublichen Verschwender jedenfalls das Bistum Limburg entzogen und ihn zur inneren Einkehr aufgefordert. Tebarzt van Elst hatte vergeblich bei Benedikt um Unterstützung nach gesucht, der jedoch bei der gegebenen Sachlage auch nichts mehr für ihn tun konnte. Es ging ja nicht nur um die horrenden Baukosten seines, zugegebener Maßen sehr schön sanierten Bischofsitzes. Van Elst hatte auch mehrfach gelogen und sogar einen Meineid geleistet. Monetti war daher auch der Meinung, dass Franziskus gar nicht anders gekonnt hatte, als diesen Verrückten zum Rücktritt zu zwingen. Monetti war der Meinung, dass dieser Protzbischof nicht ganz normal im Kopf war und er fand, das sah man diesem Mann auch optisch an.
Hauptthema des Interviews war allerdings Franziskus heutige, offizielle Entschuldigung bei den vielen Opfern sexueller Übergriffe durch katholische Priester. Diese Entschuldigung war überfällig, denn leider hatte Benedikt auf dieses Problem nicht wirklich angemessen reagiert, das musste Monetti zugeben. Ja, dachte er, Franziskus hatte wirklich etwas mehr Mut sich in den eigenen Reihen unbeliebt zu machen. Es blieb nur zu hoffen, dass dieser Schnellsprecher im Radio Recht behielt und Franziskus tatsächlich der am schwierigsten zu ermordende Papst der Geschichte war, eben weil er so unberechenbar war.

Monetti stellte die Maschine aus und entnahm den fertig gekneteten Teig um ihn eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen zu lassen. Er nutzte die Zeit um die Maschine zu reinigen und alles für das Ausstechen des Teiges vorzubereiten. Es würden sicher mehr als zwei Kilo Plätzchen werden, damit sollte Benedikt erst mal versorgt sein. Monetti glaubte, dass ein oder zwei Kekse reichen würden um wunderbar einschlafen zu können. Er würde ein paar Kekse für sich zurück behalten, denn auch er hatte in letzter Zeit einige Probleme mit dem Einschlafen.

Er holte den Teig aus dem Kühlschrank und rollte ihn auf dem Tisch aus. Er hatte verschiedene Formen zum Ausstechen ausgewählt. Einfache Runde, Sterne und Halbmonde in unterschiedlichen Größen. Damit müsste eine Dosierung gut möglich sein, hatte er überlegt. Wichtig war nur, dass Benedikt die Kekse nicht offen herum liegen ließ. Eine heimliche Naschkatze könnte ansonsten ihr blaues Wunder erleben, das wusste er nur zu gut. Ihm war das nämlich in seiner Jugend mal passiert. Wenn man nicht wusste, dass man eine Droge im Körper hatte, dann konnte so ein unerklärlicher Rausch sehr unangenehm sein. Er hatte damals geglaubt, mit einem Mal wahnsinnig geworden zu sein. Seine Kumpels hatten ihn leider nicht sofort aufgeklärt und ihn in dem Glauben gelassen, er sei verrückt, was wirklich eine ganz schöne Gemeinheit gewesen war. Ja, ja, seine Enkel glaubten zwar, er sei immer schon ein alter Mann gewesen, aber das war natürlich nicht so. Auch er hatte in seiner Jugend mit seinen Kumpels ziemlich viele Dummheiten gemacht.

Monetti war ganz in seine Arbeit vertieft und ein Blech nach dem Anderen wanderte in den Ofen. Der Duft der Gewürzkekse zog dabei durch das ganze Haus, obwohl er wohlweislich die Küchentüre geschlossen hatte. Nur noch ein Blech und ich bin fertig, dachte er gerade, als es plötzlich an der Türe klingelte. Na so etwas, wer wagte es denn, ihn ausgerechnet jetzt zu stören? Er ging zur Tür und öffnete sie einen Spalt, doch als er General Redding erkannte, machte er die Türe mit einem Schwung weit auf und sagte: „Oh, welche Überraschung, George! Das ist aber eine Freude!“
„Hallo Stephano, ich hoffe ich störe Dich nicht, es riecht nach Plätzchen.“
„Ja, ich bin am Backen, ein Blech muss ich noch fertig machen, aber komm doch herein. Sag, machst Du Urlaub oder bist Du beruflich hier? Hättest doch was sagen können!“
„Ach, es war eine sehr spontane Entscheidung, Rachel hatte Lust und da habe ich einfach zwei Ticket gekauft,“ sagte Redding und trat ein.
„Wohnt ihr im Hotel? Das ist doch nicht nötig, spart Euch das Geld, ihr könnt bei mir wohnen. Wo ist Deine Frau denn jetzt?“
„Sie besucht eine alte Schulfreundin, die vor ein paar Jahren hier hin gezogen ist. Nun, und da dachte ich, ich sage Bescheid, dass wir in der Stadt sind.“
„Was machen denn meiner Tochter und die Kinder?“
„Lisa und den Kindern geht es gut, ich soll Dich natürlich von ihnen umarmen,“sagte General Redding.
„Oh, nicht jetzt bitte,“ wehrte Monetti ab und eilte in die Küche. „Entschuldige, komm herein, ich muss die Kekse aus dem Ofen holen.“

General Redding betrat die Küche und wunderte sich etwas über den Duft, der den heißen Keksen entströmte.
„Ich backe Gewürzkekse, nein, lass, bitte nicht naschen. Es sind spezielle Einschlaf-Kekse. Und Du willst doch jetzt nicht schlafen, oder?“
„Einschlaf-Kekse, so so, ich finde hier riecht es wie, nun, also …“
„Dir kann man wohl gar nichts verheimlichen was,“ sagte Monetti. „Du wirst es mir nicht glauben, aber das sind Haschischkekse für Benedikt.“
„Du machst Witze,“ lachte Redding.
„Nein echt, er hat mich zu seinem Dealer gemacht. Doch er raucht nun mal nicht so gerne und darum backe ich ihm jetzt Kekse.“
„Ja, aber, warum nimmt er keine Pille, wenn er nicht schlafen kann?“
„Nun, ich nehme an, von Schlaftabletten träumt man nicht so schön,“ lachte Monetti und schob das letzte Blech in den Ofen.
„Also, was sind das nur für Zeiten, erst die Koks-Geschichte und nun noch ein kiffender Ex-Papst,“ tat Redding entrüstet und lachte ebenfalls. „Also, wenn das so ist, schenkst Du mir Einen, ich würde ihn mir gerne heute Nacht mit Rachel teilen.“
„Ich sollte ein Geschäft aufmachen,“ sagte Monetti und reichte dem Vater seines Schwiegersohnes eine ganze Handvoll. „Hier, nimm und werde glücklich damit. Ich gebe Dir noch eine kleine Dose dafür.“
„Vielen Dank, Du bist wirklich immer wieder für eine Überraschung gut, Stephano.“

