Der ACH..T-Y..E*H(NTE MA..Z….2019

Click here! Mädchen Lewis Hamilton

Mit Martin Sonneborn hielt die Satire vor fünf Jahren Einzug im EU-Parlament.

Jetzt kämpft der Spitzenkandidat der „Partei“ um eine zweite Amtszeit, mehr gesunden Menschenverstand in Brüssel und die europäische Atombombe. Ein Gespräch darüber, warum hinter den Plänen der „Sacharbeits-Niete“, alte Säcke auszutauschen und Manfred Weber zu verhindern,

mehr steckt als bloße Provokation und was er während seiner Zeit neben

Monarchisten und Antisemiten in Brüssel gelernt hat…

„Beste Vers..i-on“

Florian Silbereisen

Donald Trump lässt bei Zöllen locker

Bild zu US-Präsident Trump spricht bei Immobilienmakler-Messe

Es ist gerade ein Jahr her, dass US-Präsident Donald Trump die Welt mit Sonderzöllen

auf Stahl und Aluminium schockte. Am Freitag schaffte er erstmals selbst auf/

erlegte Zölle wieder ab. Und er verschaffte den Autobauern

in Europa und Japan Luft…

Der Fall Günther Stoll (YOGTZE Fall)

Mythen Metzger / Published on Apr 12, 2019

Gen-Spuren überführen Mörder

Mit ziemlich wenig Kleidung hat eine Stadträtin

aus Schwäbisch Gmünd für ziemlich viel

Aufsehen gesorgt ..

© ProSiebenSat.1

18 Tüten ?

Die Sicherheitskräfte haben im Westen von Mexiko eine

grausige Entdeckung gemacht: Bei der Durchsuchung

eines Bauernhofs im Bundesstaat Jalisco fanden die

Beamten 18 Plastiktüten und Behälter

mit Leichenteilen…

Der Pipi-Check:

Bild zu Der Pipi-Check: Was der Urin über die Gesundheit verrät

Grün, rot, orange, vielleicht pink oder sogar schwarz –

Urin ist längst nicht immer gelb. Und auch nicht immer

geruchlos. Die Gründe dafür sind meist harmlos, kön/

nen aber je nach Farbe und Geruch auch

sehr ernst sein…

Live Stream: Separating Political

From Prosecutorial in the Destruction of [DS]

„The eternal struggle in the law between constancy and change is largely

a struggle between history and reason, between past reason and present needs.“

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Our Fight For Survival

United We Start Roundtable Discussion May 11, 2019

Zigarettenpreis zu 90 Prozent aus Steuern?

Wegen einem heiklem Video das am Freitag publik wurde, hat der Öster/

reichische Vizekanzler Heinz-Christian Strache seinen Rücktritt ange/

kündigt. Wie jetzt bekannt wurde kannte Jan Böhmermann be/

sagtes Video bereits seit einigen Wochen. Das bestätigte

der Manager des Entertainers…

Discofox à la Pocher

Leon Draisaitl

Leon Draisaitl ist zur Recht der Star der Nationalmannschaft – aber nicht

der einzige Hoffnungsträger im Team von Toni Söderholm. Das deu/

tsche Eishockey hat bei der WM jedenfalls so viel Offensiv/

power wie wohl noch nie auf dem Eis…

Bo..ei..ng:

Tränen nach OP: Saskia Atzerodt kämpft gegen ihr Lipödem! Jackson Boeing 737 MaxAktualisiert am 17. Mai 2019, 15:01 Uhr

Update für Steuerungs-Software für 737

Max abgeschlossen…

„Leisten uns zu viel Sozialklimbim“

Bild zu SteuererklärungKatar eröffnet erstes komplett neues Stadion für WM 2022 Bild zu Ariana GrandeBild zu Ralf RangnickAktualisiert am 15. Mai 2019, 17:13 Uhr

Sängerin Ariana Grande wird verklagt!

Nachdem die 25-Jährige die Bilder eines Paparazzo von

sich ohne Genehmigung auf Instagram veröffentlich/

te, wird sie nun von dem Fotografen verklagt.

Doch was ist an den Vor/

würfen dran?

Zeigt "Let's Dance"-Nazan hier etwa einen Mini-Babybauch? Iker Casillas, FC Porto, FC Liverpool, Champions League, Viertelfinale, Estadio do Dragao 200 Kilo Sprengstoff bringen Turm zum Einsturz Wal Tuk-Tuk auf der Rennbahn Katzenmama Hannes WolfWaldbrände in KalifornienTunnel

Welche Auswirkungen hat der Bau des Fehmarn/

belttunnel auf die Ostsee und die Umwelt? Die

Meinungen zu dem Bauprojekt gehen

stark auseinander…

Rutsche Hirschkäfer

 © Freshclip

Jeremy CorbynKöthen-Prozess

Nach einem nächtlichen Streit auf einem Spiel/

platz erliegt ein Mann einem Herzinfarkt. Die beiden

Angeklagten müssen nun wegen Körperverletzung

mit Todesfolge ins Gefängnis…

Notre-Dame Känguru Wenn der Damm brichtMüllcontainer

Ein Feuerwehrmann aus Nevada befreit drei

kleine Bären aus einem Müllcontainer.

 © KameraOne

E-Tretroller

Bayern München oder Borussia Dortmund?

Erstmals seit zehn Jahren gibt es im Titelkampf der

Fußball-Bundesliga Spannung bis zum letzten

Spieltag. Die wichtigsten Fragen und

Antworten im Überblick…

„Ich stehe nicht jeden Tag mit der Säge auf“

Niki Lauda, Kappe, Mütze, Cap ParisBild zu Laura Dahlmeier Wahlveranstaltung mit Kramp-Karrenbauer

Mit einem launigen Interview hat CDU-Chefin Annegret

Kramp-Karrenbauer Spekulationen zurückgewiesen, sie

wolle Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)

aus dem Amt drängen…

Massimiliano Allegri Raketenrucksack Grumpy CatAktualisiert am 17. Mai 2019, 13:03 Uhr

MonalisaTV.2 Start 18.5.2019

SuperSpeed auf dem Weg nach Norwegen. Foto: Color Line

Doppelt gemoppelt h’lt besser?

Borussia Mönchengladbach Paris DJ Bobo USA, State Department, Iran, Irak, Iran-Konflikt, Truppen, Soldaten, Naher Osten, Kriegsgefahr CIMG6700 Transgender-GNTM-Model Tatjana kassiert viel Hate im Netz! Lagerhalle"Hase" von Jeff KoonsAktualisiert am 16. Mai 2019, 09:26 Uhr

„Kleinvieh macht auch Mist“?

Game of Thrones

Bevor die Sperrklausel 2024 kommt, kämpfen die Kleinparteien bei der Europawahl noch einmal um jede Stimme. Schon 0,6 Prozent der Wählerstimmen könnte Kleinparteien wie ödp, Tierschutz- oder Familienpartei einen Platz im Europaparlament sichern.

Wir stellen die sieben Kleinparteien vor, die aussichtsreiche Chancen haben.

Wer ist Spitzenkandidat und was sind

die Forderungen?

Für fast 111 Millionen US-Dollar: "Heuhaufen" versteigert Schülerin, Kopftuch Huawei Pietro Lombardi

„Das ist kein TV, das ist das wahre Leben“

Bild zu Chicago

Ein schreckliches Verbrechen hält nicht nur Chicago in Atem:

In der US-Metropole wurde die Leiche einer hochschwangeren

Frau entdeckt. Die Täter haben nach ihrer Ermordung

offenbar das Baby aus dem Leib der

Mutter geschnitten…

TaiwanMilla JovovichBuckelwal, Kanada,

Magischer Moment: Ein Buckelwal springt

in Kanada neben einem Fischerboot

aus dem Wasser. …

© KameraOne

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SEK-Einsatz

und Durchsuchungen

nach „Hochzeits-Blockade“ auf A3

Alex Witsel, BVB Gesund leben, Gesundheit, Wellness, Wohlbefinden, Wellness, Ernährung Schülerin, Kopftuch

Europäische Armee, Kerosinsteuer, Sozialstandards – bei der Diskussion

zwischen Christdemokrat Manfred Weber und Sozialdemokrat Frans

Timmermans wird deutlich: Als EU-Kommissionspräsidenten

würden die beiden sehr unterschiedliche

Schwerpunkte setzen…

Wikipedia

Nutzer aus China haben aktuell keinen Zugriff mehr auf

Wikipedia: Nicht nur die chinesischsprachige Version der

Online-Enzyklopädie ist gesperrt – mittlerweile sind

alle Sprachvarianten blockiert…

GNTM Halbfinale Batterien

PROGRAMM f[r den ACHTYEHNTEN

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Tagebuch einer beruflich-medizinischen Rehabilitation

Das ATZ in Saarbrücken

21.02.2013

Leichtathletik,

Ich bin angekommen!

002

Und was soll ich sagen, ich bin wiedereinmal

davon überzeugt, der liebe Gott muss auf meiner Seite sein.

Alles hat wie am Schnürchen geklappt, und wenn ich wirklich auch auf alle Eingebungen geachtet hätte, dann hätte ich jetzt auch einen Aschenbecher dabei. Aber ich dachte, wahrscheinlich darf ich eh nicht auf dem Zimmer oder Balkon Rauchen. Falsch gedacht. Herr Kund, der für alle Fragen der Zimmerplanung zuständig ist, hat mir erlaubt auf dem Balkon zu rauchen. Ist doch wirklich sehr entgegenkommend, oder? Nun ja, ich hätte halt auf meine innere Stimme hören sollen, aber so ist es jetzt nun mal so, wie es ist. Ich wollte mir eigentlich auch den Kaffee mitgebracht haben, aber auch da habe ich gedacht, erst mal schauen, wie die Dinge hier organisiert sind. Jetzt hat sich meine Zimmernachbarin, sie heißt Claudia, freundlicherweise angeboten mir Kaffee aus dem Ort mitzubringen, sie hat ein Auto und wollte eh gerade dort hinunter fahren.

So steht meinem morgendlichen Kaffee

im Bett also nichts im Wege.

003 Till Lindemann

Den Koffer habe ich schon ausgeräumt

und der Laptop ist auch heil angekommen, so

dass ich jetzt wieder ein Tagebuch schreiben kann.

Sozusagen die Fortsetzung meines Tagebuchs aus der Burgklinik. Diesmal geht es jedoch nicht um eine medizinische Reha, das ATZ ist ein Arbeitstherapiezentrum. Hier soll meine Belastungsfähigkeit getestet werden. Meine Betreuerin sagte mir gestern am Telefon, dass ich Glück mit dieser Maßnahme habe, denn sie hätte einige Klienten, die leider diese Chance nicht bekommen hätten. Es scheint also so zu sein, die Rentenversicherung hat Hoffnung was mich angeht. Ich denke, es liegt an den guten Testergebnissen, die ich in der Burgklinik erzielt habe. Auch wird die Beurteilung der Ärzte dort recht positiv gewesen sein. So bin ich nun hier gelandet und ich sage mal, der erste Eindruck ist:

Das Gebäude ist lange nicht so schön wie in der Burgklinik,

aber die Menschen hier scheinen sehr nett zu sein.

Ich denke, der liebe Gott hat gut gewählt.

Taylor Swift hat nachts Fressflashs – ohne es zu wissen!

Ja, Leute, ich glaube wirklich er hält seine Hand über mich.

Mein Freund Osram findet das ja etwas lächerlich, er glaubt, der liebe Gott hat Wichtigeres zu tun, als sich um meine Alltäglichkeiten zu kümmern, aber ich sage mal, Gott ist nun mal kein einfacher Beamter, er ist allmächtig und kann sich daher auch um Kleinigkeiten kümmern. Wie zum Beispiel, als ich ankam, da hatte zufällig die leitende Ärztin direkt Zeit für mich und auch die Ärztin, die für die medizinische Untersuchung zuständig ist. Sonst hätte ich schon etwas herumgesessen und warten müssen, bis Herr Kund Zeit hatte. So aber war ich ruckzuck mit allem fertig und ich konnte mich in meinem Zimmer einrichten. Danach habe ich erst mal Osram angerufen. Er sagt, Siux vermisst mich schon, der Hund ahnt, jetzt folgen wieder viele Wochen, die er allein in der Wohnung verbringen muss.

Aber mein Mitleid hält sich in Grenzen, ich freue mich auf diese Zeit hier.

Sie wird mich weiterbringen, ganz bestimmt. Ich habe der leitenden Ärztin, ich habe ihren Namen vergessen, irgendetwas mit R und Z Ich sage mal Doktor R. zu ihr, nun der habe ich gesagt, dass ich an dem CAD interessiert bin. Das würde ich wirklich gerne lernen, denn diese Kenntnisse kann ich echt gut gebrauchen. Ich habe sicherlich schon von meinem Klappstuhlmechanismus erzählt, nun, ich konnte ihn bisher nicht bauen lassen, weil mir technische Zeichnungen dazu fehlen. Die sollten am Besten mit CAD gemacht werden. Wenn ich nun hier dieses Programm kennen lernen könnte, dann würde ich diese Zeichnungen endlich anfertigen können und dann, ja, der Fortschritt macht es möglich, dann könnte ich mir den Klappstuhlmechanismus mit einem 3D-Drucker ausdrucken lassen. Und damit hätte ich mindestens ein Anschauungsmodell. Davon könnte ich ein Video machen, womit ich dann zu Herstellern gehen könnte.

Das wäre doch wirklich eine interessante Perspektive

für mich. Jedenfalls, ich bin sehr motiviert.

001 Frauen-Fußball, Frauen-Fußball-Nationalmannschaft, DFB, Länderspiel, Japan, Paderborn, WM-Test, Tor

Jetzt werde ich gleich zum Therapiegebäude

hinüber gehen, dort treffen sich alle Neuankömmlinge.

Jemand wird uns dort alle bestehenden Fragen zur Organisation und zum Haus beantworten und dann werden wir gemeinsam zu Abend essen. Ich werde also gleich die ersten neuen Leute kennen lernen.