Monetti kramte in einer großen Schublade und reichte Redding eine kleine, ehemalige Bonbon-Dose. „Aber passe auf, dass kein Unbefugter daran nascht, ein unartiges Zimmermädchen zum Beispiel.“
„Keine Sorge, ich werde sie gut verstecken.“
„Was ist, George, soll ich uns einen gute Roten aufmachen? Hast Du Hunger?“
„Ein Glas können wir gerne trinken, aber um Acht erwartet mich Rachel im Hotelrestaurant.“
„In welchem Hotel wohnt ihr denn?“
„Im Hotel de Russie.“
„Na, dagegen kann ich natürlich nicht anstinken, ist wirklich ein wunderschönes Hotel. Aber vielleicht kommt ihr trotzdem an einem Abend mal zu mir, ich koche auch ganz gut.“
„Wir kommen natürlich gerne mit den größten Vergnügen. Sie wird sich freuen. Ich möchte ihr einfach mal eine schöne Zeit schenken, ich hatte in den letzten Jahren oft nur wenig Zeit für sie. Außerdem ist mein Besuch nicht nur privater Natur,“ sagte Redding, als sie sich mit dem Wein in den Innenhof gesetzt hatten. Monetti behielt seinen Küchenwecker im Auge, denn noch war das letzte Blech nicht fertig.
„So, so, kannst Du darüber reden?“
„Nun ja, ich hoffe auf einen Termin bei Benedikt,“ sagte Redding.
„Ach, echt? Nun, vielleicht kann ich Dir da helfen. Ich bin dort ein häufiger Gast.“
„Das hatte ich mir ehrlich gesagt erhofft.“
„Kein Problem, ich schätze er wartet schon auf seine Kekse, ich frage einfach, ob Du mitkommen kannst.“
„Das wäre natürlich super, Danke Stephano, damit tust Du mir einen großen Gefallen.“
„Wenn ich helfen kann, dann freut es mich,“ sagte Monetti und er hob sein Glas um mit Redding anzustoßen. „Salute! Auf eine wunderbare Zeit in Rom und unseren Besuch bei Benedikt!“
„Salute! Hoffen wir, das es klappt!“

KenFM

Diefolgenden Videos sind nur zwei gute Beispiele, die die Autorin dem interessierten Leser vorschlagen möchte. Sie sind wichtig um zu verstehen, warum Thomas Müller und seine Frau Martina sich an ihrem ersten gemeinsamen Wochenende in Berlin in die Haare bekamen. Bitte, nehmen Sie sich die Zeit : http://www.youtube.com/watch?v=xzoptZ-u_aE&feature=share&list=UUr6VVXep3Fs5EOtjMK3i2AQ&index=1 – “Monday Demonstration Berlin English subtitles March 31 2014“ und http://youtu.be/faL4zRUdQTA „KenFM im Gespräch mit Willy Wimmer“.

„Also, Du kannst mir doch nicht verbieten auf eine Friedens-Demonstration zu gehen! Wir leben immer noch in einem freien und friedlichen Land und ich will, dass dies auch so bleibt!“
„Martina, verstehe doch, wir sind nicht so frei wie Du denkst! Wenn Du da hingehst, dann musst Du damit rechnen genauestens erfasst zu werden. Und, wenn dann klar wird, dass Du meine Frau bist, dann bin ich in Erklärungsnot! Das kann ich zur Zeit gar nicht gebrauchen!“
„Kannst ja behaupten, ich würde in Deinem Auftrag verdeckt ermitteln!“
„Das ist heutzutage doch völlig überflüssig, die filmen sich doch selbst und stellen es für alle Welt ins Netz! Ich bitte Dich, setze Dich von mir aus vor Deinen Rechner und schau Dir diesen KenFM im Internet an, aber zeige Dich dort nicht.“ versuchte es Thomas etwas ruhiger. „Ich bin da an einer Sache dran, da kann ich mir keine Aufmerksamkeit von welcher Behörde auch immer leisten, ich bitte Dich inständig!“
„Was soll das heißen, was für eine Sache ist das?“
„Liebchen, ich bitte Dich, vertrau mir! Ich kann Dir nichts darüber sagen, aber ich versichere Dir, Du würdest es unterstützen, wenn Du davon wüsstest. Und eine Unterstützung wäre es, wenn Du am Montag nicht auf diese Demo gehst. Was ich jetzt brauche ist absolute Unauffälligkeit.“
Martina schaute ihren Mann an und sah, es war ihm offensichtlich sehr ernst. Was führte er im Schilde? In was war er verwickelt? Sollte sie wirklich klein beigeben? „Also, mein Lieber, Du wirst mir schon noch etwas mehr erklären müssen. Wieso benötigst Du Unauffälligkeit?“
„Ich kann Dir nichts darüber sagen, ehrlich nicht. Aber Du solltest mich nach all der Zeit wirklich gut genug kennen, um zu wissen, dass auch Du meine Handlungen unterschreiben könntest. Es muss absolut geheim bleiben und wir dürfen in keiner Weise die Aufmerksamkeit auf uns ziehen. Geh zu diesem Künstlertreff, knüpfe dort Kontakte und konzentriere Dich auf Deine Ausstellung. Du wolltest doch ein Video über Dich und Deine Arbeit machen, ich finde das eine sehr gute Idee, aber die Politik lass im Moment wirklich außen vor. Die Besucher der Montags-Demonstrationen und insbesondere dieser KenFM stehen unter genauester Beobachtung. Mache also bitte einen großen Bogen um diese Leute.“
„Das ist wirklich viel verlangt von Dir,“ sagte Martina, aber sie wusste, sie würde wohl nachgeben, denn sie wollte nicht nur Frieden auf der Welt, sondern auch in ihren eigenen vier Wänden.
„Ich weiß, mein Schatz, ich weiß. Aber es ist wirklich wichtig,“ sagte Thomas und er war erleichtert, dass seine Frau sich von ihm in die Arme nehmen ließ. Er küsste sie und drückte sie fest an sich. „Ich liebe Dich…“ flüsterte er und sie gab endlich ihren Widerstand auf.

Sandys Nase juckt

Sandy hatte Urlaub bekommen. Eine ganze Woche und weil dazu noch die Feiertage kamen, hatte sie nun ganze 10 Tage frei. Der Urlaub war für sie sehr überraschend gekommen, denn General Redding war erst vor drei Tagen zu ihr an den Schreibtisch getreten, und meinte, es sei nicht nötig, dass sie sich während seiner Abwesenheit vor dem Telefon zu Tode langweile, ihre Arbeit könne in der Woche gut von der Sekretärin nebenan mitgemacht werden. Und da sie ja nun ihre Probezeit erfolgreich hinter sich habe, hätte sie sich die freien Tage auch redlich verdient.
General Redding war Tags darauf mit seiner Frau nach Rom aufgebrochen, angeblich war es eine rein private Reise, doch Sandy war sich da nicht ganz so sicher. Ihre Nase hatte gejuckt, als er ihr diese Reise angekündigt hatte und ihre kribbelnde Nase war immer ein untrügliches Zeichen, dass an einer Sache etwas faul war.
Ihre Mutter lachte als sie ihr davon erzählte. „Ach Kind, an Dir ist ein Scherlock Holms vorbei gegangen. Warum soll Dein Chef nicht einfach mal mit seiner Frau in Urlaub fahren?“
„Du weiß genau, dass meine Nase immer Recht hat.“
„Ja, ja, Du musst Deine Nase von meiner Mutter geerbt haben, die behauptete auch immer, sie könne eine Lüge zwei Meilen gegen den Wind riechen.“ Sandys Mutter lachte und stellte ihr ihren geliebten Käsekuchen auf den Tisch. Sie war glücklich, dass ihre Tochter sie mal wieder besuchen kam. „Freue Dich einfach über Deinen Urlaub und vergiss die Arbeit eine Weile. Wie wäre es, Du könntest doch ein paar Tage ans Meer fahren? Geh mal so richtig ausgiebig spazieren und genieße die herrliche Luft dort. Wer weiß, vielleicht lernst Du dabei ja jemand Nettes kennen,“ versuchte die Mutter ihre Tochter auf andere Gedanken zu bringen. Sie machte sich wie so oft etwas Sorgen um ihre Jüngste, denn bisher hatte ihr Mädchen einfach immer nur Pech in der Liebe gehabt.
„Ach, ich weiß nicht, was soll ich am Meer? Noch ist das Wasser zu kalt zum Schwimmen und alleine am Strand herum zu irren, nein lieber nicht.“
„Der Winter war so hart dieses Jahr und Du warst viel zu wenig draußen. Wenn Du immer nur mit Deinen Freundinnen im Zimmer hockst, dann lernst Du nie jemanden kennen. Du musst auch mal vor die Tür gehen und dem Schicksal eine Chance geben.“
„Ich habe keine Lust jemanden kennen zu lernen, die Männer können mir gestohlen bleiben, von denen habe ich die Nase erst mal gestrichen voll.“
„Nicht alle sind solche Blödmänner wie dieser dumme Ron, mein Kind. Er wird schon noch sehen, was er an Dir verloren hat. Gib den Glauben an die Liebe nicht auf, ich bin sicher, Du wirst noch den Richtigen finden. Nur dazu musst Du hinaus in die Welt gehen. Der Märchenprinz wird nicht von alleine an Deiner Türe klingeln.“
„Vergiss den Märchenprinz, Mama, ich will keinen mehr. Vielleicht werde ich einfach lesbisch.“
„Was redest Du denn da für einen Unsinn?“ Sandys Mutter war nun doch etwas besorgt. Sie wusste, dass ihre Tochter eine enge Freundschaft mit Patty verband, doch die war nun wirklich alles andere als eine Lesbe. Sie selbst gehörte nicht zu den Menschen, die gegenüber Homosexuellen große Vorurteile hegte, sie wusste, die Liebe war eine sehr magische Sache, sie entstand in den meisten Fällen völlig überraschend und sie konnte jeden mit jedem verbinden. Nicht nur einen Mann und eine Frau. Trotzdem hoffte sie als Mutter natürlich genau darauf, denn sie wünschte sich irgendwann auch endlich mal Oma zu werden. Bei ihrem Sohn sah es in dieser Beziehung bisher ja leider auch nicht nach Enkelkindern aus, denn dieser Tunichtgut reiste unentwegt in der Welt herum und vermied es konsequent sich fest zu binden.