Das ATZ ist auf Menschen mit psychischen Erkrankungen spezialisiert, also ich bin ja mal gespannt, was ich alles so für Krankengeschichten zu hören bekommen werde. Gleich zu Beginn, noch bevor ich das erste Gespräch hier hatte, da habe ich eine Monika kennen gelernt. Für sie ist dies auch der erste Tag gewesen, aber sie kommt ambulant, dass heißt für sie jeden Tag 2 Stunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln hin und wieder zurück. Das ist schon ziemlich hart finde ich. Sie hätte hier gerne auch gewohnt, doch das hatte man ihr nicht bewilligt. So sieht es also nicht für jeden so bequem aus, wie für mich. Ich finde, ich habe dem lieben Gott echt zu danken, da kann Osram tausendmal sagen, der wäre nicht die richtige Adresse.

So jetzt gehe ich zum Abendessen, bis dahin,

liebe Grüße an meine treuen Leser.

004

Ich bin wieder auf meinem Zimmer

und sitze im Schafanzug am Schreibtisch.

Ich bin doch ganz schön geschafft und auch müde.

Gerne würde ich mir jetzt noch einen Guten-Abend-Kaffee machen, aber Claudia ist noch nicht auf ihrem Zimmer. Nun ja, vielleicht denkt der liebe Gott ja auch, dass ich jetzt lieber keinen Kaffee mehr trinken soll. Aber wenn ich sie heute nicht mehr sehe, dann wird aus meinem Guten-Morgen-Kaffee im Bett auch nichts. Ich hoffe sie ist nicht irgendwo verschütt gegangen, denn beim Abendessen habe ich sie auch nicht gesehen. Ich werde gleich mal auf den Balkon gehen und eine Rauchen, wenigstens das. Ansonsten kann ich nur berichten, dass wir zusammen eine Führung durch die Gebäude gemacht haben, aber ehrlich, ich habe mir nichts wirklich merken können. Es wird wohl ein paar Tage dauern, bis ich mich hier halbwegs zurecht finde. Das Haus ist wirklich lange nicht so luxuriös wie die Burgklinik, aber immerhin, auch hier gibt es ein Schwimmbad. Man kann auch etwas Sport machen, Tischtennis spielen und ähnliches, aber ich werde mich da bestimmt wieder zurück halten. Ich leide zwar an meinen überflüssigen Pfunden, aber mein Schweinehund weint jetzt schon nur bei dem Gedanken an Sport. Ich bin wirklich total bequem geworden, allerdings, sportlich war ich eigentlich noch nie. Nur dass man das halt früher mir nicht ansah.

Nun ja, ich will ihnen nicht gleich wieder die Ohren vollheulen

wegen meiner Kilos. Es ist allein meine Schuld.

Advertisement 007

Gerade hat jemand an meine Tür geklopft und nach Haarspray gefragt. Das war schon sehr überraschend, denn der Typ hatte eine Glatze. Ich hatte ihn vorhin schon kurz kennen gelernt, er heißt Karsten. Das könnte man jetzt wirklich für eine sehr außergewöhnliche Anmache halten, aber er meinte er bräuchte das Spray für ein Geschenk. Er bastelt offensichtlich etwas. Und nun höre ich ihn auch auf dem Gang überall klopfen und danach fragen. Ich finde das irgendwie lustig.

Eigentlich wollte ich gar kein Tagebuch schreiben, denn

eigentlich bin ich gerade dabei eine Biografie zu schreiben.

Diesmal will ich mich allerdings möglichst kurz fassen, denn ich weiß ja, die meisten haben einfach keine Lust dicke Bücher zu lesen. Mehr als 300-400 Seiten schreckt sie einfach nur ab. Also versuche ich jetzt nur das Wichtigste zu erzählen. Vielleicht habe ich damit ja mehr Erfolg. Mein Manuskript über die Burgklinik scheint jedenfalls keiner gelesen zu haben, obwohl sich ja einige angeboten hatten dies zu tun und mir zu sagen, wie es gefallen hat. Auch mein Sohn hatte nichts gesagt, doch der hat jetzt geschrieben und behauptet, an der Mail wäre kein Anhang gewesen. Ich verstehe das nicht, sollte wiedereinmal der liebe Gott seine Finger dabei im Spiel haben?

Der oder ein anderer Geist funkt mir regelmäßig dazwischen,

wenn ich irgendetwas an die Öffentlichkeit bringen will.

Bild zu Max KruseSteuererklärung

Es sollte wohl einfach noch nicht sein.

So, und jetzt habe ich auch einen Kaffee neben mir stehen, Claudia hat mir die Sachen gebracht. Wirklich, sehr nett von ihr, jetzt kann mein Gute-Nacht-Ritual also doch wie gewünscht stattfinden.

Ich sage ja, der liebe Gott meint es gut mit mir. Nun fehlt nur

noch eine Zigarette. Ich gehe mal auf den Balkon.

008

Das ist ganz schön kalt hier, ich

hoffe aber doch sehr, dass der Frühling bald

beginnt, ich habe langsam die Nase voll vom Winter.

Ich habe in anderen Jahren zu dieser Zeit schon oft im Garten gesessen und in die Sonne geblinzelt, doch dieses Jahr war es eigentlich ständig am schneien. Das ist am Niederrhein sehr ungewöhnlich. Sie können sich ja mal meine Fotofilme „Paradies in Osterath“ anschauen, da werden sie sehen, bei uns sah es fast aus wie im verschneiten Bayern, es fehlten wirklich nur die Berge.

Es gibt hier in diesem Haus, ich wohne in Haus Nummer 16, nicht nur eine kleine Küche, man kann auch in mehreren Aufenthaltsräumen Fernsehgucken. Aber ich bin jetzt wirklich völlig am Ende und werde gleich zu Bett gehen und hoffentlich gut schlafen. Morgen früh um halb Acht gibt es Frühstück und dann erwartet mich die Ergotherapie. Dort will man feststellen, ob man zu monotoner, kreativer Arbeit fähig ist. Man kann dort Körbe flechten oder Weben. Ich bin ja mal gespannt.

Ich melde mich wieder und werde erzählen

wie es war. Bis dahin, alles Gute.

013

22.03.2013

Guten Morgen!

Es ist jetzt kurz vor Sieben, ich habe

meinen Kaffee getrunken und den Sonnenaufgang erlebt.

Mein Balkon geht nach Osten hinaus. Claudia steht jetzt unter der Dusche und das Leben beginnt so langsam in diesem Haus. Wie ich geschlafen habe? Eigentlich ganz gut. Ich habe wie immer sehr viel geträumt. Seit ich nicht mehr kiffe, fällt mir dies besonders auf. Ich habe jede Nacht mindestens einen Kinofilm im Kopf. Aber meistens sind es relativ angenehme Träume, an Details erinnere ich mich heute allerdings nicht.

Ich bin jedoch ein paar Mal in der Nacht wach geworden, einmal war es um halb Zwei, da hatte ich gedacht, es sei schon früher Morgen und ich habe meine Tablette genommen. Erst danach habe ich auf die Uhr geschaut. Nun ja, wird schon nicht schädlich sein. Ich nehme immer noch diese Tabletten, das Zeldox, auch wenn ich nach wie vor der Meinung bin, dass ich sie eigentlich nicht benötige. Aber es ist nicht leicht, meine Ärztin davon zu überzeugen. Bis auf Osram denken alle, sicher ist sicher, nachher kommt es noch zu einem Rückfall. Ich warte mit der Absetzung bis ich wieder richtig arbeiten gehe. Wenn ich dann merke, alles ist wieder so wie es sein soll, mein Leben ist geordnet und stabil, dann werde ich es noch einmal mit meiner Ärztin besprechen. Ich will es wenigstens mal versuchen. Ich bin zumindest in meinem Fall davon überzeugt, für einen Rückfall müsste schon erheblich mehr in meinem Leben passieren. Damals kam es ja auch nicht einfach so dazu. Ich steckte in einer echten, schweren Lebenskrise, ich stand unter enormen Stress und außerdem hatte ich diese merkwürdigen Erinnerungen. Dann auch noch der Gedächtnisverlust, also es war damals wirklich sehr viel auf mich zu gekommen. Doch wenn ich ein ruhiges und entspanntes Leben lebe, dann gibt es meiner Meinung nach für eine Psychose keinen Grund. Außerdem habe ich die damalige Situation schon sehr gut aufgearbeitet, und meine Biografie soll dazu ebenfalls noch einmal einen Beitrag leisten.

So, ich werde mich jetzt mal anziehen und dann geht

es zum Frühstück. Ich melde mich wieder.

014

Jetzt ist es 16.45 Uhr und ich habe Feierabend und Wochenende.

Der Tag war sehr aufschlussreich. Ich habe einen Korb angefangen zu flechten. Das stand neben der Weberei eines Miniflickenteppichs bei der Ergotherapie zur Auswahl. Es hat erstaunlich gut geklappt und ich denke, ich werde diesen Abfalleimer auch halbwegs gerade zu Ende bringen können. Voigt, Kristina und Lara haben sich auch für diese Arbeit entschieden. Wir Vier sind alle am gleichen Tag angekommen und wir haben uns zusammengetan. Morgen Mittag werden wir gemeinsam mit dem Bus in die Stadt fahren und der Ergotherapeut hat uns eine Wanderwegkarte für den umgebenden Wald mitgegeben. Am Sonntag wollen wir alle zusammen zum Panzer an die französische Grenze wandern, dort gibt es auch eine Gaststätte, wo wir einkehren können. Hoffentlich spielt das Wetter mit, im Moment schneit es mal wieder.

Ich bin die Älteste von allen, aber

ich denke, wir passen ganz

gut zusammen.

Kristina ist Halbjapanerin und sehr sympathisch.

Auch Lara ist sehr nett, gerade habe ich ihr etwas Geld geliehen, weil sie sich im Kiosk einen Kaffee bestellt, aber ihr Geld vergessen hatte. Voigt ist auch ein sehr netter Typ und er scheint froh zu sein in uns Dreien Wandergesellen zu haben. Ich werde mich diesmal nicht allzu sehr zurück ziehen, auch wenn ich genug aufzuschreiben habe. Aber von der Umgebung der Burgklinik im letzten Jahr hatte ich nichts mitbekommen, obwohl es gerade da sehr schön war. Ich saß ja eigentlich meine ganze Freizeit nur vor dem Laptop.

Der Sporttherapeut hat sich und sein Programm heute vorgestellt, doch zum Glück, hier gibt es keinen verpflichtenden Frühsport. Alle Sportangebote sind freiwillig und so kann ich mich davor drücken. Aber wandern, dass ist für mich o.k.

Vielleicht gehe ich auch zur Schwimmbad-Einführung, denn ab und zu mal ein paar Bahnen schwimmen zu gehen, damit könnte ich mich anfreunden. Aber ansonsten werde ich mich zurück halten. Ich hasse Sport. Das ist bestimmt auf meine überflüssigen Pfunde zurück zu führen. Jetzt könnten Sie sagen, gerade ich sollte etwas sportlicher sein, aber wenn sie „Die Burgklinik“ gelesen haben, dann wissen sie ja wie hartnäckig mein Schweinehund ist.

Und dann hatte ich ein Gespräch mit Herrn Schiller. Er ist der Sozialarbeiter und für die Einstufung in die unterschiedlichen Arbeitsbereiche zuständig. Er musste mich dann auch erst einmal enttäuschen. Aus meinem CAD-Programm wird leider nichts werden. Der ist nur für Leute, die mit dem Programm schon Erfahrung haben. Jetzt habe ich mich für den Bereich Gartenarbeit, Hauswirtschaft, Druckerei und Elektroarbeiten bereit erklärt. Wir sollen möglichst viele Bereiche kennen lernen, damit möglichst viele Therapeuten sich einen Eindruck machen können. Es geht im Grunde nur darum, ob man in der Lage ist gestellte Aufgaben zu erledigen. Und ich sage mal, je abwechslungsreicher, desto besser. So geht die Zeit schnell herum.

Im Elektrobereich muss man löten, kleine Schaltungen bauen

und so, das kommt mir entgegen, denn während meines

Bombini-Projektes musste ich solche

Dinge auch machen.

Nun ja, das mit dem CAD ist schade, aber was soll’s, ich mache hier, was man von mir erwartet, schließlich möchte ich eine möglichst gute Beurteilung bekommen.

Ich habe gerade mal ein paar Fotos von meinem Zimmer und seinem Ausblick gemacht. Das Zimmer ist ganz schön, finde ich, auch das Bad ist o.k., und der Ausblick, nun ja, im Sommer würde man in den grünen Wald schauen können und auf der anderen Seite sind einige Gebäude der Anlage zu sehen. Wenn man dies mit der Burgklinik vergleicht, dann ist es natürlich alles ziemlich alt und unansehnlich. Die Burgklinik ist dagegen wirklich ein Genuss für die Augen und das Objektiv. Aber jetzt im Winter ist es hier auch besonders schmuddelig. Ich bin ja mal gespannt auf die Stadt und auf den Wald, vielleicht finde ich da ja ein paar schöne Motive für meinen Fotofilm.

Wichtig ist hier für mich sowieso in erster Linie die abschließende Beurteilung, denn sie entscheidet, ob und wie es für mich weitergeht.

Ich wünsche mir wirklich, dass ich die Chance bekomme eine Fortbildung zu machen, denn mit ihr rechne ich mir erheblich bessere Chancen aus, irgendwann auch mal wieder einen Job zu finden, etwas dass mich ernährt und befriedigt. Einfach wird es nicht werden, schätze ich, denn ich bin für eine Agentur vielleicht doch schon etwas zu alt. Ich fühle mich zwar immer noch sehr jung, aber mit 50 einen Job in einer Agentur zu bekommen, das wird nicht einfach werden. Die verlangen volles Engagement und am liebsten nehmen sie junge Leute direkt von der Fachhochschule. Vielleicht werde ich es doch noch mal mit der Freiberuflichkeit versuchen müssen und eigentlich wäre mir projektbezogenes Arbeiten selbst auch am Liebsten. Doch die Burgklinik hat in ihrer Beurteilung gerade dies für nicht wünschenswert erachtet. Es sei zu stressig für mich. Vor allen Dingen der Kundenkontakt. Aber ich denke, auch dafür bin ich langsam wieder stark genug. Wenn es nach Osram gehen würde, dann würde ich eine lockere Halbtagsstelle haben und die restliche Zeit könnte ich dann an meinen eigenen Projekten in genau dem Tempo arbeiten, wie es mir am zuträglichsten erscheint. Vielleicht denkt er da auch etwas egoistisch, denn er wird gerne weiter bekocht von mir. Finanziell bin ich zum Glück nicht auf eine volle Stelle angewiesen, denn dadurch, dass er ja arbeiten geht, ist genug Geld da, sogar ein kleines Auto würde er mir finanzieren, wenn ich es denn benötigen würde. Aber ich fände es schon toll, wenn ich auch selbst genug Geld verdienen würde, um mir meine Wünsche erfüllen zu können. Heute sage ich, schauen wir mal, was der liebe Gott mit mir vorhat. Bisher hatte er eigentlich immer die besten Ideen.