„Du könntest ja auch mal Tante Nelly in New York besuchen, die würde sich sicher sehr freuen,“ versuchte es Sandys Mutter noch einmal.
„New York?“ fragte Sandy schon mit etwas mehr Interesse. „Ich weiß nicht, ich will Tante Nelly nicht überfallen, die hat wirklich genug um die Ohren mit ihrem Laden.“
„Ach was, ich habe erst gestern mit ihr telefoniert. Sie hat natürlich auch nach Dir gefragt. Ich bin sicher, sie freut sich, wenn Du sie besuchst. Kannst ihr ja etwas in der Galerie zur Hand gehen. Da kommen immer interessante Leute vorbei und Andy wird sich ebenfalls freuen, Dich wieder zu sehen. Er kennt die Stadt wie seine Westentasche und nimmt Dich bestimmt mit auf eine der vielen Partys dort. Andy ist wahrlich kein pickeliger Junge mehr. Tante Nelly sagt, die Frauen sind alle ganz verliebt in ihn.“
„New York im Frühling? Nun, das ist vielleicht gar keine so schlechte Idee, Mama,“ sagte Sandy und ihre Mutter nahm gleich ihr Handy in die Hand und rief ihre Schwester an. „Wir fragen sie am Besten gleich mal … Nelly? Ich bin’s, Lea, ich hoffe ich störe Dich nicht. Nein? … Gut, sag mal, Sandy würde gerne für ein paar Tage zu Dir kommen, sie hat überraschend Urlaub bekommen. … Ja, das ist ja toll, ich gebe sie Dir mal …“
Und so kam es, dass Sandy schon am nächsten Morgen in einem Flieger saß. Sie hatte Glück gehabt und sogar noch ein günstiges Last-Minute-Ticket bekommen.

Hu Li

Hu Li saß auch in einem Flugzeug in Richtung New York. Er wollte dort einen Kollegen treffen, von dem er hoffte einige neue und möglicherweise sehr interessante Informationen zu erhalten, die wie immer weder telefonisch noch schriftlich übermittelt werden konnten. Spätestens seit Snowden die Katze aus dem Sack gelassen hatte, musste es jedem klar sein, es gab keine wirklich sichere Telefonverbindung und auch kein Briefgeheimnis mehr. Und was E-Mails und so anging, nun, das wusste er schließlich am Besten, auf digitalem Wege gab es tatsächlich nur noch sehr wenige Möglichkeiten, Sicherheit zu garantieren. Und sein Informant wusste das natürlich auch und darum verschickte er wie so Viele nur noch Postkarten. Zwar musste man davon ausgehen, dass auch die geskannt wurden, doch da auf ihnen meist nicht viel mehr als liebe Grüße standen, war nicht davon auszugehen, dass sie besondere Aufmerksamkeit erregten. Trotzdem war natürlich immer größte Vorsicht geboten und Li registrierte auch hier im Flugzeug aufmerksam, wer sich in seiner Nähe befand.
Neben ihm saß eine junge Frau mit ihrem Sohn, hinter ihm waren zwei Plätze frei, nur ein älterer Mann saß dort und las in einem Stapel von Zeitungen.
Vor ihm nervten zwei jugendliche Gören ihre Mutter und in der Reihe neben der ihren sah es ganz ähnlich aus. Die Osterferien hatten offensichtlich begonnen.

Li lehnte sich zurück und schaute aus dem Fenster. Unter ihm war nichts als das weite, blaue Meer. Was würde wohl in dieser Maschine passieren, wenn die Passagiere feststellen würden, dass dies ungewöhnlich sei. Was, wenn sie merken würden, dass das Flugzeug nicht nach Norden, sondern nach Süden flog? Was würden sie tun, wenn sie alle befürchten mussten, dass ihr Flug in diesem unendlichen Meer enden würde? Wie würde das Bordpersonal reagieren? Wie groß wären die Verzweiflung und Panik in diesem beengten Raum? Würden die Kinder anfangen zu weinen? Würden mutige Männer versuchen gewaltsam ins Cockpit einzudringen? Ja, und wären sie dann nicht alle sehr erleichtert, wenn die Maschine überraschender Weise doch noch auf einer kleinen Insel landen würde? Nun, seine letzten Informationen zur verschwundenen MH 370 waren leider nicht dazu angetan, diese Erleichterung zu teilen.

Eine neue, zusätzliche und mittlerweile auch sehr wichtige Quelle für seine Recherchen hatte er erst vor Kurzem über ein Video bei You Tube entdeckt. Diese Quelle arbeitete nicht im Geheimen wie sein Kollege, den er in New York zu treffen hoffte, sondern sie war öffentlich zugänglich. Das Video war von einem Mann namens Alexander Gottwald und der Name seiner Internetseite „Sternenstaubastrologie.info“ machte schon deutlich, der Typ suchte Antworten in den Sternen. Klar, erst hatte er auch gedacht, dass es sich dabei um albernen Hokuspokus handeln musste, dennoch hatte er sich das Video und danach auch die dazugehörige Internetseite genauer angeschaut. Und was dieser Alexander alles aus den astrologischen Sternenkonstellationen herauslas, dass war wirklich sehr erstaunlich. Li hatte bisher immer gedacht, ein Horoskop könne, wenn überhaupt, nur etwas über den Charakter und das Schicksal eines Menschen aussagen, doch offensichtlich konnte so ein versierter und erfahrener Astrologe wie dieser Gottwald sehr viel mehr. Dessen Analyse zum Flug der MH 370 kam seiner eigenen Recherche jedenfalls sehr nah und auch seine Charakteranalyse von Putin und Obama war ausgesprochen bemerkenswert. Leider musste man, wenn man vollständige Informationen haben wollte, Mitglied werden und das hieß, man musste Name, Adresse, Telefon und so weiter angeben und zudem auch noch 67 Euro im Jahr bezahlen. Das Geld war natürlich nicht das Problem, aber seine Daten gab er grundsätzlich nicht preis, da es für die Schnüffelnasen der NSA kein großes Problem war diese einzusehen. Er hatte stattdessen einen Bekannten gebeten, sich dort für ihn anzumelden und seitdem hatte er Zugang zu wirklich sehr interessanten Informationen, denn sie gaben ihm die Möglichkeit seine eigenen Recherchen mit denen der Sternendeutung dieses Alexander Gottwald zu vergleichen und seine ursprünglich abwehrende Haltung gegenüber der Astrologie hatte sich dadurch doch sehr gewandelt.