Und ohne ihn, nun ja, ohne seine Unterstützung

gelingt mir wahrscheinlich sowie

so kaum etwas.

Opel, Rüsselsheim, Opel-Werk, Opel Adam, Auto, Fahrzeug

Jetzt ist gleich Zeit für das Abendessen, und dann

werde ich vielleicht duschen, mit Osram telefonieren

und etwas ins Fernsehzimmer gehen. Schließlich ist jetzt

Wochenende. Was ich jedoch schon mal sagen kann, ich

fühle mich hier ganz gut aufgehoben. Ich sage

mal, vielleicht bis später, ansonsten

melde ich mich morgen

wieder.

Der Wischbär

23.02.2013

ParallelWelten-171006

Es ist jetzt Viertel vor Acht, gleich gibt es Frühstück.

Meinen Kaffee habe ich schon getrunken und eine Zigarette

habe ich auch schon geraucht. Auf dem Balkon, natürlich.

Es ist immer noch total kalt, aber immerhin,

es schneit nicht.

010

Geschlafen habe ich eigentlich gut, doch mein letzter

Traum war beängstigend und ich habe ihn jetzt noch im Kopf.

Ich war irgendwo in Osterath und auf dem Weg nach Hause. Es war schon dunkel und ich musste einen ziemlich weiten Weg über das Feld gehen. Mein alter Freund Roland meinte, ich könne durchaus diesen Weg nehmen, auch wenn es schon dunkel sei. Ich ging also eine Weile, als ich plötzlich von Hinten angegriffen wurde. Rolands Vater wollte mich doch glatt mitten auf dem Feld vergewaltigen. Ich konnte ihn zum Glück abwehren, doch dann kam Roland und auch er versuchte mich zu Boden zu reißen und mich zu vergewaltigen. Ich war ziemlich entsetzt, aber ich konnte das Schlimmste verhindern, da ich mich heftig wehrte. Dann bin ich wach geworden. Jetzt muss ich die ganze Zeit daran denken und ich frage mich, wieso gerade Roland und sein Vater? Beide haben mir im Leben noch nichts Böses getan. Im Gegenteil. Der Vater war immer sehr nett zu mir und auch Roland hat sich nie ungebührlich benommen. Wir waren wirklich gute Freunde. Heute haben wir keinen Kontakt mehr. Der Vater ist vor ein paar Jahren gestorben und Roland hatte mich einmal dann doch etwas verärgert und ich habe ihm gesagt, dass ich sauer auf ihn bin. Das hat er mir übel genommen und seitdem hat er sich nicht mehr bei mir gemeldet. Er ist es halt nicht gewohnt, von mir eine Ansage zu bekommen. Aber ich finde, ich war durchaus berechtigt, ihm zu zeigen, dass ich mit seinem Verhalten nicht einverstanden war. Er hatte mich nämlich übel versetzt. Das war nicht zum ersten Mal vorgekommen. Es war immer so, wir hatten eine Verabredung und er ließ mich einfach hängen. Seine diesmalige Erklärung, warum, nun, die hatte mich dann echt sauer gemacht. Er sagte: „Arbeit, die Arbeit!“ Dabei war er zu dieser Zeit noch arbeitslos. Heute habe ich ihm natürlich längst verziehen, aber irgendwie finden wir trotzdem nicht mehr zusammen. Ich habe ihn danach einmal in der Bank getroffen und er sagte mir, er wolle mich gerne besuchen kommen, doch er ist nie erschienen. Schade, denn ich habe mich mit ihm immer sehr gut unterhalten können. So ist es mir irgendwie mit allen Freunden gegangen und nun habe ich keine mehr. Ich habe nur noch Osram. Alle anderen haben sich zurück gezogen. Das ist durchaus auch meine Schuld, denn während der Zeit der Psychose und auch danach habe ich mich von allen ziemlich entfernt. Man muss sich um seine Freunde halt auch kümmern.

Osram hatte zwar versucht, meine Freunde und Bekannten zu

mobilisieren als ich im Krankenhaus war, aber kaum einer

wollte sich mit mir und meiner Geschichte belasten.

Eine Psychose ist nicht gerade sexy.

011

Im Gegenteil, die Erfahrung, dass die

Menschen sich von einem zurück ziehen, wenn man

ein psychisches Problem hat, nun, die mache nicht nur ich allein.

Trotzdem frage ich mich natürlich, was mein Traum zu bedeuten hat, doch bisher habe ich darauf noch keine Antwort gefunden. Vielleicht hat er ja auch keine Bedeutung, vielleicht ist es einfach nur ein verrückter und sinnloser Traum.

Ich werde mich jetzt anziehen und hinüber in das

sogenannte Casino gehen. Danach

melde ich mich wieder.

012

Voigt saß auch schon beim Frühstück.

Er ist nicht gerade der Gesprächigste, aber er taut langsam auf.

Er kommt aus Köln und hat auch schon in dem Stadtteil gewohnt, in dem Osrams Eltern leben. Jetzt wohnt er in der Südstadt, ein ziemlich angesagtes Viertel in Köln. Sein Hobby ist die Kölner Stadtgeschichte und ich habe ihm vorgeschlagen, er solle doch mal ein Buch darüber schreiben. So wie dieser Schätzing mit seinem Mittelalterroman. Eine spannende Kriminalgeschichte, die besonders für Kölnkenner und Liebhaber interessant ist, denn die alten Straßennamen und Plätze können natürlich nur die Einheimischen so richtig nachvollziehen. Aber ich fand das Buch auch sehr interessant. Doch Voigt will sich lieber an einer Biografie versuchen. Das ist natürlich auch nicht schlecht, mache ich ja schließlich auch.

Gerade für psychisch Erkrankte ist es eine gute Methode, um sich mit sich

selbst auseinander zu setzen. Vielleicht versuche ich es auch gleich

und schreibe an meiner Geschichte weiter.

022

Dann haben wir versucht schon mal die Sache mit der Busfahrkarte zu klären, doch dafür brauchen wir die Nachnamen auch von Lara und Kristina. Doch die wussten wir nicht. Also müssen wir es heute Mittag machen, denn die beiden Mädels gehen später zum Frühstück, sie gehören nämlich zur Fraktion Langschläfer.

Ich bin ja wirklich froh, so netten Anschluss gefunden zu haben, denn der Rest der Leute hier ist mir nicht sonderlich sympathisch. Zumindest auf den ersten Blick. Ich sage ja, der liebe Gott sorgt sich um mich und hat mir gleich nette Gesellschaft besorgt. Es ist nämlich reiner Zufall, dass Lara und Kristina hier sind, eigentlich war für sie ein späterer Termin vorgesehen. Doch dann bekamen sie Post und wurden gefragt, ob sie auch schon früher kommen könnten. Ich werde bei solchen Zufällen immer ziemlich hellhörig, denn der liebe Gott wirkt durch den Zufall. So, ich denke, ich lege mich jetzt noch mal etwas hin und dann schaue ich, was der Tag mir noch alles so bringen wird. Bis später.

Es ist jetzt halb Acht abends,

ich habe gerade mit Osram telefoniert.

Die Wohnung wird langsam warm und er kommt zurecht.

Er meint, der Hund würde mich überall suchen und tatsächlich, ich habe ihn jammern hören, als er meine Stimme über das Telefon gehört hat. Osram stellt das Telefon immer auf laut, damit der Hund auch etwas von dem Gespräch hat. Ich habe ihm erzählt, dass ich heute mit Voigt und Lara in Saarbrücken war. Die Stadt ist eigentlich ganz schön, es gibt eine wunderbare Einkaufsmeile mit sehr schönen Geschäften. Zum Teil sind die alten Häuser auch sehr schön, aber leider ist jetzt kein sonniger Frühling, so dass man nicht draußen in einem Cafe sitzen kann. Das stelle ich mir wirklich ganz gemütlich vor. Es scheint auch ein paar nette Kneipen zu geben. Jedenfalls, es war trotz der Kälte und vereinzelter Schneeflocken ein ganz entspannter Bummel. Ich habe mich mit Milch für meinen Kaffee und Saft eingedeckt. Außerdem habe ich mir einen Labello kaufen müssen, denn meine Lippen sind von der ungewohnten Heizungswärme ganz gesprungen. Dann waren wir in einer Brasserie und haben einen Kaffee getrunken und uns nett unterhalten.

Gleich treffen wir uns wieder bei Kristina zum Spielen.

Papa Harry bringt Kinder zum Strahlen

Das Therapie-Spiel und Kniffel stehen zur Auswahl.

Eigentlich bin ich ja nicht unbedingt ein Freund solcher Spielabende, aber was soll man hier sonst machen? Auf diesem Berg ist einfach nicht viel los. Morgen wollen wir in den Wald gehen, ich sage mal, wenn das Wetter mitmacht.

Ich bin wirklich sehr froh meinen Laptop dabei zu haben, ich habe so genug Arbeit mitgebracht. Außerdem habe ich heute auch jede Menge Fotos gemacht, die kann ich schon mal im Photoshop bearbeiten. Ich werde auch diesmal einen Film über die Zeit hier machen. Wenn die anderen Interesse daran haben, dann kann ich ihnen ja später mal eine CD schicken. Jedenfalls ist dies eine schöne Beschäftigung. Ich habe auch vier Bücher mit, doch das Lesen ist mir meistens zu anstrengend.

Aber die Zeit hier ist ja noch lang.

Auf jeden Fall war es eine gute Idee von Lara nicht hinunter in diesen trostlosen Vorort sondern gleich in die Stadt hinein zu fahren. Der Bus hat uns schließlich nichts gekostet. So ist der Tag verlaufen. Ich denke, ich mache mir jetzt noch einen Kaffee und dann setze ich mich noch etwas auf den Balkon und rauche eine.

Dann gehe ich hinüber zu den Anderen.

Ich sage mal, bis später.

021

So, jetzt ist es schon nach 23 Uhr und ich bin

zwar müde, aber ich will doch noch erzählen, wie es war.

Ich bin froh diesen Abend einmal unter Menschen verbracht zu haben, ist für mich ja schon etwas Besonderes. Wir haben das Therapie-Spiel zusammen gespielt und ich muss sagen, es eignet sich einander näher kennen zu lernen. Es war wirklich sehr nett und wir haben beschlossen, dieses Spiel zum Ende der Reha noch einmal zu spielen. Wahrscheinlich werden wir dann uns gegenseitig noch besser einschätzen können. Aber es war auch so schon sehr erhellend. Ich habe zu Kristina gesagt, dass ich es sehr glücklich finde, dass ausgerechnet wir Vier uns getroffen haben und sie konnte dies nur bestätigen. Sie findet auch, wir haben alle ungefähr die gleiche Wellenlänge, auch wenn wir eigentlich sehr unterschiedlich sind und auch ganz verschiedene Wege bisher gegangen sind.

Ich denke, wir werden immer wieder etwas zusammen unternehmen.

Auf jeden Fall bin ich sehr froh, dass das Schicksal uns zusammen gebracht hat. Auch Kristina meint, unter den anderen Rehabilitanden fühle sie sich etwas fremd. Mal sehen, wie der Spaziergang morgen wird, ich denke, wir werden uns bestimmt amüsieren und gut unterhalten.

Ich hatte heute Morgen allen angeboten ihnen auch mal die Skatkarten zu legen und Kristina und Lara sind nun nach einigem Nachdenken daran interessiert, auch wenn sie mit Orakeln noch wenig Erfahrung gemacht haben. Ich bin ja mal gespannt, was die Karten alles so ans Tageslicht bringen und welche Wege sie weisen werden. Seit ich letztens Bodo die Karten gelegt habe, bin ich mehr denn je davon überzeugt, die Methode ist sinnvoll, wenn man gerade nicht weiß, wie es weitergehen soll. Gerade bei Menschen, die mit Esoterik nichts am Hut haben. Aber abwarten, ohne göttlichen Beistand funktioniert es nicht. Aber ich denke, Gott wird die Gelegenheit nutzen Mut und Zuversicht zu verbreiten. Ich werde mir Mühe geben, ein gutes Werk zu tun.

Aber, jetzt bin ich wirklich müde und gehe ins Bett.

Ich sage deshalb, Gute Nacht, und

bis morgen.

020

The Patriot Hour Is Back!!

Back Again Guess Who’s Back

24.03.2013

Einen schönen Sonntagmorgen!

Es geht um politischen Einfluss, Vormachtstellungen und Bodenschätze:

Im Streit mit dem Iran wächst die Angst vor einem Krieg, die Lage ist

ernst. Doch aus Washington kommen nach Tagen der großen

Töne inzwischen nachdenklichere Stimmen…

Bild zu MerzAktualisiert am 14. Mai 2019, 08:59 Uhr

Es schneit mal wieder, aber ich denke,

man kann trotzdem wandern gehen, eisig kalt

ist es zum Glück nicht. Ich werde mich warm anziehen.

Ich habe bis kurz vor Acht geschlafen und als ich wach wurde, da wusste ich auch noch was ich geträumt habe, doch jetzt ist es weg. Aber es war mal wieder sehr komplex.

Ich werde gleich zum Frühstück gehen, aber wahrscheinlich werde ich höchstens Voigt antreffen, denn gestern ist es ja für uns alle recht spät geworden. Ich bin auch noch ziemlich müde, aber seit meinem Krankenhausaufenthalt gehöre ich ja zu den Frühaufstehern. Doch was soll’s, der frühe Vogel fängt den Wurm. Also, bis dahin.