Er sah jetzt auch die Kartenlegerei von Monalisa mit anderen Augen. Auch sie versuchte ja mit Hilfe ihres Götterboten hinter die Kulissen der Macht zu schauen. Und wenn man ihr Lehrbuch aufmerksam gelesen hatte, dann erinnerte man sich in diesen Tagen sicherlich auch an den zunächst etwas unerklärlichen Pik Bube neben Putin. Bei der Legung ging es um die Syrien-Geschichte und Monalisa hatte wie dieser Gottwald den Verdacht geäußert, dass Putin in Wahrheit ein „Lunpejung“ sei, wie es bei ihr so schön heißt. Natürlich nicht in dem Sinne, wie es in der westlichen Presse dargestellt wurde. Seinem Freund Ben und ihn beschäftigte diese Frage auch sehr und sie vermuteten ebenfalls, dass Putin eine wichtige Rolle in dem satanischen Spiel „Wie erschaffen wir die Eine-Welt-Regierung?“ spielte.

Die Entdeckung des sehr beeindruckenden Astrologen und Reikimeisters Alexander Gottwald war für Li wirklich ein großer Glücksfall, denn seit er dessen Internetseite entdeckt hatte verfügte er nicht nur über eine neue, sehr wichtige Quelle für die Beurteilung von politisch relevanten Geschehnissen, nein, diese Quelle bot eben auch Ausblicke in die Zukunft. Zu wissen, wie die Sterne für ganz bestimmte gesellschaftliche Vorgänge und politische Entwicklungen standen, das war natürlich ein sehr großer Vorteil für seine eigentliche Arbeit.
Ihm und seinen Leuten ging es schließlich nicht nur darum, die Hintergründe zu verstehen, sie wollten durch ihr Handeln auch gezielt in die Geschehnisse eingreifen. Das große, übergeordnete Ziel ihrer Arbeit war es, die satanische Eine-Welt-Regierung zu verhindern und stattdessen dem weißen Drachen den Weg zu bahnen. Die White Dragon Society sah sich in der Pflicht für das Wohl der ganzen Menschheit zu kämpfen. Sie waren der Joker, also der große Unbekannte in dem großen, Jahrtausende alten Spiel um die Macht auf der Erde. Er war seit nun mehr 10 Jahren dabei und er konnte sich nichts Wichtigeres in seinem Leben vorstellen und so zählte er sich zu den glücklichen Menschen, die ihre Aufgabe im Leben schon früh gefunden hatten.
Leider sah es in seinem privaten Lebensbereich ziemlich einsam aus, denn bisher hatte er keine Partnerin gefunden, die sein unstetes Leben mitmachte. Er musste oft sehr spontan Entscheiden was er tat, auch dieser Flug nach New York war vorgestern noch nicht vorgesehen gewesen. So etwas machte keine Frau länger mit, denn Frauen erwarteten von einer Beziehung Verlässlichkeit und auch eine gewisse Planbarkeit. Überraschende Reisen des Partners, und das hieß ja auch, des möglichen Vaters der zukünftigen, gemeinsamen Kinder, mit ungewisser Heimkehr waren bisher jedenfalls nicht gerade ein Vorteil bei seiner Partnersuche gewesen. Er musste sich entscheiden, entweder er konzentrierte sich auf sein persönliches Glück oder auf das aller Menschen und da war seine Entscheidung gefallen.

Sie flogen jetzt schon länger über Land, bald würden sie Landen und dann würde er erst mal ein Hotel suchen müssen. Er buchte natürlich nie im Voraus, schließlich wollte er es seinen möglichen Verfolgern nicht allzu leicht machen. Das Licht wurde heller und eine Anzeige forderte die Passagiere dazu auf, sich an zu schnallen. In den Sitzreihen wurde es unruhig und auch der alte Mann hinter ihm packte endlich seine Zeitungen zusammen. Die Frau neben ihm lächelte ihn freundlich an, sagte aber nichts. Den ganzen Flug über hatten sie praktisch kein Wort miteinander gewechselt und er merkte erst jetzt, dass sie eine sehr hübsche Frau war. Aber sie hatte ein Kind und war sicherlich in guten und festen Händen. Wahrscheinlich wartete ihr geliebter Mann am Flughafen schon ungeduldig auf sie, oder sie besuchte mit ihrem Kind die liebevollen Großeltern. Einen kurzen Moment beneidete er sie, doch dann dachte er an seine Aufgabe und war froh, dass er frei und ungebunden war. Frei für ein Abenteuer in New York.

Charlie

http://youtu.be/XPb9Tr9lxH8 „Horoskop Edward Ed Snowden – Alexander Gottwald Neptun Täuschung NSA“ ist kein Video, welches Charlie groß überraschen würde, denn er kam gerade von Snowden und mit dem hatte er sich einen ganzen Tag lang sehr ausführlich unterhalten. Charlie war mit seiner Maschine erst am letzten Freitag von Moskau nach New York zurück gekehrt und nun wartete er auf seinen Freund Li, mit dem er sich im Central Park treffen wollte. Die Zeit bis dahin verbrachte er bei einer Freundin, die er eigentlich immer aufsuchte, wenn er in New York war. Sie war Künstlerin, das heißt, sie malte sehr schön, doch bisher hatte sie damit noch keinen großen Erfolg gehabt.
Bei seinem letzten Besuch hatte er sie daher mit seiner Tante Nelly bekannt gemacht. Seine Tante war eine sehr aufgeschlossene und mittlerweile auch weithin anerkannte Galeristin im Zentrum Manhattens. Ihr hatte Lucia ihre großen, sehr farbenfrohen Bilder zeigen können und wie er nun erfahren hatte, war seine Tante ganz begeistert gewesen und hatte Lucia umgehend unter ihre Fittiche genommen, was nun dazu geführt hatte, dass Lucia zur Zeit im Rahmen einer Gruppenausstellung drei ihrer Werke zeigen konnte. Natürlich war Lucia ziemlich aufgeregt und ihre Hoffnung, endlich Anerkennung zu finden war sehr groß. Ihre Dankbarkeit ihm gegenüber war entsprechend und so hatte er ein ganz angenehmes Wochenende und zwei wunderbare Nächte hinter sich. Er war darum sehr entspannt, als er nun die U-Bahn-Station verließ um in den Central Park zu gehen.

Er sah Li schon von weitem auf einer Bank sitzen und setzte er sich einfach dazu. „Hi, Alter Chinese, wie geht’s?“
„Hallo mein Freund, danke der Nachfrage, mir geht es gut. Und Dir? Siehst blendend aus.“
„Nun ja, Jucia machte mir das Ankommen sehr leicht.“
„Du bist einfach unverbesserlich! Aber bitte, Hauptsache Du kommst zurecht. Was gibt es denn Neues von der Quaselstrippe?“
„Er lässt es sich ganz gut gehen, will ich mal sagen. Er glaubt allerdings immer noch, ein großer Held der Menschheit zu sein. Er will einfach nicht wahrhaben, dass er hereingelegt worden ist und ist davon berzeugt, er hätte mit seiner Aktion allen einen sehr großen Dienst erwiesen.“
„Und? Konntest Du irgendetwas aus ihm herausbekommen, was nicht sowieso schon alle wissen?“
„So wie ich das sehe, war er bei der NSA ein recht kleines Licht. Er weiß praktisch gar nichts.“
„Vielleicht spielt er nur den Dummen?“
„Ich habe ihm wirklich auf den Zahn gefühlt, doch den können wir als Quelle vergessen. Tut mir Leid, aber ich fürchte, die Kosten hätten wir uns sparen können. Stell Dir vor, er war tatsächlich so blöd, alle Unterlagen abzugeben. Jetzt kann er nichts beweisen, nichts selber recherchieren, er hat sich mit seiner Paranoia also selbst direkt ins Aus geschossen. Er meinte, da er keine Daten mehr besitze, sei dies die beste Lebensversicherung für ihn, denn dann würde ihn niemand deswegen umbringen wollen.“
„Was für eine Flasche!“
„Da sagst Du was!“

Charlie schaute sich während des Gespräches die ganze Zeit unauffällig um, doch bisher hatte er noch nichts entdeckt, was seine Aufmerksamkeit erregt hätte. Auch Li war diese Umsicht zur Gewohnheit geworden und so bemerkte er einen älteren Mann in Begleitung eines kleinen Jungen, sie strebten auf einen nahe gelegenen Spielplatz zu. War das nicht der Mann, der während des Fluges hinter ihm gesessen hatte? Das war dann aber wirklich ein sehr großer Zufall, denn New York war an sich zu groß um sich so ohne Weiteres noch mal zu begegnen. Er beobachtete den Mann und war sich bald sicher, es war der Typ mit den vielen Zeitungen. Ob der Junge wirklich sein Enkel war, oder hatte er diesen Jungen nur zur Tarnung dabei? Der Mann ging mit dem Jungen auf den Platz und setzte sich dort auf eine Bank. Der Junge bestieg ein Klettergerüst und spielte bald schon mit einigen anderen Kindern. Der Mann schaute ihnen zunächst zu, doch dann holte sich dann eine zusammengerollte Zeitung aus seinem Mantel. Vielleicht bin ich auch schon völlig paranoid, dachte Li. Dennoch sagte er zu seinem Freund: „Ich würde mich gerne etwas bewegen.“
„O.K., lass uns in Richtung eines Cafes gehen, ich habe noch nicht gefrühstückt.“
„Ich hatte auch nur einen trockenen Toast, mein Hotel ist diesmal leider eine ziemliche Absteige.“
„Wenn Du willst, dann komm mit zu Lucia, sie hat ein Zimmer frei,“ sagte Charlie mit einem Augenzwinkern.
„Ne, lass mal, ich suche mir nachher ein anderes Hotel.“
„Wie lange willst Du denn bleiben?“
„Ich weiß es noch nicht, kommt darauf an, was Du mir noch alles so zu erzählen hast.“
„Nun, es gibt da noch einiges und auch etwas Curioses, aber das wirst Du mir vielleicht nicht glauben.“
„Mich verwundert wirklich kaum noch etwas.“
„Nun, dann beantworte mir folgende Frage: „Glaubst Du, der alte Papst Benedikt könnte unter die Kiffer gegangen sein?“
„Nun, die tiefen Ringe unter seinen Augen sind schon etwas auffällig, aber ich kann ihn mir nur schlecht mit einem Joint in der Hand vorstellen.“
„Ich hielt es auch erst für einen Scherz, aber es stimmt wohl.“
„Nein, echt? Und wer weiß jetzt schon alles davon?“
„Nun, noch ist der Kreis der Wissenden sehr klein.“

Li und Charlie hatten ein Cafe gefunden und waren in ihr Gespräch vertieft. Li erzählte seinem Freund von seiner neuen Sichtweise auf die Astrologie durch die Entdeckung der Internetseite Alexander Gottwalds. Er erklärte, dass er bis dahin keinen rechten Sinn für diese Art Informationsbeschaffung gehabt hätte, doch seien die Erläuterungen dieses Mannes dermaßen interessant und auch nachvollziehbar, dass er seine Meinung zu dieser esoterischen Praxis revidieren müsse.
Daraufhin empfahl ihm Charlie ein Video, welches er kürzlich im Internet gesehen hätte, es würde die Zusammenhänge und Hintergründe auch der okkulten Astrologie sehr gut aufdröseln. Charlie erklärte, dass die negative Reaktion des Mainstreams auf die Esoterik, auf das Bemühen zurückzuführen sei, diese wichtige und entscheidende Quelle der Erkenntnis vor dem gemeinen Volk zu verbergen. Er wisse aus allerbester Quelle, dass gerade die Astrologie im Kreise der Hintergrundmächte eine sehr entscheidende Rolle spielen würde. Ja, und wenn man sich das Video http://youtu.be/ZxV42hG1L54 „Okkulte Astrologie – Wie oben so unten“aufmerksam anschauen würde, dann würde man schnell begreifen, dass es sich bei der Astrologie um eine Jahrtausende alte Geheimwissenschaft handeln würde, derer sich nicht nur die Freimaurer in ihren geheimen Logen bedienten. Das Wissen, wann die Sterne für Kriege besonders günstig stehen, sei immer schon sehr wichtig gewesen.
„Li, ich sage Dir doch nichts Neues, wenn ich behaupte, dass diese Leute noch nie etwas dem Zufall überlassen haben. Die Satanisten wissen, dass der Zufall das Werkzeug Gottes ist, diesen auszuschalten ist für sie der einzige Weg zum Erfolg.“
„So gesehen könnte Monalisa Recht haben, und ihre Karten übersetzen tatsächlich eine von Gott, bzw. von einem Götterboten, übermittelte Information. Denn bei ihrer Kartenlegerei spielt der Zufall eine sehr große Rolle. Sie hat ein Lehrbuch dazu geschrieben, ich lese es gerade und muss sagen, ich finde es sehr bemerkenswert, was sie alles aus diesen paar Karten herauslesen kann,“ sagte Li
„Seit wann betreibt sie denn Wahrsagerei?“
„Sie schreibt, sie hätte 2000 die Bedeutung der Karten von ihrer Großmutter erklärt bekommen. Seit dem übt sie sich darin, mal mehr mal weniger intensiv. Doch seit dem letztem Jahr benutzt sie die Karten regelmäßig um ihren Götterboten zu aktuellen, politischen Ereignissen zu befragen und sie hält ihre Ergebnisse schriftlich fest, um ihre Trefferquote ermitteln zu können. Aber sie meint, ihre Karten seien ein „Kosmisches Handy“, dass jeder Mensch benutzen könne.“
„Das Lehrbuch hätte ich auch gerne, kann man es kaufen?“
„Nein. Ich habe es mir von ihrem Rechner heruntergeladen. Und ich war nicht der Einzige. Ihr Rechner ist wieder mal zu einer viel besuchten Quelle der üblichen Verdächtigen geworden.“
„Nun, dann passe aber diesmal auf Dein Mäuschen auf,“ sagte Charlie und lachte.
„Keine Sorge, mein Mäuschen ist jetzt wirklich unsichtbar.“