Nach dem Frühstück habe ich mich noch einmal auf das Bett gelegt und ich bin doch tatsächlich eingeschlafen und erst um Viertel vor 11 aufgewacht. Ich nehme an, der liebe Gott hat mich geweckt, denn es war höchste Zeit mich anzuziehen und zum Treffpunkt vor das Casino zu gehen. Dort kamen dann auch Voigt und Lara, Kristina ließ sich entschuldigen, sie wollte doch nicht mit spazieren gehen. Sie fühlt sich wohl etwas angeschlagen, denn ihr tun die Knochen weh.

Wir hatten dafür aber eine wirklich

schöne Zeit im Wald.

Der Schnee rieselte leise, aber es war nicht so kalt wie gestern.

Bis zum Gasthaus „Woll“ hinter der französischen Grenze ist es etwa ein Stündchen zu laufen, ich habe ein paar Fotos gemacht und wie haben uns beim Gehen etwas unterhalten. In dem Gasthaus angekommen wurden wir erst mal enttäuscht, denn das Lokal ist gut besucht und wir hatten nicht reserviert. Wir wollten schon wieder gehen, da kam ein Kellner und meinte, es habe gerade einer seinen Tisch storniert und so hatten wir Glück und wir konnten doch dort zu Mittag essen. Wir haben uns alle Flammkuchen bestellt. Ich habe einen ganz Klassischen genommen und die anderen hatten einen mit Ziegenkäse und Honig sowie einen mit Tomate und Schafskäse. So konnte jeder einmal beim anderen probieren. Dazu gab es ein Glas Wein und einen Espresso zum Abschluss.

Glücklicherweise reichte dafür mein Geld, obwohl,

Lara war durchaus bereit mir auch

etwas zu leihen.

Bild zu Steuererklärung

Morgen ist die Sachbearbeiterin für die

Reisekostenerstattung wieder in ihrem Büro.

Ich hoffe, dass das Geld direkt ausgezahlt wird, sonst stehe ich die Woche ohne einen Euro da. Erst wenn wir Samstag in Saarbrücken sind, kann ich Geld am Automaten ziehen. Aber ich bin zur Not ja mit allem versorgt. Ich habe genug Kaffee, Milch und Zucker, sowie Saft. Ansonsten gibt es hier ja alles was man braucht.

Ich werde es schon überstehen, und sollten wir doch mal in

der Cafeteria ein Stück Kuchen essen wollen,

dann leiht mir Lara bestimmt etwas.

So ist also alles in best/

er Ordnung.

CIMG6700

Der Flammkuchen war sehr gut und auch der Wein war wunderbar.

Die Franzosen wissen zu speisen, dass konnte man an den vielen besetzten Tischen gut beobachten. Ihnen geht es nicht nur darum satt zu werden, zu ihnen gehört ein gutes Mahl zur Lebensart. Ich fände es ja wirklich schön, wenn Osram für eine Woche hier hin käme, ich denke, es könnte ihm gefallen. Ich werde mal Herrn Kund aufsuchen und fragen, ob er eine günstige Pension empfehlen kann.

Wenn Osram mit Hund und Auto da wäre, dann könnte man auch mit alle Mann mal irgendwo hinfahren. Luxemburg soll ganz in der Nähe sein. Oder man fährt mal rüber nach Frankreich. Schauen wir, ob es möglich sein wird.

Gleich gehe ich hinüber zu Haus 18, dort wohnt Voigt.

Er hat uns zum Kaffee eingeladen. Ich werde meine Skatkarten mitnehmen, Lara würde gerne sich daraus lesen lassen. Ich weiß ja nicht, ob es so gut ist vor den anderen, aber vielleicht interessiert es die anderen ja auch zu hören, was ich aus den Karten so herauslesen kann. Auf jeden Fall bietet so eine Lesung meistens interessanten Gesprächsstoff.

So, ich rauche jetzt noch eine und dann ist es

auch schon Zeit zu gehen.

Bis später.

CIMG3988

Jetzt müsste gleich das Telefon

klingeln, denn es ist kurz vor 19 Uhr.

Das ist die Zeit, die Osram und ich zum Telefonieren ausgemacht haben. Diesmal hoffe ich ihm richtige Lust auf diese Gegend hier machen zu können. In dieser Gegend gibt es wohl wirklich sehr schöne Ecken, die er alle mit dem Hund erkunden könnte. Ich habe ihm auch von meinem Flammkuchen erzählt und so hoffe ich den Mund wässrig gemacht zu haben. Ich denke, er hat sich auch mal solchen Urlaub vom Alltag verdient, denn er war schon ewig nicht mehr verreist. Ich komme durch die Rehas ja dann doch auch mal vor das Loch.

Ich werde mich jetzt aber gleich erst einmal vor den Fernseher setzen und die Nachrichten schauen, denn in Amerika soll es Probleme mit radioaktivem Wasser geben. Schadenfreude ist allerdings nicht angesagt, denn wir haben dafür ja die Asse. Also, ich sage mal bis später.

Also in den Nachrichten kam nichts über das radioaktive Wasser.

Komisch, ich finde, dass ist doch eine wichtige Angelegenheit. Nun ja, dafür brachten sie viel über die Wahl in Italien und die Furcht vor Berlusconis Comeback. Doch eigentlich interessiert mich hier der ganze Kram nicht wirklich. Dafür fand ich den Film, der danach auf RTL2 kam, ganz interessant. Klar, es war ein Amifilm, doch das Thema ist sicherlich für alle Psychotiker interessant. Es ging darin um sonderbare Vorkommnisse, die die Menschen merkwürdig veränderten. Das ist auch ein Eindruck, der viele Pyschosen kennzeichnet. Da hat man auch den Eindruck, der Einzige zu sein, der noch normal ist. In dem Film handelte es sich jedoch nicht um die Psychose eines Einzelnen, hier waren wirklich alle durch einen Virus verändert. Klar, ein Film, aber Ex-Psychotiker lieben so etwas, denn es gibt ihnen das Gefühl, ja, so könnte es auch bei mir gewesen sein. Ich bin wach, klar und normal und alle anderen sind ferngesteuert, manipuliert oder wie in meinem Fall hypnotisiert.

Ein Mitbewohner hat eine Weile bei mir gesessen

und während der Werbepause hat er mir von

seinen psychotischen Erlebnissen

erzählt.

Faultier24.Foto

Ich hatte jedoch den Eindruck, dass er

von diesem Trip noch nicht wirklich herunter ist.

Er meinte, er wüsste schließlich, was er gesehen habe. So geht es mir auch, auch ich bin noch nicht wirklich davon überzeugt, dass alles, was ich erlebt habe, nur Wahnvorstellungen gewesen sind. Darum möchte ich ja auch gerne meine Geschichte erzählen. Ich finde nämlich, wenn einiges doch wahr ist, dann ist es einfach wundervoll, zumindest ist es sehr interessant. Aber wenn ich einem Psychologen, Psychiater oder so davon erzähle, dann lande ich garantiert sofort in der Schublade Schizophrenie. Lesen Sie meine Biografie und machen Sie sich ihr eigenes Bild. Ich denke, wenn Sie das erlebt hätten, was ich erlebt habe, dann würden Sie ebenfalls zweifeln.

Andererseits kann ich mir mittlerweile auch vorstellen,

dass alles tatsächlich eine Erfindung

meines Gehirns ist.

020 Krieg und Freiden 1

Nur, dann ist mein Gehirn hellseherisch.

Denn, viele Dinge, die in diesen besagten Erlebnissen gesagt und angekündigt worden sind, die sind tatsächlich auch wahr geworden. Natürlich stellt sich außerdem die Frage, warum hat mein Gehirn diese verrückte Geschichte erfunden? Was ist die Ursache dafür? Was wollte es damit erreichen? Warum hat es mich beeinflusst, denn das hat es. Ich sollte demnach eine bahnbrechende Erfindung machen, ich sollte weltberühmt werden. Ich sollte die Welt ins Zeitalter der Weltraumeroberung führen. Steckt vielleicht nicht doch mehr dahinter als nur eine Überportion Größenwahn? Heute muss ich jedoch sagen, wenn ich wirklich diese Erfindung machen sollte, dann habe ich versagt. Einzig meine Theorie halte ich nach wie vor für bedenkenswert. Nur wie soll ich sie unter die Leute bringen? Wer interessiert sich für die Natur eines Elektrons? Wie mache ich deutlich, dass dieses Wissen für uns alle zutiefst glückverheißend ist?

Ich habe mir darüber wirklich nicht nur einmal den Kopf

zerbrochen und ich habe auch nicht aufgegeben

nach einer Antwort zu suchen.

Und ich denke, es wäre wirklich ein guter Schritt etwas mehr Kenntnisse im Internetdesign zu erwerben, denn wenn ich endlich in der Lage wäre, die Internetseite herzustellen, die mir vorschwebt, nun, vielleicht dringe ich dann ja durch.

Dieser Gedanke gibt mir die eigentliche Motivation mich einer Fortbildung zu stellen, auch wenn ich mittlerweile ja nicht mehr die Jüngste bin und mir die Einarbeitung in neue Programme oft zu anstrengend ist. Doch, wenn ich damit meinem Ziel irgendwie näher komme, nun, dafür habe ich immer noch genug Energie.

Aber nun, es ist gleich 23 Uhr, sollte ich vielleicht besser ins Bett gehen, morgen ist wieder ein langer Tag. Den werde ich mit Korbflechten verbringen. Außerdem muss ich zur Fahrkostenstelle. Mein Wecker ist schon gestellt. Also, ich wünsche eine Gute Nacht, und ich verspreche, ich melde mich morgen wieder.

Ach ja, noch was, Kristina hat sich angeboten, eine Erstleserin meiner Biografie zu sein. Nun, vielleicht klappt es ja diesmal. Meine bisherigen Versuche Erstleser zu finden war ja nicht sehr erfolgreich. Doch Kristina scheint wirklich interessiert und auch verlässlich zu sein. Ich werde ihr also baldmöglichst meine Textdatei schicken, nur, noch ist das Buch nicht zu Ende geschrieben.

Vielleicht setzte ich mich ja morgen Abend daran

und arbeite daran weiter. Also, bis dahin.

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25.03.2013

Es ist jetzt halb Zwölf und ich kann eine

kleine Pause machen, um 12 gibt es dann Mittagessen.

Heute mussten wir alle zum EKG und anschließend zur Fahrkosten-erstattung. So bin ich nicht wirklich weit mit meinem Korb gekommen. Leider entwickelt er sich nicht zu einem Zylinder, sondern er verjüngt sich doch arg. Ich finde es aus gestalterischer Sicht ja nicht unbedingt schlecht, aber das Ziel war eigentlich etwas anderes. Nun ja, ist mein erstes Teil. Aber ich finde Korbflechten sehr schön und ich könnte mir vorstellen, so etwas auch unten in meinem Gartenhäuschen zu machen. Dann würde ich mir richtige Mühe bei der Formgestaltung geben. Ich müsste mal herausfinden, wo man die Materialen dazu herbekommt.

Nachher um Viertel nach Drei habe ich ein Gespräch mit dem Herrn Hans, er ist der leitende Sozialarbeiter, wenn ich das richtig verstanden habe. Ich soll auch zu ihm meinen Lebenslauf mitnehmen. Der andere Sozialarbeiter Herr Schiller war gar keiner, sondern er ist der Bezugstherapeut. Nun, jedenfalls bin ich auf das Gespräch gespannt.

Ich denke ich setzte mich jetzt noch etwas auf den Balkon und rauche mir eine. Draußen liegt mittlerweile ziemlich viel Schnee. Bestimmt sind es 10 Zentimeter in der Nacht geworden. Und alle stöhnen darüber, denn jeder möchte jetzt gerne in der Sonne sitzen und den Frühling starten sehen. Es war dieses Jahr wirklich genug Winter, sogar bei uns am Niederrhein.

Ich sage also mal, bis später.

Ich bin wieder da, und jetzt habe ich Feierabend.

Zur Sporteinführung werde ich nicht gehen, ich habe wirklich keine Lust auf einem Ergometer zu strampeln. Und Tischtennis können wir bei Voigt im Haus spielen. Die Frage ist nur, wo wir dort die Schläger und Bälle hernehmen. Auf jeden Fall bin ich froh, dass der Sport hier ein freiwilliges Angebot ist. Und ich lehne dankend ab. Die Räumlichkeiten hier sind einfach nicht besonders motivierend.

Ich war gerade bei diesem Sozialarbeiter und wir sind beide

zu der Überzeugung gelangt, dass ich seine Hilfe

und Unterstützung nicht benötige.

CIMG7432 Frühstück

Bei mir ist alles bestens geregelt.

Aber ich denke, bei anderen könnte seine Hilfe schon

sinnvoll sein, denn nicht jeder hat so eine nette Betreuerin wie ich.

Mein geliebter Herr Stach ist ja auch noch für mich da und ich habe meinen treuen Osram. Er ist sowieso der Beste. Wirklich, ohne ihn sähe mein Leben ziemlich beschissen aus, aber dadurch, dass er sich wirklich sehr um mich kümmert und er auch noch aus eigener leidvoller Erfahrung sehr viel Verständnis für mich mitbringt, fühle ich mich wirklich gut versorgt. Ich muss ehrlich sagen, das soziale Netz hat bei mir gegriffen und mich wirklich sicher aufgefangen. Andere machen ja durchaus andere Erfahrungen, aber wenn man mich fragt, ich bin mit unserem Sozialstaat sehr zufrieden. Jetzt muss nur noch die Rentenversicherung am Ball bleiben und mir die Fortbildung ermöglichen, dann habe ich es fast geschafft. Es war ein langwieriger und schwieriger Weg, aber wenn es am Ende dazu führt, dass ich in irgendeiner Agentur einen Job bekomme, dann will ich glücklich damit sein.

Mein Korb ist nicht unbedingt der Schönste geworden. Ich werde morgen den Fotoapparat mit in die Werkstatt nehmen und ein Foto davon machen, denn dann wird er fertig sein. Ich muss ja sagen, das Flechten selbst ist relativ einfach, aber der Abschluss, oh je, da werde ich mich morgen noch mal richtig konzentrieren müssen.