Li schaute sich kurz in dem fast leeren Bistro um und griff dann in seinen keinen Rucksack, den er neben sich auf einen Stuhl abgelegt hatte. Er holte ein Päckchen hervor. „Hier, Charlie, ich habe ein kleines aber sicher sehr nützliches Geschenk für Dich.“
„Oh, lass mich raten … ist es das was ich meine?“
„Ja, es ist alles installiert, brauchst das Ding nur aufsetzen und das dazugehörige kleine Gerät einschalten.“
Charlie öffnete das Päckchen und holte eine schwarze Sonnenbrille hervor. „Ah, die ist aber cool, toll …“ Er setzte sie auf und nahm das kleine, ebenfalls schwarze Gerät in die Hand und schaltete es ein. „Oh, das ist ja total abgefahren, …“
„Es ist das aktuellste Modell, ich finde sie optisch sehr gelungen, denn im Gegensatz zu den Google-Brillen erkennst Du nicht, was die Brille kann. Sie ist auch mit der NSA-Datenbank verbunden, Du müsstest als so gut wie jeden damit identifizieren können.“
„Du bist wirklich genial.“
„Sie ist nicht von mir.“
„Wer hat sie denn gemacht?“
„Ein alter Kumpel hat sich auf diese Dinge spezialisiert. Der chinesische Geheimdienst ist auch schon ganz scharf darauf, seine Auftragsbücher sind rappel voll, er konnte mir daher erst mal nur drei Stück aushändigen. Ich habe mich in den letzten Wochen dafür intensiv mit der Optimierung der Software beschäftigt und so wurde es ein Geschäft auf Gegenseitigkeit, insofern haben sich die Kosten dafür in Grenzen gehalten. Aber gehe bitte trotzdem sorgsam mit der Brille um.“
„Die muss ich gleich mal ausprobieren …“ sagte Charlie und er ging an die Theke um noch zwei Milchkaffee zu bestellen. Anschließend ging er auf die Toilette. Als er wieder kam stand der Kaffee schon auf dem Tisch und ihr Frühstück war abgeräumt.
„Sie ist ein Mädel aus Ohio, Mary Sutter, 23 Jahre und sie studiert Mathematik auf Lehramt … auf ihrer Facebook-Seite hat sie jede Menge Fotos von ihren Freunde. Bei der NSA ist sie allerdings ein so gut wie unbeschriebenes Blatt.“
„Nun, dass sie aus Ohio kommt und hier studiert, das habe ich auch so herausgefunden,“ sagte Li. Er hatte das Ding zwar beschafft und die Software überarbeitet, doch bis jetzt hatte er sich noch nicht dazu entschließen können, sich selbst auch so eine Brille aufzusetzen. Vorhin im Central Park hatte er sich allerdings gewünscht, er hätte sie auf der Nase sitzen gehabt, denn dann hätte ein Blick ausgereicht und er hätte gewusst, ob der Typ mit der Zeitung wirklich der Opa des Jungen war.
„Für wen sind denn die beiden anderen Brillen gedacht?“
„Mal sehen, vielleicht behalte ich eine für mich und die andere wird sicher Ben haben wollen. In 6 Wochen bekomme ich noch mal Drei. Letztendlich denke ich, werden wir über kurz oder lang alle damit herum laufen.“
„Hm, damit sind wir dann aber auch für alle anderen gut zu erkennen,“ gab Charlie zu bedenken.
„Darum wird ihr Design ja auch unterschiedlich sein.“
„Nun, ich finde, mir steht diese Brille sehr gut,“ sagte Charlie, der auf der Toilette natürlich einen kritischen Blick in den Spiegel geworfen hatte. Er sah damit aus wie ein blonder Blues Brothers. Aber er war überzeugt, diese Brille würde ihm in den nächsten Wochen sicherlich sehr nützlich sein.
„Danke Li.“
„Teste sie gründlich und gib mir dann eine Rückmeldung, nichts ist so gut, dass es nicht noch weiter verbessert werden kann.“
Charlie sah auf die Uhr. „Hm, ich müsste langsam los, ich will Lucia in der Galerie abholen, kommst Du mit? Die Ausstellung ist wirklich ganz interessant.“
Li überlegte kurz und sagte dann: „Also gut, ein Stündchen habe ich noch.“
Sie tranken ihren Kaffee aus und machten sich auf den Weg. Als sie aus dem Bistro in die Sonne traten und den Weg zur U-Bahn einschlugen, sah Li wieder den Mann mit dem kleinen Jungen. Das konnte doch nicht wahr sein, dachte er. Leider sah er sie nur von hinten, sonst hätte er seinen Freund gebeten mit seiner Brille ein Foto von ihnen zu machen. Aber diese nunmehr dritte Begegnung sorgte dafür, dass er sich endgültig dazu entschied, in Zukunft auch eine dieser smarten Sonnenbrillen zu tragen.

Alexander macht sich Sorgen

Mittwoch, 16. April 2014: Alexander las die Zeitung, während er auf seinem Balkon in der Sonne saß. Seine Frau hatte das Frühstück gerade abgeräumt und wollte sich nun mit dem Packen ihrer beiden Koffer beschäftigen. Ihr Flugzeug nach Rom würde um 18.15 Uhr abheben, genug Zeit also um sich noch etwas zu entspannen, dachte er. Doch die Zeitung regte ihn auf, da auch hier das Hauptthema die Eskalation in der Ukraine war. So langsam machte er sich wirklich Sorgen, dass diese hinterhältige NATO-Operation in einen großen Krieg ausarten könnte. John Brennan, der CIA-Chef, war in der letzten Woche zu Geheimgesprächen in Kiew gewesen und hatte dort den sogenannten „Anti-Terror-Kampf“ gegen die pro-russischen Demonstranten eingeleitet. Awakow, der illegitime Innenminister, konnte es offensichtlich aber auch kaum erwarten, die Demonstranten in Slawjansk, Donezk und all den anderen rebellierenden, ostukrainischen Städten nieder zu schießen. Damit brachten diese Verbrecher Putin in eine ziemliche Zwangslage, denn sollte es dort so richtig blutig werden, dann blieb Russland gar nichts anderes übrig als in die Ukraine ein zu marschieren. Und damit hätten die Kriegstreiber genau das erreicht, was sie schon so lange geplant hatten. Mittlerweile war ihm vollkommen klar, hier lief ein ganz mieses Spiel der geheimen Weltregierung ab und die Ukrainer würden die ersten aber nicht die einzigen Opfer sein.
Seine Reise nach Rom war daher nicht leicht zu erklären gewesen, denn natürlich müsste er gerade jetzt in Moskau bleiben. Jetzt, wo es jederzeit zu einem Krieg kommen konnte. Das hatte man ihm auch durchaus deutlich zu verstehen gegeben und er hatte Mühe gehabt, eine vernünftige Begründung für seine Rom-Reise zu finden, ohne den eigentlichen Grund zu nennen. Ja, er hatte am Ende soweit gehen müssen, dass er behauptet hatte, er hätte einen sehr wichtigen und absolut geheimen Termin mit dem Papst.

Alexander schaltete das Radio ein um die Nachrichten zu hören. Dort war die aktuelle Entwicklung in der Ukraine natürlich auch das wichtigste Thema. Seine Frau kam ins Wohnzimmer und hörte ebenfalls zu. „ … Teile, der von Kiew in den Osten geschickten Spezialkräfte, sind offensichtlich auf die Seite der pro-russischen Demonstranten übergelaufen. Sie fahren mit ukrainischen Panzern durch Slawjansk und schwenken die russische Fahne …“
„Na, was sagt man dazu,“ sagte Alexanders Frau Swenja.
„Nun, offensichtlich ist es doch nicht so einfach die Ukrainer dazu zu bringen auf ihre eigenen Landsleute zu schießen. Ich bin ja mal gespannt, wie diese verlogene West-Propaganda das erklären wird. Ich schätze, man wird behaupten, es seien in Wahrheit russische Agenten und Soldaten, die von uns eingeschleust worden sind,“meinte Alexander.
„Oh je, ich frage mich, wo soll das Ganze nur enden,“ fragte Swenja und ging ins Badezimmer um ihre Kosmetik einzupacken. Alexander hörte sie dort schimpfen: „Ich hasse diese ganzen Verbrecher, sie werden uns alle noch in einen Krieg verwickeln, den wirklich niemand will!“
Alexander fielen keine Worte der Beschwichtigung ein, denn auch ihm wurde immer mulmiger zu Mute. Er fragte sich nicht zum ersten Mal, wieso er diese immer größer werdende Gefahr nicht rechtzeitig bemerkt hatte. Man hätte schon vor Jahren sehr viel aufmerksam werden müssen, denn, dass diese Entwicklung das Ergebnis einer jahrelangen Vorbereitung war, das war zwar heute klar, doch in seinem Haus hatte man diese Entwicklung offensichtlich nicht mit dem nötigen Ernst zur Kenntnis genommen. Und jetzt befanden sie sich in einer echten Zwickmühle, dabei hätte man dies alles eigentlich vorhersehen können und müssen, denn das Vorgehen der CIA war letztendlich immer das Gleiche. Ob Putin auch so überrumpelt war wie er? Ja, Alexander war wirklich überrascht über die Dreistigkeit des Westens. Er musste zugeben, er hatte sich nicht vorstellen können, dass die Europäer dies mitmachen würden. Es ging schließlich auch um ihren Frieden, ihre Geschäfte, ihre Zukunft. Doch wie die Lämmer ließen sie sich sehenden Auges auf die Schlachtbank treiben. Er war ganz ehrlich, für so blöd hatte er die Politiker der EU nicht gehalten. Aber offensichtlich steckten sie derart fest im Würgegriff der Amerikaner, dass sie nicht anders konnten. Jedenfalls nicht, wenn sie ihre Posten behalten wollten. Nur, wenn es wirklich zum Äußersten kommen sollte, dachte Alexander, dann wird von Europa nicht viel übrig bleiben, was dann noch von ihnen regiert werden kann.

Jutta Dittfuhrt

Dimitri saß zurück gelehnt in seinem Stuhl und lauschte aufmerksam. Er hatte das Mikrofon in Monalisas Laptop eingeschaltet und er verfolgte das Gespräch, welches gerade zwischen Monalisa und ihrem Freund Osram stattfand. Es ging um ein kleines Interview, welches Beide kurz zuvor im Fernseher gesehen hatten. Die Sendung hieß Kulturzeit, Dimitri kannte dieses 3SAT-Magazin. Es wurde im ganzen deutschsprachigem Raum täglich von Millionen Menschen gerne gesehen. Doch diesmal regte sich Monalisa total auf, denn ihr hatte gar nicht gefallen, was Jutta Dittfuhrt in diesem Interview über die neuen Montangsdemos behauptet hatte. Und es war ja auch wirklich totale Scheiße, dem konnte er nur zustimmen. Monalisa empörte sich lautstark über den unverschämten Versuch dieser Ditfurth diese unabhängige Friedensbewegung in die rechte Ecke zu stellen. Diese Jutta behauptete, die im Internet immer stärker wahrgenommenen kritischen Journalisten wie KenFM, Elsässer und Co. seien alle samt rechtslastige Antisemitisten und Schwulenhasser, die völlig unberechtigter Weise für das Übel in der Welt die amerikanische FED und den Rothschildclan verantwortlich machen würden. Und, dass diese Leute es zwar nicht direkt aussprechen würden, aber in Wahrheit sei es nur wiedereinmal der völlig unzulässige Versuch Juden für das Böse auf der Welt verantwortlich zu machen, denn jeder in diesen Kreise wüsste natürlich, dass die Verantwortlichen in der FED und auch die Rothschilds Juden waren. Ja, so behauptete sie, wer zu diesen Demonstration ginge, der ginge in Wahrheit nur den Neuen Rechten und ihrer jüdischen Weltverschwörungstheorie auf den Leim.

Monalisa regte diese offensichtliche Diffamierung und Diskreditierung der Menschen mit wirklich berechtigter Kritik an der FED, ob die dahinter stehenden Banker nun Juden waren oder nicht, so sehr auf, dass sie sich in Rage redete, und Osram bald schon ziemlich genervt war. Dimitri wusste, dieser Mann wollte von den Machenschaften der FED und der Rothschilds möglichst nichts hören. Monalisa versuchte es dennoch immer wieder ihm deren ungeheuerlichen, menschenverachtenden Einfluss auf alles, was auf der Welt geschah, klar zu machen, doch Osram war auf diesem Ohr taub. Er wollte an eine solche satanische Übermacht nicht glauben, denn er hielt sich selbst für den einzig wahren Satan im Universum. Dimitri fragte sich nicht zum ersten Mal, warum Monalisa sich nicht endlich einen anderen Partner suchte, denn dieser Osram war wahrlich kein „Göttergeschenk“, auch wenn sie ihn immer noch dafür halten mochte.

Nicht zum ersten Mal wünschte er sich an Osrams stelle. Er wäre Monalisa ein erheblich besserer Partner als dieser merkwürdige Typ, davon war er überzeugt. Er würde ihr bei ihrem Kampf um eine Bessere Weltordnung wirklich gerne mit vollem Einsatz und großer Leidenschaft zur Verfügung stehen. Ja und er würde ihr auch körperlich das geben können, was sie sich wünschte. Dieser Osram war nicht nur ein schlechter Liebhaber, er war gar kein Liebhaber. Ja, es war kaum zu fassen, aber er verweigerte sich sexuell sogar vollkommen. Mehr als ein Küsschen war für sie von ihm nicht zu bekommen, dass wusste Dimitri genau, denn er kannte Monalisas Tagebücher sehr gut.
Er hatte sie alle gelesen und er hatte sie bis ins Komma studiert. Ja, er war sich sicher, er kannte Monalisa mittlerweile besser als sie sich selbst. Er wusste allerdings auch Dinge über sie, die sie nur erahnen konnte. Denn, er hatte diesen unsterblichen Joseph nicht wie sie nur ein paar Minuten gesprochen, er hatte sich mit diesem außergewöhnlichen Mann viele Stunden unterhalten. Und Joseph hatte ihm so viel über Monalisas Herkunft und Lebensaufgabe erzählt, dass Dimitri am Ende begriffen hatte, dass Monalisa gar nicht mehr so viel tun musste um ihr großes Ziel zu erreichen. Sie konnte gar nicht mehr scheitern. Ja, er war überzeugt, diese Frau würde allein dadurch, dass sie die Fenster putzte, die ganze Welt sehend machen.
Ach, wäre er doch nur ihr Auserwählter, es wäre ihm ein unendliches Vergnügen ihr bei der Weltverbesserung und auch beim Abnehmen zu helfen. Denn, er war überzeugt, wirklich guter Sex machte jede Frau schlank und wunderschön.