Aber es ist wichtig, dass ich diese Aufgabe hinbekomme

ohne zu stöhnen, schließlich will ich ja, dass

man mich für belastbar hält.

Der Tag selbst ist eigentlich schnell vorüber gegangen, wenn etwas zu tun ist geht die Zeit wie im Fluge vorbei. Heute habe ich auch erfahren wo ich ab Mittwoch sein werde. Ich gehe dann in den Elektrobereich. Da bin ich jetzt ja ziemlich neugierig, was mich da erwartet. Ich habe gehört, dort muss man auch irgendwelche Rechnungen durchführen. Ich bin ja mal gespannt. Sehr kompliziert dürfte es eigentlich nicht werden, denn nur die Wenigsten haben wohl Erfahrung in diesem Bereich. Leider wird dann unsere schöne Vierergruppe auseinandergerissen, denn die anderen gehen in den kaufmännischen Bereich.

Aber wir werden uns ja zu den

Mahlzeiten sehen.

003

Ich denke, ich mache mir jetzt noch mal einen Kaffee

und entspanne noch etwas, dann gehe ich zum Abendessen.

Vielleicht will Kristina ja später die Karten gelegt bekommen. Sie möchte etwas über eine Freundin und ihren neuen Freund erfahren. Der ist ihr und noch einer anderen Freundin nämlich ziemlich suspekt. Sie haben sich über diesen Mann sogar schon bei der Polizei erkundigt. Mal sehen, ob die Karten etwas darüber erzählen. Ich habe ihr gesagt, es ist möglich auch die Karten über jemand anderen zu legen, doch wenn der Kosmos meint, diese Beziehung gehe uns nichts an, dann wird nicht viel herauszubekommen sein.

Aber man kann es ja mal versuchen.

Ansonsten werde ich Fernsehschauen

oder Schreiben, je nach dem.

Also, bis später.

20140101_031936 CDU European election campaign in Neustadt am Ruebenberge

So, ich komme gerade vom Abendessen.

Es war diesmal besonders lecker, denn es gab gefüllte Hefeteigtaschen und einen köstlichen Nachtisch. Letzterer ist zwar nicht gerade etwas für die schlanke Linie, aber was soll’s. Ich habe Kristina gefragt, ob sie zum Kartenlegen zu mir kommen will, aber sie möchte sich einen ruhigen Abend machen. Außerdem hat sie mit der besagten Freundin telefoniert und nun bezweifelt sie, dass sie noch irgendetwas gegen diesen Mann ausrichten kann. So ist das mit Verliebten, bei ihnen ist der Verstand ausgesetzt, mindestens für ein halbes Jahr. Man trägt nun mal eine rosarote Brille. Verliebtheit ähnelt irgendwie sehr einer Psychose. Einen Psychotiker bekommt man von seinem Trip auch erst mal nicht herunter. Er ist einfach unzurechnungsfähig und von seiner speziellen Sicht der Welt überzeugt. Ich kann das nachvollziehen, denn mir ging es ganz genauso. Nun, wie dem auch sei, ich hätte gerne mit Kristina geklönt, aber vielleicht ergibt es sich ja ein anderes Mal, wir haben schließlich noch gute 5 Wochen vor uns.

Gleich ruft Osram an und dann mache ich mir einen

Kaffee und gehe vor den Fernseher, das ist auch schön.

Jetzt hat er angerufen und ich habe ihm die Adresse der Pension durchgegeben, die Herr Kund mir heute freundlicherweise genannt hatte. Kostet 45 Euro die Nacht, 6 Euro mehr für die Halbpension. Ist nicht gerade billig, aber wenn sie auch den Hund mit aufnehmen, dann wäre es gar keine schlechte Idee, wenigstens für 3-4 Tage. Morgen will er dort mal anrufen. Ansonsten geht es Beiden ganz gut, Osram kümmert sich ja immer sehr aufopferungsvoll um Siux. Der hat die ganze Zeit herum gepfiept, während wir telefoniert haben. Ich glaube, der Hund hätte wirklich nichts gegen einen kleinen Urlaub. Dann könnten wir zusammen spazieren gehen und vielleicht auch mal auf der französischen Seite schön Essen. Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn sie kommen. Aber, abwarten, morgen wissen wir mehr.

So, ich gehe mir jetzt erst mal einen Kaffee

holen und rauche mir eine.

Bis später.

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26.03.2013

Es ist jetzt halb Drei in der Nacht.

Ich kann irgendwie nicht mehr schlafen.

So gegen 21 Uhr bin ich vor dem Fernseher eingeschlafen und vor einer Stunde wurde ich dort wach. Ich bin gleich in mein Bett gegangen, aber der Schlaf will nicht wiederkommen. Zu dumm, aber ich werde es gleich noch mal versuchen.

Die Klinik liegt jetzt ganz still da und es ist auch nicht mehr so nasskalt wie vorhin. Hoffentlich wird das Wetter jetzt bald etwas besser. Im Wetterbericht sprachen sie von 5-6 Grad am Tage, das ist ja schon mal ein Anfang.

Morgen früh muss ich zur Blutabnahme, dass heißt, mein morgendlicher Kaffee muss ausfallen und ich könnte schön bis halb Acht schlafen. Aber ob ich jetzt noch mal so richtig einpenne, ich bezweifle dies. Jetzt jedenfalls sitze ich am Schreibtisch vor meinem Laptop in der Hoffnung noch mal müde zu werden. Ich weiß leider auch nicht so recht, was ich schreiben soll. In der Burgklinik war das anders, da fiel mir immer etwas ein. Nun ja, ich denke, ich versuche es jetzt noch mal. Den Laptop lasse ich an, vielleicht komme ich ja noch mal.

Ich bin zum Glück dann doch wieder eingeschlafen.

Der Wecker klingelte um halb Acht und so war

ich pünktlich bei der Blutentnahme.

Obwohl, ich hätte mir locker Zeit lassen können, die Schlange war Ellen lang. Und so habe ich einen schwarzen Kaffee mit hinaus genommen und eine Zigarette geraucht. Dabei kam ich mit einer Frau aus der Küche ins Gespräch und die versprach uns eine Thermoskanne mit Kaffee für unser späteres Frühstück nach der Blutentnahme hinzustellen.

Das war sehr nett, denn so konnten wir alle zusammen noch richtig frühstücken, bevor es wieder zur Ergo ging. Da habe ich dann meinen Korb fertig gestellt. Leider konnte ich ihn nicht fotografieren, da der Akku der Kamera leer war. Aber Lara hat ein Bild mit ihrem Smartphone gemacht. Sie will es mir zuschicken, wenn sie herausfindet wie das geht. Sie hat ihr Gerät noch nicht so lange und sie scheint ähnliche Schwierigkeiten wie ich mit solchen Technikdingen zu haben. Aber vielleicht klappt es ja, denn das Bild ist sehr schön geworden.

Dann hatte ich ein Gespräch mit dem Ergotherapeuten.

Es war ein bisschen unangenehm, denn er sprach mich auf meinen Rauchergeruch an. Er meinte ich sollte etwas darauf achten, um nicht unangenehm aufzufallen. Das war natürlich peinlich, aber ich denke, ich habe souverän reagiert und zugegeben, dass ich mein T-Shirt vielleicht hätte früher wechseln sollen. Denn es stimmt, ich trage es sehr gerne und vielleicht hätte ich sorgfältiger sein und gestern auch duschen sollen. Das werde ich dann heute Abend tun.

Er hat mir vorgeschlagen am Mittag mit einer anderen Gruppe schwimmen zu gehen, denn ich bin ja jetzt eigentlich arbeitslos. Doch ich habe abgelehnt, ich bin einfach ziemlich wasserscheu geworden. Das war vor meiner Psychose gar nicht so. Ich war immer ein Kind, dass aus dem Wasser gar nicht mehr heraus kam. Doch seit dem Krankenhaus sieht das bei mir wirklich anders aus. Ich bade oder dusche ziemlich ungern. Ich weiß nicht woran das liegt, es ist mir wohl einfach zu aufwendig und anstrengend. Aber natürlich, wenn ich irgendwann mal wieder arbeiten gehen sollte, dann muss ich stärker darauf achten.

Jetzt habe ich mir jedenfalls erst mal ein frisches T-Shirt

angezogen, ich hoffe das ist schon mal besser so.

Und dann hatte er mir ein paar Tests in die Hand gedrückt, auf den Blättern waren nur teilweise vollständige kleine Zeichnungen abgebildet und ich sollte daneben schreiben, was ich darauf erkenne. Ich denke, ich bin mit dieser Aufgabe gut zurecht gekommen. Außerdem gab er mir zwei Textblätter, der eine war ohne Fehler und auf dem anderen waren Rechtschreibfehler. Die sollte ich nun korrigieren. Zunächst habe ich nicht alle gleich entdeckt, aber im zweiten Durchlauf habe ich alle 20 Fehler gefunden. Er meinte, das wäre sehr gut. Also, ich denke, er wird nicht viel Schlechtes über mich sagen können. Der Korb ist fertig, wenn auch etwas krumm, die Blätter habe ich erfolgreich bearbeitet und das Gespräch über den Körpergeruch, nun, ich denke, ich habe vernünftig reagiert. Aber natürlich, ich weiß nicht, auf was sie in dieser Ergotherapie noch alles achten. So, ich muss wieder los, ich sage, bis später.

Also, nun bin ich geduscht.

Es ist jetzt gleich

16 Uhr.

Heute wurde in der Ergo früher Schluss gemacht, weil um 15 Uhr Vollversammlung war. Dort werden Termine bekannt gegeben, Neuerungen und ähnliches. Auch mussten wir Neuen uns kurz vorstellen und Rehabilitanden, die ihren letzten Tag hatten, konnten auch noch etwas sagen. Es ging ganz schnell und danach bin ich gleich unter die Dusche. Jetzt habe ich genügend Zeit bis zum Abendessen, so dass meine Haare trocken werden können. Ich hoffe ich dufte dann, denn so eine peinliche Zurechtweisung möchte ich auch nicht jeden zweiten Tag erleben.

Es ist aber auch wirklich schlimm mit mir

und meiner Wasserabneigung.

Aktualisiert am 14. Mai 2019, 13:59 Uhr

In der Ergo habe ich nach dem Mittagessen mit

Pastellkreide malen dürfen, es war mir überlassen was.

Es sind drei ganz nette Bilder geworden. Als erstes habe ich eine Piratin am Strand vor einem Sonnenuntergang gemalt, mit einem alten Segelschiff im Hintergrund. Danach habe ich Voigt vor seinem Korb gemalt. Er ist ganz gut zu erkennen gewesen. Man merkt halt schon, dass ich das Zeichnen mal gelernt habe. Zum Schluss habe ich ein Frauengesicht gemalt, ziemlich heftig geschminkt, aber sie hatte Ausdruck. Das fanden dann auch alle anderen. Sie waren überrascht, wie gut ich malen kann. Es ist natürlich schön, dass ich gelobt wurde, aber ich selbst bin selten wirklich zufrieden. Aber es war ganz entspannend. Ich habe die Bilder anschließend fotografiert. Natürlich auch meinen Korb. Diese Bilder kommen in den Film, den ich aus meinen Fotos machen werde.

Damit ist die Ergotherapie hier abgeschlossen.

Morgen kommt der Elektrobereich dran.

Um 9.40 Uhr muss ich jedoch dann auch noch zu einem Arzttermin, ich fand heute eine entsprechende Nachricht in meinem Postfach. Auch die Unterlagen für die Fahrkostenerstattung war dabei. Damit kann ich Übermorgen zur Kasse gehen. Dann bin ich endlich nicht mehr ohne Geld. Obwohl, ich komme zur Zeit auch ganz gut ohne aus. Aber dann kann ich die 2,50€ für das Korbmaterial begleichen. So sieht es aus. Wie ich nun diese Ergotherapie fand? Nun, stressig war sie nicht, im Gegenteil, ich fand es eigentlich alles sehr entspannend. Selbst den geflochtenen Korbabschluss habe ich heute so einiger Maßen hinbekommen. Ist schon ziemlich knifflig, das meinte auch Voigt. Sein Korb ist wirklich sehr schön geworden. Ganz gerade und er hat auch eine schöne Höhe.

Er hat wohl schon mal so etwas in einer anderen Reha gemacht,

offensichtlich ist Korbflechten bei Ergotherapeuten beliebt.

Ich werde mir jetzt noch einen Kaffee machen und dann lege ich mich etwas hin. Zur Schwimmeinführung werde ich nicht gehen, meine Haare sind noch zu nass. Außerdem, soll ich ehrlich sein, ich fühle mich etwas zu dick fürs Schwimmbad. Mich frustriert es einfach mich so pummelig zu sehen, und vor allen Dingen mich vor anderen so zu zeigen. Bin ich zu eitel? Wahrscheinlich. Aber ich bin es nun mal nicht gewohnt, nicht schön zu sein. Ich hatte immer eine gute Figur, doch davon ist leider nichts mehr übrig. Klar, Sie werden einwenden, ohne Sport wird das auch nicht besser, und sie haben wahrscheinlich recht. Dennoch, ich werde hier wohl nicht schwimmen gehen. Zumal, so ein Becken von wenigen Metern Länge, ich finde, das ist nicht besonders einladend.

Ich werde mich also etwas hinlegen, ich könnte ja

lesen oder so. Ich sage mal,

bis später.

Kanada und die USA haben sich auf die Aufhebung

der von beiden Seiten verhängten Zölle auf Stahl und

Aluminium geeinigt. Das teilten beide Länder in

einer gemeinsamen Erklärung mit…

Conflict of Nations - Echtzeit-Strategie vom Feinsten!

So, jetzt warte ich auf Osrams

Anruf, es ist schon wieder kurz vor 19 Uhr.