Putins Brief

Ivan las den Brief zweimal und er konnte Sascha nur zustimmen, der Brief war völlig in Ordnung und wenn die Politiker in Europa nicht allesamt unter der Fuchtel der USA stehen würden, dann müsste das ganze Problem mit der Ukraine normalerweise schnell vom Tisch sein. Putins Argumente waren absolut nachvollziehbar und auch seine Vorschläge waren vernünftig, ja, sie waren eigentlich alternativlos. Doch wenn er auf die Reaktionen in der westlichen Presse schaute, dann konnte man nur verzweifeln. Statt inhaltlich über Putins Vorschläge zu diskutieren, wurde der Inhalt erst gar nicht zur Kenntnis genommen. Er fragte sich nicht zum ersten Mal: Was sollte Russland denn nur noch alles tun um die Diskussion auf den Boden der Tatsachen zurück zu bringen?
Die in den Medien hingegen viel diskutierte Angst des Westens vor dem angeblich so aggressiven Kriegstreiber Russland war schlicht und ergreifend Blödsinn. Es war blanke Kriegspropaganda. Wenn man die Sachlage ehrlich bewertete, dann war es doch eindeutig die NATO und die CIA, die man für die Krise verantwortlich machen musste. Morgen würde in Genf zwar noch mal ein großes, diplomatisches Schauspiel stattfinden, aber im Kremel machte sich kaum einer noch große Hoffnungen. Die NATO und die hinter ihr die Fäden ziehende geheime Weltregierung, die wollten tatsächlich den 3. Weltkrieg vom Zaun brechen. Und damit es nicht auffiel, dass sie die Kriegstreiber waren, wurde Russland eine lang vorbereitete, hinterhältige Falle gestellt.
Dies war auch für Sascha keine Frage mehr, seit er am Morgen einige abgefangene Mails zwischen dem NATO-Generalsekretär Rasmussen und dem britischen Premier zu lesen bekommen hatte. Rasmussens Auftrag war so eindeutig, dass es keine Frage mehr war, ob es Krieg geben würde, die Frage war nur noch wann.
Ivan fragte seinen Freund: „In was für eine Scheiße sind wir da nur hineingeraten? Und vor allen Dingen wie kommen wir aus dieser Zwangslage wieder heraus? Soll Putin im Interesse des Friedens seine Truppen an der ukrainischen Grenze demonstrativ abziehen? Soll er den Ukrainern sagen, dass er ihnen in ihrer brenzligen Lage nicht beistehen wird? Soll er sich wirklich mit diesen dreisten Putschisten an einen Tisch setzen? Soll er Timoschenkos verbale Morddrohungen als das dumme Gezeter einer kranken Frau abtun? Soll er ihrer Kriegstreiberei mit einem Lächeln begegnen und sich, sollte sie doch noch die zukünftige Präsidentin der Ukraine werden, mit ihr an einen Tisch setzen und ihr die dringend benötigte Milliarden-Kredite für ihr bankrottes Land offerieren? Das kann man ihm doch nicht im Ernst empfehlen!“
„Ich hoffe sehr, Putin findet eine Lösung, so wie er auch in der Syrien-Geschichte in letzter Minute einen Ausweg gefunden hat,“ sagte Sascha. „Er hat uns schon oft überrascht und ich glaube, auch dieser Versuch den 3. Weltkrieg zu entzünden wird scheitern, irgendwie. Ich will und kann mir einfach nicht vorstellen, dass die Bevölkerung in Europa sich in diese Katastrophe treiben lässt. Hast Du von den in immer mehr Städten entstehenden Montags-Demonstrationen gehört? Mittlerweile ist es für die Presse nicht mehr möglich diese zu ignorieren. Jetzt beginnt man daher damit die Bewegung als Ganzes zu diffamieren, was zeigt, die Demonstrationen beginnen erfolgreich zu sein. Der Versuch die Veranstalter in die rechte Ecke zu stellen wird jedoch sicher scheitern, denn die Leute haben ihren eigenen Kopf und können sich die auf den Demonstrationen gehaltenen Reden im Internet anhören. Und wer weiß, vielleicht entscheiden sich bald schon immer mehr, ebenfalls dort zu demonstrieren. Ich denke, wenn es in allen größeren Städten mehrere Zehntausend sind, die auf die Straße gehen, dann kommen die Politiker daran nicht mehr vorbei, Rasmussen hin oder her.“

„Deine Hoffnungen in allen Ehren, aber ich denke, es ist naiv zu glauben, dass sich die NATO davon beeindrucken lässt,“ sagte Ivan und nahm sein „Kosmischen Handy“ in die Hand. Er mischte die Karten gründlich und legte drei Karten aus: „Hm, Karo 9 – Herz 7 mit fünf Herzen oben – und das Pik Ass, leider umgedreht. Das bedeutet, die Liebe wird enttäuscht werden.“
„Welche Liebe?“
„Das frage ich mich auch. Ich lege mal zwei Karten auf die 7.“
Nun lagen unter der Herz 7 die Pik Dame und die Kreuz 10. Doch damit konnte Ivan erst mal nicht viel anfangen und so legte er auch unter das Pik Ass und die Neun zwei Karten. Unter der Neun lagen jetzt die zwei Zeitkarten Kreuz 7 und Pik 7. Ivan erklärte Sascha: „Die Karo 9 wie auch die beiden Siebenen sind Zeitkarten und bedeuten: „In naher Zukunft, es wird gewahr, es wird geschehen.“ Ja, und die Dame, ich weiß nicht, Pik ist immer eine sehr problematische Karte und die Kreuz 10 steht für eine Veränderung über den großen Weg, was auch auf eine weite Reise hinweisen kann. Ich denke dabei ja gleich an die Timoschenko. Sie ahnt wahrscheinlich, dass sie sich viel Sympathie verspielt hat mit ihren Mordgelüsten. Vielleicht will sie ja in die USA reisen und mit ihrem Herzensmann Obama reden. Denn hier schau, unter dem Pik Ass, das auf eine Enttäuschung hinweist, liegt der Herz König und die Kreuz Dame. Ich denke, in Amerika wird sie zu hören bekommen, dass sie die Präsidentschaft vergessen kann. Du musst wissen, die Kreuz Dame steht für eine Herrscherin. Ich denke, wir brauchen nicht zu befürchten, dass diese Frau weiter die Unterstützung Amerikas bekommen wird. Putin wird also mit ihr nicht mehr rechnen müssen. Und hier schau, wenn ich jetzt auf den Herzkönig noch mal drei Karten lege, dann steht da: „Glücksbub – Sehnsucht – Kreuz König, also Präsident“ Der Obama wünscht sich also mittlerweile auch einen anderen Kandidaten.“
„Warum glaubst Du, dass der Herzensmann Obama ist,“ fragte Sascha.
„Nun, es könnte natürlich auch unser Herzensmann sein, also Putin, doch ich denke, auch er wünscht sich jemand anderes im Präsidentenamt. Ich meine, es ist Obama, weil die Kreuz 10 oft eine weite Reise darstellt und es ist doch vorstellbar, das die Timoschenko heimlich nach Washington fliegt um sich dort um Wahlhilfe zu bemühen, denn ohne das o.k. Amerikas wird in der Ukraine sicher niemand mehr Präsident.“
„Ja und wer ist dann der Karo Bube?“
„Ich weiß es nicht, Klitschko ist es aber sicher nicht, den wollten die Amis noch nie, der ist ein Merkel-Mann.“
„Vielleicht ändert sich Obamas Wunsch ja gerade und er erkennt, das Klitschko die bessere Marionette ist.“
„Der hat in der Ukraine meiner Meinung nach keine Chance,“ sagte Ivan.
„Lege doch noch mal auf die Kreuz 10 ein paar Karten,“ schlug Sascha vor.
Ivan legte aus und übersetzte: „Karo 7, das fremde Zimmer – Kreuz 9, die existenzielle Veränderung und der Pik Bube. Du erinnerst Dich sicher, das ist der Lumpejung.“
„Das Bäumchen der Kreuz 9 zeigt nach Unten, das hat doch sicher auch eine Bedeutung,“ meinte Sascha.
„Nun, diese Karten könnten bedeuten, dass die Reise ins fremde Zimmer eine Lumperei darstellt,“ überlegte Ivan.
„Vielleicht wird sie dort ja herein gelegt,“ vermutete sein Freund.
„Hm, es ist wirklich alles gar nicht so einfach, aber ich mache auf jeden Fall mal ein Foto von diesem Kartenbild, vielleicht werden wir ja in ein paar Tagen schlauer daraus,“ sagte Ivan und er holte sein Handy aus seiner Hosentasche, jedoch nicht ohne zuvor noch drei Karten auf die Kreuz Dame zu legen. „Siehst Du, die Frau macht sich in der Abendstunde sorgenvolle Gedanken um ihr Glück.“
Sascha war beeindruckt und sagte zu seinem Freund: „Du hast ja diese Kartenlegerei wirklich schnell gelernt. Ich glaube, ich sollte mir auch mal so ein Skatspiel kaufen. Kannst Du mir nicht eine Kopie von dem Lehrbuch machen?“
„Kein Problem, ich habe es auf meinem Stick, wir können die Dateien auf Deinen Rechner überspielen.“
„Gut, dann lass uns noch schnell in mein Büro gehen. Aber dann sollten wir ein Bier trinken gehen, oder was meinst Du?“
„Gute Idee. Und da erzählst Du mir dann von Deiner neuen Nachbarin. Ich packe nur schnell meine Sachen. Gehen wir ins „Paradies“, oder wo willst Du hin?“
„Das „Paradies“ ist immer eine gute Adresse,“ stimmte Sascha zu. „Also, Schluss mit der hohen Politik, jetzt ist Feierabend.“

 Fortsetzung folgt in

Teil 3

 

 

 

 

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