Ich habe tatsächlich vorhin in dem Buch gelesen, welches ich schon Zuhause angefangen hatte und was Osram mir mit den wärmsten Empfehlungen mitgegeben hatte. Es handelt von Jesus, der als Gitarrenspieler zurück nach New York auf die Erde kommt. Um an Geld für sich und seine Freunde zu kommen nimmt er an einer Castingshow teil. Jetzt ist er gerade mit einem klapprigen Bus mit seinen Freunden auf dem Weg an die Westküste, um dort bei der Show aufzutreten. Es entwickelt sich tatsächlich ganz amüsant und ich kann das Buch auch nur empfehlen, wenn man eine Vorstellung davon entwickeln möchte, wie so ein Jesus die Welt von heute sieht und welche Wunder er tut. Seine Methode ist erfolgreich und da ich sie selber ausprobiert habe, wenn auch nicht so konsequent wie er, nun, ich kann nur sagen, der Autor weiß was er da schreibt. Ich habe gerade in der Zeit meines Bombini-Projektes die Erfahrung gemacht, Jesus Methode ist die einzig Wahre, meiner Meinung nach.

Lesen Sie das Buch, es heißt: „Gott bewahre“

von John Niven. Wirklich sehr

empfehlenswert.

Unzufriedenheit

Nun habe ich mit Osram bestimmt eine gute halbe Stunde telefoniert.

Er hat sich leider noch nicht um das Hotel kümmern können, er muss sich jetzt erst einmal um die Verschrottung unseres alten Mondeo kümmern. Es ist wohl gar nicht so einfach einen Schrottplatz zu finden, der das Auto nimmt. Außerdem muss er es noch für die Fahrt zum Schrottplatz fit machen, die Batterie ist leer. Dann musste er auch noch den Blinker bei unserem neuen Auto, dem Audi, reparieren, was bei solch modernen Autos leider nicht so einfach funktioniert wie bei einem alten Renault. Und dann der Hund, der braucht jetzt, wo ich weg bin und er den Tag über alleine ist, besonders viel Ansprache. Nun, ich habe Osram gesagt, er sollte mit dem Anruf bei dem Hotel nicht allzu lange warten, die Ferienzeit steht vor der Türe. Aber so ist das bei ihm, so ganz spontan mal eben etwas machen, dass ist nicht seine Art. Da bin ich ja ganz anders, was man auch an meinem Korb sehen kann. Er ist jetzt nur deshalb so individuell geworden, um es mal positiv auszudrücken, weil bei mir immer alles möglichst schnell gehen muss.

Osram meinte auch, wenn wir professionell miteinander

zu tun hätten, wir bekämen uns wahrscheinlich

ständig in die Haare.

22.Foto

Er hätte zum Beispiel auch meine Hoch/

spannungskaskade viel sorgfältiger zusammen gelötet.

Bei ihm wären alle Schrauben fest angezogen und was weiß ich noch. Er meinte, ihm hätte ein kritischer Blick auf meine Kaskade genügt um stark zu bezweifeln, dass sie wirklich funktioniert hat, egal was ich gemessen hätte. Denn auch meine Messung sei nicht ordentlich gewesen, ich hätte nämlich auch den Stromfluss überprüfen müssen. Ich sage dann immer, ich habe genau das getan, was man mir empfohlen hatte, aber er bleibt dabei. Jetzt habe ich ihm gesagt, dass ich nur dann glaube keine 80 000 Volt erzielt zu haben, wenn er mit mir die Kaskade noch mal gründlich untersucht. Er muss mir die tieferen Zusammenhänge einfach ganz genau erklären und dann müssen wir eben so messen, wie er es für richtig hält. Warum mir das so wichtig ist? Nun, wenn ich bei der Kaskade nicht die 80 000 Volt hatte, dann ist dies vielleicht die Erklärung dafür, warum mein Bombini nicht geflogen ist. Und dass heißt, machen wir den Versuch noch mal, nach seinen Vorgaben, dann fliegt es ja vielleicht doch. Und dann bekomme ich den Nobelpreis. Jawohl, denn es wäre wirklich bahnbrechend. Wenn es jedoch auch dann nicht fliegt, nun, dann ist meine schöne Theorie vom künstlichen Elektron tatsächlich Bullshit. Wenn es aber fliegt, nun, dann habe ich wirklich etwas Großes geleistet und alle Mühen und Sorgen wären nicht umsonst gewesen. Vielleicht würde dann ja auch die Vorhersage meines Großvaters sich bewahrheiten und Osram und ich werden berühmt mit meiner „Wunderwaffe“. Ja und dass hieße dann, alle meine angeblichen Wahnvorstellungen wären doch Realität gewesen und nicht nur eine Ausgeburt meines schizophrenen Verstandes. Sie sehen also, es hängt wirklich einiges davon ab, ob mein Bombini fliegen kann oder nicht. Denn mit einen fliegenden Bombini wäre ich wirklich endgültig rehabilitiert.

Bisher jedoch hat sich Osram hartnäckig geweigert, mit mir das Hochspannungs-Experiment gemeinsam durchzuführen, doch jetzt gerade am Telefon habe ich Hoffnung geschöpft. Vielleicht bekomme ich ihn ja doch noch mal dazu.

Mir tut der Magen weh, ich habe wohl beim

Abendessen zu stark zugegriffen.

Es war aber heute auch wirklich sehr lecker. Es gab kalte Reibekuchen, sehr leckeren Schinken und auch der Salat hat mir gut geschmeckt. Dann hatte ich noch zwei kleine Brötchen, eines hätte es jedoch vielleicht auch getan. Jedenfalls habe ich jetzt nach dem Kaffee Bauchschmerzen. Ich werde mich wohl in Zukunft etwas zurückhalten müssen, vielleicht nehme ich dann ja auch wieder die zwei Kilo ab, die ich in dem letzten Jahr wieder drauf bekommen habe. Aber ich will Sie nicht schon wieder mit meinen leidigen Figurproblemen nerven.

Es ist jetzt halb Neun, ich denke ich gehe in mein Bett und lese das Buch weiter, für heute habe ich genug geschrieben, ich melde mich morgen wieder. Bis dahin.

Denkste! Ich kann nicht einschlafen, ich bin irgendwie hellwach. Es ist jetzt 3 Minuten nach Mitternacht und die Augen wollen mir einfach nicht zufallen. Seit fast 2 Stunden liege ich wach im Bett. Jetzt habe ich es aufgegeben, eine Zigarette geraucht und das Laptop angemacht.

Mir ist nämlich eingefallen, ich habe gar nicht erzählt,

was ich letzte Nacht geträumt habe.

Hebamme

Ich träumte ich sei schwanger und ich wollte Osram davon überzeugen, dass es doch wirklich gar nicht schlimm ist, ein Kind zu bekommen, auch wenn ich schon fast 50 Jahre alt bin.

Doch habe ich mich im Traum dann etwas verrechnet, denn ich meinte mit 60 sei eine 20 Jährige Tochter zu haben doch durchaus noch erträglich. Aber auch in meinem Traum war Osram nicht zu überzeugen und als ich ihm heute am Telefon davon erzählte, da reagierte er genauso. Für ihn ist Kinderkriegen ein Alptraum, den er auf keinen Fall erleben möchte. Vielleicht, so habe ich gerade überlegt, ist dies auch der Grund, wieso es bei uns nicht zum Sex kommt. Möglicherweise hat er einfach Angst vor den Folgen. Ja, sie verstehen es richtig, ich bin seit 8 Jahren mit einem Mann zusammen, der keine Lust auf Sex hat. Ganz zu Anfang war es schon ab und zu dazu gekommen, aber nie mit dem eigentlichen Akt. Mich hat das nicht gestört, nur etwas verwundert. Doch ich hatte in meiner Beziehung zu Mansur, meinem Exfreund, soviel Sex, bis er mir an den Ohren wieder raus kam. Da kam so eine ehr platonische Beziehung mir durchaus entgegen. Und während der Psychose war an Sex sowieso nicht zu denken. Da ist man so geistig drauf, da passt das Körperliche einem sowieso nicht in den Kram. Und nach dem Krankenhaus war ich so depressiv, da mochte ich auch nicht an Sex denken. Auch wenn ich mir körperliche Nähe durchaus auch gewünscht hatte. Aber ich fühlte mich derart unsexy, nun, mir kam es ganz verständlich vor, dass ein Mann eine ewig herumheulende Frau nicht gerade begehrenswert findet. Nun, und als es mir besser ging, da wusste ich nicht, wie ich damit wieder anfangen sollte. Denn, von Osram kam einfach nichts. Ein Küsschen zur Guten Nacht, das war es auch schon. Irgendwann habe ich mich deshalb auch bei ihm beschwert, doch das führte nur zu Streit. Er will es einfach nicht. Er hat mir einmal sogar gesagt, dass ich mir dafür jemand anderen suchen soll. Nun, das hatte ich da sogar schon getan, ich habe mir von Mansur überzeugend klar machen lassen, dass ich durchaus sexy sein kann. Wenn es nach ihm gehen würde, dann würde er mich regelmäßig gerne davon überzeugen. Osram habe ich davon nichts erzählt, er will es nicht wissen. Ich habe ihn nämlich einmal gefragt, ob er so etwas erfahren möchte, aber er meinte, er wolle davon nichts hören.

Und so führe ich mit ihm eine Beziehung, die

mein guter Freund Bodo so beschrieb:

Eine WG mit Küsschen.

Trotz dieser Einschränkung ist Osram der beste Freund, den ich je hatte. Er steht wirklich wie ein Fels an meiner Seite, nur schlafen wir halt in getrennten Zimmern. Zum Glück ist meine Wohnung groß genug. Er wohnt jetzt in Felix altem Kinderzimmer und einen Teil meines Ankleidezimmers hält er auch besetzt. Was man davon halten soll? Nun, ich hoffe, es zerstört auf die Dauer nicht doch unsere Beziehung. Denn, natürlich könnte ich mich auch irgendwann in jemand anderen verlieben, einen Mann vielleicht, der sexuell großes Interesse an mir hat. Möglicherweise würde ich mich in so einen Mann verlieben, einfach, weil er mich im Bett glücklich macht. Diese Gefahr besteht bei Mansur nicht. Ich kann ihn zwar immer noch sehr gut leiden, aber ein rosaroter Prinz ist er für mich nicht mehr. Nur im Bett, da ist er wirklich unschlagbar. Wir kennen uns in dieser Hinsicht halt wirklich gut und wir wissen es, uns dort bestens zu amüsieren.

Manchmal denke ich, ich lebe das Leben meiner Mutter.

Auch sie bekam früh Kinder, auch sie trennte sich mit 30 Jahren, und anschließend war sie 30 Jahre mit einem Mann zusammen, der auch keine Lust auf sie im Bett hatte. Mit knapp 70 hat er dann einen Rappel gekriegt und meine Mutter Knall auf Fall verlassen wegen einer geilen Nachbarin. Diese Beziehung hielt nicht, doch er findet immer eine Neue mit der er Sex haben kann. Nur mit meiner Mutter, da will er nicht, da kann er nicht. Meine Mutter hat dies sehr gekränkt, denn auch sie wünschte sich eigentlich ein schönes Sexleben. Ob das bei mir wohl auch einmal so kommt? Ob Osram irgendwann auf den Geschmack kommt und mich wegen einer scharfen Braut verlässt?

Ehrlich, im Moment kann ich mir das nicht vorstellen.

Aber das konnte sich meine Mutter mit

ihrem Egon auch nicht.

~~dummy~~

Und dann hatte ich noch einen Traum.

Er war ziemlich umfangreich, doch so richtig bekomme ich ihn nicht mehr zusammen. Nur eines ist mir noch bildhaft in Erinnerung. Ich bin einen Balkon hinabgestürzt und es war unklar ob ich verletzt war oder nicht und dann war ich bei meiner Therapeutin, doch die war nicht da. Stattdessen tagte dort eine Gruppe von Kollegen. Nun, und ich saß dabei und dachte, ich könnte vielleicht Unterstützung gewinnen bei meinem Wunsch, die Tabletten abzusetzen. Da hatte ich mich allerdings total geschnitten. Ich bekam dort einen deutlichen Vortrag gehalten, wie wichtig dieses Zeldox für mich sei. Wenn Träume auch Botschaften des Unterbewusstsein sind, dann warnt mich dieser Traum wohl vor einem solchen Schritt. Also werde ich diese blöden Dinger wohl erst mal weiter nehmen, auch wenn ich eigentlich der Meinung bin, dass ich sie wirklich nicht mehr benötige. Doch da sind in meinem Unfeld alle anderer Meinung, bis auf Osram. Er ist aus seinen zwei Psychosen auch ohne Therapeut und Tabletten heraus gekommen. Aber er meint eben auch, vielleicht ist meine Psychose dann doch auch etwas heftiger gewesen als seine. Nun, zur Zeit nehme ich sie regelmäßig und werde es wohl auch weiter tun. Außer, dass ich glaube, dass sie mich dick machen, haben sie keine weiteren Nebenwirkungen.

Jetzt ist es schon Viertel vor Eins, wenn ich nicht langsam

schlafe, dann muss ich morgen auch zu meinem

Bezugtherapeuten gehen.

Prinz CharlesAktualisiert am 17. Mai 2019, 18:29 Uhr

Kristina hat dies gestern Morgen gemacht, sie hatte

nur vier Stunden geschlafen und fühlte sich ziemlich deprimiert.

Sie leidet nun schon seit 11 Jahren an Depressionen, wie sie mir erzählte. Die tauchen auf, wenn sie sich überanstrengt. Deshalb durfte sie wieder ins Bett und musste nicht in die Ergotherapie. Auch die nächsten 10 Tage soll sie etwas kürzer treten und schon um 14 Uhr Feierabend machen. Doch so ist die Lage bei mir ja nicht, ich bin einfach nur nicht müde genug. Vielleicht muss ich mal den Kaffee reduzieren.

So, jetzt habe ich aber wirklich alles Wichtige erzählt und ich werde es noch mal versuchen. Vielleicht lese ich noch ein Kapitel. Der Wecker klingelt um 7 Uhr, wenn ich jetzt bald einschlafe, dürfte ich ausgeschlafen genug für den Tag sein.

Drücken Sie mir die Daumen, dass es jetzt endlich mit dem

Schlafen klappt. Ich sage mal, bis morgen.

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27.03.2013

Jetzt habe ich noch ein paar Minuten bis zum Mittagessen.

Ich bin total gerädert und so war die Zeit in der Elektroabteilung für mich sehr anstrengend. Wir mussten eine Schaltung löten, doch ich konnte gar nicht richtig gucken und meine Hände zitterten etwas. Aber ich war dennoch fix und am Ende war die Sache dann auch ganz ordentlich geworden. Allerdings musste ich zwei Käbelchen neu machen. Ich habe dem Leiter dort gesagt, dass mein Problem nicht so sehr die Geschwindigkeit sondern ehr die Sorgfalt ist und so kam er auch einmal und meinte, ich solle ruhig etwas langsamer machen.

Dann sollte ich ja auch eigentlich zur Ärztin, doch man hatte sich mal wieder mit den Terminen vertan, jetzt gehe ich morgen um 9.20Uhr hin. Ich bin ja mal gespannt, was die Frau von mir will. Auch Voigt und Lara hatten dort einen Termin, und so haben wir uns kurz gesehen. Die Drei sind ja jetzt in der kaufmännischen Abteilung. Doch dort war Personalmangel, so dass sie erst nach der Pause dort anfangen brauchten. So, es wird Zeit, ich melde mich vielleicht nach dem Essen noch mal.

Jetzt habe ich noch ein halbes Stündchen Zeit. Ich habe mir einen Kaffee gemacht, in der Hoffnung, dass er mich endlich etwas wacher macht. Also, ich sage mal, als Elektriker muss man gut ausgeschlafen sein, sonst ist es wirklich eine Quälerei und man macht womöglich schwere Fehler. Jetzt verstehe ich auch, wieso Osram immer so früh schlafen gehen muss.

Im Gegensatz zu meiner jetzigen Tätigkeit

war die Ergotherapie wirklich

ein Paradies.

Ranga Yogeshwar

Entspannung pur, doch löten Sie mal kleine Kabel

zu einer Schaltung zusammen, dann verstehen Sie was ich meine.

Man muss ungeheuer genau gucken und sehr feinmotorisch arbeiten. Das ist nicht gerade meine Stärke. Ich gehöre zur Fraktion Grobmotorik und eine Fünf gerade sein lassen. Im Entwurf ist das auch nicht weiter schlimm, denn eine lebendige Zeichnung wird mit einem ehr lockeren Strich lebendiger. Aber was soll’s, ich muss da jetzt durch, ich hoffe nur, die Zeit bis zum Feierabend geht schnell vorbei.

Vorhin kam Herr Schiller, der Bezug/

therapeut, zu mir wegen einer

Terminänderung.

Regierungskrise in Österreich

Da hatte ich ja Glück, denn mir war gar nicht

klar, dass ich heute einen Termin bei ihm gehabt hätte.

Jetzt muss ich am Freitag um Neun zu ihm. Also, der Herr Kund meinte ja zu mir, ich hätte mit Herrn Schiller großes Glück, denn seiner Meinung nach wäre er der Beste. Also, ich weiß ja nicht, ich habe keinen so guten Draht zu ihm bisher.

Ich weiß auch gar nicht, was ich mit ihm besprechen soll.

Aber mal abwarten, Freitag sehe ich es viel/

leicht schon wieder anders.

Ich wäre jetzt ja auch gerne bei den Kaufmännischen, denn die dürfen gerade einen Aufsatz zum Thema: „Mein beruflicher Werdegang“ schreiben. Da käme ich gerade heute erheblich besser mit klar. Aber ich wollte diesen Bereich ja nicht, denn eigentlich ist mir diese ganze Büroarbeit ehr unangenehm. Ich hatte damals, während meiner Beruftätigkeit dafür auch gleich meine Freundin Angela engagiert. Die macht so etwas sehr gerne. Sie hatte dann auch meinen Papierkram geführt, als ich Bankrott gegangen war und Tausende Rechnungen sich bei mir stapelten. Sie hat erst mal Ordnung da hinein gebracht und anschließend penibel die Zahlungen kontrolliert. Das war mir damals eine große Hilfe, denn ich blickte so gut wie gar nicht mehr durch. Und jetzt habe ich für den Ämterkram meine Frau Doogs-Herholz, die kümmert sich um alles was mir zuviel ist. Nach dem Krankenhaus war ich mit solchen Dingen völlig überfordert. Jetzt geht es langsam wieder, aber wirklich aufgehen tue ich dabei nicht. Das ist auch ein Grund, wieso ich nicht mehr unbedingt selbstständig sein möchte. Wenn man mit einer Agentur zusammen arbeitet, dann muss man nicht alles alleine machen. Da gibt es ein Sekretariat, eine Buchhaltung und so weiter, die sich um den Papierkram und die Rechnungen kümmern.

So, ich schau mal auf die Uhr, ich denke, ich mache mich

jetzt auf den Weg, dann kann ich vielleicht noch

eine Rauchen. Bis später.

So, liebe Leute, jetzt bin ich aber fertig!

Man ist das anstrengend! Ich habe aber so glaube ich heute auch die Arbeit von zwei Tagen gemacht, wenn ich mir die anderen so anschaue. Zum Schuss musste ich auch noch Theorie machen. Ein Test, wo man auf einer Skizze ablesen musste, on die Lampe nun brennt oder nicht. Nun meine Lampe brennt jetzt jedenfalls. Ich hasse so etwas ja, aber es gehört wohl zum Programm. Ich kann die ganze Sache nur aushalten, wenn sie schnell vorüber geht. Das ging natürlich leicht auf die Sorgfalt, nun ja, aber diese Fummelei ist einfach zu blöd. Was bin ich froh, dass ich kein Elektriker bin. Hoffentlich muss ich das nicht zwei Wochen lang machen. Jetzt trinke ich erst mal einen Kaffee und dann lege ich mich etwas hin, mir tut der Rücken weh, denn ich bin total verspannt.

So, jetzt habe ich mit Osram telefoniert und ihm

natürlich die Ohren voll gejammert über meinen stressigen Tag.

Er hat jedoch kein Mitleid, denn er meint, gerade für mich wäre es wichtig zu lernen eine Aufgabe auch in Ruhe und vor allen Dingen mit einem Qualitätsanspruch zu erfüllen. Schnell ist zwar schön, aber am Ende muss das Ergebnis auch stimmen. Und ich weiß es ja, ich lasse gerne eine Fünf gerade sein, Hauptsache ich war schnell fertig. Aber als Elektriker kommt es eben nun mal auch sehr auf die Exaktheit und Schönheit einer Schaltung an. Ich denke, mir fehlt halt die Erfahrung einer Lehre, da sorgt dann der Meister schon dafür, dass man weiß, es kommt auf die Qualität und danach auf die Zeit an. Als Designer jedoch ist man nicht unbedingt der ausführende Handwerker, der muss natürlich sehr gut arbeiten, aber der Entwurf, nun ja, der muss vor allen Dingen inhaltlich gut sein. Und wie gesagt, die dazugehörige Zeichnung muss ansprechen aber nicht unbedingt auf den Millimeter genau sein. Und vor allen Dingen, die Sache muss schnell erledigt werden, jedenfalls ist es oft so. Nun ja, ich werde versuchen morgen etwas gelassener an die Sache heranzugehen, sonst bin ich nachher nur wieder völlig geschafft.

Osram hat jetzt das Hotelzimmer gebucht, er kommt in der Woche

vor Ostern, am Ostersonntag fährt er dann wieder zurück.

Ich freue mich, dass er sich dazu durchgerungen hat. Er hat sich durchaus ein paar schöne Tage verdient. Der Hund ist natürlich auch kein Problem, so kann er hier mit Siux lange Spaziergänge machen, lesen und nun, ich hoffe, er kommt jeden Nachmittag zu mir und wir machen etwas Schönes. Ich war ja noch nie mit ihm woanders, ich war immer nur alleine weg.

Außerdem kann er dann schon mal ein paar Sachen mit dem Auto mit zurück nehmen, dann ist mein Koffer nicht so schwer. Vielleicht behalte ich nur eine Tasche und er nimmt den großen Koffer mit. Es sind ja dann nur noch drei Tage, bis auch ich diesen Ort wieder verlasse. Aber bis dahin dauert es ja noch, bin ja noch keine Woche hier.

So, ich gehe mir jetzt noch einen Tee machen, den Kaffee lasse ich heute mal weg. Und dann, nach einer Zigarette werde ich das Buch zu Ende lesen. Ich befürchte Jesus wird wieder einmal nicht älter als 33 Jahre.

Aber ich will ihnen nicht die Spannung nehmen,

lesen sie das Buch selbst. Es ist

ganz unterhaltsam.

So, ich habe das Buch aus, doch

leider kann ich jetzt wieder nicht einschlafen.

Es ist 23 Uhr, also noch nicht ganz so spät. Deshalb sitze ich jetzt doch noch mal vor meinem Laptop. Gerade habe ich auf dem Balkon noch eine Zigarette geraucht und nachgedacht. Allerdings kann ich meine Gedanken nur schwer festhalten. Gut, es ist nicht so schlimm wie nach diesem fürchterlich beängstigendem Blitz in meinem Kopf, kurz nach Weihnachten 2006, aber es zeigt mir, ich leide immer noch unter gewissen Konzentrationsstörungen. Sicher, sie sind nicht mehr so schlimm wie in der Zeit nach diesem Blitz, aber richtig gut ist es auch noch nicht. Damals aber war es wirklich sehr schlimm, ich dachte: „Wenn das so bleibt, dann bist Du echt behindert. Geistig behindert.“ Ich konnte mir einfach überhaupt nichts merken, die Worte glitten immer nur an mir vorbei. Wenn ich ein Gespräch mit jemandem geführt hatte, dann wusste ich schon 1 Minuten später nicht mehr was ich gesagt hatte. Wenn ich einen Film im Fernsehen anschaute, dann konnte ich mir die Geschichte, die da erzählt wurde einfach nicht merken. Ein Buch lesen war unmöglich, denn nach einer halben Seite war alles weg und ich konnte von Vorne beginnen. Was ich allerdings selten tat, ich legte die Bücher zur Seite, denn so war lesen einfach unmöglich.

Das blieb eine ganze Weile so, bestimmt ein halbes Jahr.

Danach wurde es langsam besser.

Was der Blitz war?

Ich weiß es nicht. Ich habe bisher noch keinen Arzt gefunden, der mir das Geschehene genauer erklären konnte. Eigentlich schaute man mich immer nur verständnislos an, wenn ich sagte, der Blitz hat mir mein Gehirn gelöscht.

Ich konnte im Moment des Blitzes richtiggehend verfolgen wie alle meine Kenntnisse und Erinnerungen an mir vorbei flossen, sie sanken in ein großes, dunkles Loch. Das war wirklich ungeheuerlich. Und ich machte dafür irgendwelche bösen Mächte verantwortlich, denn bevor der Blitz zuschlug, konnte ich ganz deutlich über mir eine sehr harte Stimme vernehmen und die sagte: „So, jetzt machen wir Dich fertig!“ Ehrlich, ich hatte in diesem Moment sehr große Angst, ja, ich dachte: „Scheiße, daran kann man sterben.“ Für mich war dies das Schlimmste, was mir überhaupt zustoßen konnte. Denn gerade auf mein Gedächtnis war ich immer sehr stolz gewesen. Wenn andere sich nicht mehr erinnerten, ich konnte es. Ich sah viele Dinge wie einen Film in mir abgespeichert. Doch nun waren die mir wichtigsten Filme alle gelöscht.

Wenn ich mich zum Beispiel versuchte daran zu erinnern,

was in den letzten Monaten passiert war,

dann war da nichts.

Herzogin Meghan

Den Film, den ich dann sah, der sah aus, als

wäre jeder Tag immer gleich und total langweilig gewesen.

Doch das konnte gar nicht sein, denn ich brauchte nur in meinen Laptop zu schauen und da sah ich ja, was ich gemacht hatte. Ich hatte zumindest zig Videos gedreht und ich hatte eine Internetseite damit gefüllt. Doch wenn ich mir jetzt die Filme ansah, dann liefen mir nur noch die Tränen, denn die Frau, die dort die Welt erklärte, die war plötzlich weit weg. Denn dieser Frau ging es blendend, sie war super gut drauf, sie war schön auf ihre Art, sie konnte reden wie ein Wasserfall und sie hatte auch etwas zu erzählen. Klar, das war ich gewesen, doch ich war plötzlich eine Andere. Ich war ein Haufen Elend, ich konnte nicht mehr vernünftig reden und denken, ich sah fürchterlich aus, ich war völlig verwirrt. Wirklich, liebe Leute, für mich war das die Hölle. Aber niemand schien mich und mein Problem zu verstehen. Wenn ich sagte, ich habe einen Gedächtnisverlust erlitten, dann war die Antwort: „Wieso, kennst Du Deinen Namen etwa nicht mehr? Ich merke an Dir nichts.“ Und, dass ich plötzlich von meinem Bombini nur noch den Namen kannte, nun, das störte niemanden, denn mein Bombini hielt man eh für Schwachsinn. Jeder war froh, dass ich mit diesem Projekt endlich aufhörte. Aber mir war mit dem Gedächtnisverlust mein Lebenswerk zerstört worden. Ich saß vor einem Haufen von Trümmern. Ja, ich hatte den Eindruck, da hatte mir jemand meine Seele gestohlen. Diese Stimme musste dafür verantwortlich sein, nur zu wem gehörte sie? Ich hatte sie wirklich ganz deutlich im Raum gehört. Allerdings hatte ich auch noch eine andere Stimme gehört, nur wenige Minuten später. Ich saß vor meinem Rechner und fragte mich, wie ich nur die Kabel der Kamera in die Fernsehkarte stöpseln musste. Irgendwie konnte ich mich einfach nicht daran erinnern. Doch da half mir diese Stimme. Sie war sehr freundlich, warm und sie gehörte einem Mann. Es war ebenfalls eine Stimme, die ich ganz deutlich im Raum hören konnte, doch sehen konnte ich niemanden.

Und ganz tief in meinem Innern hörte ich eine weitere Stimme und die versprach mir: „In einem halben Jahr hast Du Deine Erinnerungen zurück, mache Dir keine Sorgen.“ Die Stimme sprach zwar in mir, aber sie gehörte mir nicht.

So etwas nennt der Psychiater Schizophrenie. Ich jedoch denke auch heute noch: „Wer weiß, vielleicht gibt es mehr zwischen Himmel und Erde, als wir im allgemeinen annehmen. Vielleicht war es Telepathie mit höheren Mächten.“

So, jetzt ist es halb Zwölf, ich werde noch mal

versuchen zu schlafen. Bis morgen.

28.02.2013

Frühstückspause! Und ich habe

diesen Elektrotechniktest hinter mich gebracht.

War eine ganz schöne Rechnerei. Aber ich denke, ich dürfte nur wenige Fehler gemacht haben. Und weil ich danach nichts zu tun hatte, durfte ich schon mal zur Kasse gehen und die Fahrkostenerstattung abholen. Jetzt habe ich wieder Geld und noch Zeit für einen Kaffee auf meinem Zimmer.

Ich bin ja mal gespannt, was für eine Aufgabe ich gleich gestellt bekomme. Wie fit ich mich heute fühle? Nun, jedenfalls besser wie gestern, auch wenn ich nicht ganz ausgeschlafen bin.

So, der Kaffee ist alle und die Zigarette ist geraucht, ich mache mich jetzt wieder auf den Weg zur zweiten Runde, ich sage mal, bis später. Ob ich Mittags etwas schreiben kann ist unklar, denn heute um Viertel vor Eins ist ein Meeting hier im Haus. Da werden die Belange der Hausgemeinschaft angesprochen und der Küchendienst eingeteilt.

Aber heute Nachmittag habe ich ja genug Zeit, also, bis dahin.

Jetzt ist gleich das Haustreffen und ich habe noch ein paar Minuten.

Was ich bisher gemacht habe? Ich habe mich mit elektrotechnischer Theorie beschäftigt und zum Beispiel die Farbencodes auf Widerständen in eine Liste übertragen, gleich soll ich an Hand der notierten Farben den Widerstand berechnen. Ich denke mal, das geht diesmal nicht fehlerfrei ab, denn ich hatte doch ziemliche Schwierigkeiten die einzelnen, winzigen Farbringe zu erkennen. Vielleicht brauche ich bald schon eine neue, stärkere Brille. Beim Lesen muss ich auch schon immer größeren Abstand halten. Vielleicht schaue ich in der Stadt mal in einem Brillenladen vorbei. Das mit meinen Augen ist wirklich doof. Ich hasse Brillen. Aber ohne bin ich ein Analphabet.

So, ich höre schon die Ersten in den Fernsehraum gehen, dann

mache ich mich auch mal auf dort hin.

Bis später.

Pietro Lombardi

Geschafft, jetzt nur noch ein Tag und dann ist wieder Wochenende.

Die Woche ist schnell vergangen, denn die Zeit vergeht hier wie im Fluge, da man durch die Arbeit gut beschäftigt ist. Heute Nachmittag habe ich eine Schaltung zusammengebaut, wenn es darauf an käme, dann könnte ich jetzt einen Lichtschalter im Hausflur anklemmen. Was für eine Arbeit, also wirklich, Elektriker ist nichts für mich. Hoffentlich ist damit nächste Woche Schluss und ich komme in die Küche oder in die Gärtnerei. Außerdem steht noch die Druckerei zur Auswahl. Am Montag entscheidet es sich.

Kristina hat mich heute Abend zum Kniffeln eingeladen.

Das ist zwar nicht ganz mein Fall, aber ich gehe zu ihr. Die Drei sind nette Menschen und ich will mich nicht unnötig ausschließen. Am Samstag fahren wir zusammen in die Stadt. Dann muss ich in ein Reisebüro, den Abfahrtstermin um einen Tag vorverlegen. Ich hätte wirklich vorher hier anrufen sollen und nachfragen, wie lang die Sache genau geht. Das wird mich jetzt wahrscheinlich etwas Geld kosten, aber was soll’s, ich habe es ja. Außerdem kommt Osram, und sollte es am Ende nicht ganz reichen, dann kann ich ihn anpumpen.

Geld ist für mich zum Glück seit einiger Zeit kein Problem mehr.

Das war vor der Psychose überhaupt nicht so. Da war ich immer schon ab dem 20. eines Monates pleite und ich habe die leeren Flaschen ins Geschäft getragen um wenigsten ein paar Euro dafür einzutauschen. Aber irgendwie ist es trotzdem immer so gerade eben gegangen. Manchmal hat mir Petra, eine damalige Freundin, einen 20er zugesteckt, weil ich ihr die Karten gelegt hatte oder ich bekam ein Carepaket von Osram. Jedenfalls musste ich nie hungern. Das war schon manchmal etwas mystisch und ich hatte nicht selten den Eindruck, dass die Zuwendungen geradewegs vom lieben Gott kamen. Osram findet es natürlich völlig daneben, dass ich mich dafür beim lieben Gott bedanke, denn wenn er mir etwas gab, dann höchstens mit lieben Grüßen von Satan höchstpersönlich. Osram ist nämlich ein moderater Satanist. Das hatte ich ihm auch gleich angemerkt, als ich ihn kennen lernte und nicht umsonst habe ich dem Tagebuch in dieser Zeit den Titel „Satan und Monalisa“ gegeben.

Osram war für mich dabei Satan Junior,

der faule Sohn des Herrn der Finsternis

und ich selbst war Monalisa, die kiff/

ende, frischgebackene

Sonnengöttin.

Das muss ich natürlich näher erklären.

Also, für mich war es so, dass Satan Junior Osram als Protagonisten gewählt hatte und ich war Protagonistin von Monalisa. Denn, ich war der Überzeugung, dass Beide, Satan Junior und Monalisa gerne auf die Erde kommen wollten, um dort gegen die Umweltverschmutzung zu kämpfen. Jeder allerdings auf eine andere Weise. Satan Junior wollte, dass die Menschen Energie sparten und ansonsten Wind uns Sonne zur Energiegewinnung nutzten. Auch Erdwärme und so, aber kein Öl, keine Kohle und natürlich kein Uran. Monalisa jedoch hatte eine bessere Idee, sie wollte Bombinis. Monalisa und Satan Junior verliebten sich ineinander, als sie sich zufällig oder nicht auf der Sonne kennen lernten. Obwohl Satan Junior überhaupt nichts von Bombinis hielt, tat er sich mit Monalisa zusammen und unterstütze sie. Irgendwann beschlossen sie dann auf die Erde zu kommen, doch konnten sie dort nicht in ihrer eigentlichen Gestalt auftreten. Und so suchten sie sich zwei Körper und die Wahl fiel auf Osram und mich. So habe ich mir das ungefähr gedacht und was soll ich sagen, irgendwie wurde es für mich wahr. Als mir dies klar wurde, war ich zunächst ziemlich geschockt, denn ich hatte alles für eine Ausgeburt meiner Phantasie gehalten. Aber ehrlich, irgendwann habe ich die Göttin tatsächlich in mir fühlen können. Sie schaute wirklich durch meine Augen. Und auch Osram kam mir immer satanischer vor. Klar, ein Arzt würde sagen, das war die Krankheit. Ich aber sage, vielleicht ist es ja wirklich so gewesen.

Wenn man die Götter ruft, dann darf man sich

nicht wundern, wenn sie kommen.

Gerade war ich eine Zigarette auf dem Balkon rauchen

und da habe ich eine neue Mitbewohnerin kennen gelernt.

Sie heißt Gesa. Sie war gerade dabei Wasser aus einem Kanister in eine Flasche zu kippen. Sie erzählte, dass sie sich Zuhause dieses Wasser in 10L-Kanistern bringen lässt. Es ist Quellwasser. Herbi, Osrams ehemaliger bester Freund, hat auch solches Wasser zu den Kunden nach Hause gefahren.

Ich habe das Wasser auch von ihm bekommen und ich muss sagen,

es schmeckte wirklich sehr gut. Aber es war nicht billig.

Gesa bezahlt für 10 Liter 2 Euro, ich finde das geht.

Herbis Wasser war meiner Erinnerung nach doppelt so teuer. Gesa scheint mir sehr sympathisch zu sein, sie erzählte, dass sie als Erzieherin gearbeitet hat. Doch sie sprach in der Vergangenheitsform, wie so viele hier. Eigentlich sind alle arbeitslos, denn ihre Depressionen, Psychosen oder Zwangserkrankungen haben sie alle arbeitsunfähig gemacht. Man ist wirklich nicht umsonst hier, alle haben sie ihre ganz individuellen Probleme mitgebracht. Ich ja auch. Nur arbeitslos bin ich eigentlich selten gewesen, als Designerin hat man auch ohne Chef oder Auftraggeber immer etwas zu tun. Von mir aus könnte es auch gerne so weitergehen, ich leide nicht unter Langeweile. Ich kann schließlich Bücher schreiben, Filme machen und das alles auf einer Internetseite veröffentlichen.

Nur Geld gibt es dann für die Arbeit ehr nicht.

Bisher hat mich die Agentur für Arbeit was Jobsuche

anging zum Glück in Ruhe gelassen, aber irgendwann wollen sie

auch sehen, dass ich ohne staatliche Unterstützung mich ernähren kann.

Warum ich mit meinem Harzianerstatus so wenig Probleme habe? Nun, ich denke es so: Ich schreibe und filme ohne Honorar dafür zu verlangen. Ich sage mir, der Steuerzahler bekommt so von mir etwas für sein Geld. Er kann Bücher lesen und Filme schauen. Mache ich es mir damit zu einfach? Wahrscheinlich. Aber es ist nun mal nicht leicht einen bezahlten Job zu finden. Jedenfalls in meiner Branche nicht. Da muss man schon sehr auf Zack und voll einsatzfähig sein. Doch das war ich bis letztes Jahr nicht. Erst seit der Burgklinik habe ich wieder das Selbstvertrauen, dass nötig wäre um in einer Agentur zu arbeiten. Doch die wollen lieber junge, energiegeladene Studienabgänger mit guten Ideen und keinen allzu hohen Gehaltsvorstellungen. Eine 50 Jährige, eine Expsychotikerin, nun, die wollen sie jedenfalls nicht. Ich müsste schon etwas Besonderes können. Internetdesign, Multimediadesign, CAD oder was auch immer. Ich müsste irgendetwas erfolgreich umgesetzt haben. Ja, wenn ich ein fliegendes Bombini hätte, wenn meine Internetseite endlich veröffentlicht wäre, wenn ich jede Menge gute Projekte gemacht hätte, dann vielleicht. So aber sieht es nicht so gut aus für mich.

Vielleicht, wenn ich mich bei Bildwerk in Dortmund melden

würde, die würden mir möglicherweise

eine Chance geben.

Aber bisher habe ich mich dafür noch nicht stabil genug gefühlt.

Vielleicht mache ich es aber wirklich irgendwann und ich besuche Michael Wienand. Er ist einer der Geschäftführer und mit ihm habe ich mich damals sehr gut verstanden. Auch mit Friedel Deichert, ein weiterer Geschäftsführer könnte ich dann mal reden. Ich denke, er hielt viel von mir, zumindest hatte er mir einen festen, gut bezahlten Job angeboten. Ich dumme Kuh habe jedoch abgelehnt. Ich hatte meine Gründe, doch im Nachhinein war es ein Fehler gewesen. Aber wahrscheinlich wäre ich dennoch psychotisch geworden, ein Burnout hätte sich irgendwann mindestens eingestellt. Aber wer weiß, vielleicht wäre ich heute auch eine gestandene Designerin mit schickem Auto, toller Wohnung und einer dicken Mappe mit erfolgreichen Projekten. Nur, dann hätte es nie ein Bombini gegeben und mein Unterbewusstsein wollte dieses nun mal erschaffen. Die Idee dazu ist schließlich schon in meiner Jugend in mich eingepflanzt worden. Wenn Sie meine Biografie lesen, dann werden sie es nachvollziehen können. Vielleicht erzähle ich ihnen aber auch hier in meinem Tagebuch etwas darüber, nur jetzt muss ich gleich zum Abendessen. Es ist mal wieder soweit. Also, ich sage mal, bis später.

So, jetzt habe ich mit Osram mein abendliches Telefonat abgehalten.

Diesmal jedoch nur kurz, denn er ist müde und der Hund muss noch gekämmt werden. Osram hat ihn im See baden lassen und bei Siux dichtem, langen Fell ist es immer sehr viel Aufwand, ihn wieder trocken zu bekommen. Aber Osram besteht darauf den Hund auch im Winter alle zwei Wochen baden zu lassen, und so macht er sich eben die Mühe. Das würde mir ja nicht im Traum einfallen, das muss ich ehrlich sagen. Bei mir käme der Hund im Winter nicht ins Wasser. Aber gut, das ist seine Sache.

Gleich gehe ich zu Kristina, sie will sich nun doch die Karten von mir legen lassen. Sie meinte, sie könne es jetzt gebrauchen. Nun, ich mache es ja immer gerne, also werde ich meine Karten zu ihr mitnehmen. Die anderen kommen deshalb auch etwas später, damit Kristina sich auch gut auf das Mischen konzentrieren kann.

Es ist vielleicht auch besser, zu Zweit die Karten zu

legen, da kann man persönlicher werden.

Lara ist ja noch immer etwas deprimiert wegen ihres Kartenbildes. Aber das ist auch verständlich, denn die Karten lagen nicht besonders gut. Meiner Meinung nach macht sie sich Gedanken um ihre Beziehung, und dies auch nicht ganz zu Unrecht. Sie ist schon 18 Jahre mit ihrem Freund zusammen und den Karten nach liegt der Gedanke an Trennung nahe. Aber die muss nicht kommen, es ist nur so, die Beziehung ist nicht mehr die Dollste. Ich habe da auch eine Frau gesehen, aber vielleicht irre ich mich auch. Davon habe ich ihr jedenfalls lieber nichts gesagt. Ich möchte nicht ohne Not Probleme in die Welt setzen, die vielleicht gar keine sind.

Meine Oma war da ja anders, die sagt auch unangenehme Sachen,

aber ich finde es besser, wenn die Menschen mit einem opti/

mistischen Gefühl aus der Sitzung gehen können.

Dies war bei Voigt ganz klar der Fall, denn seine Karten versprechen ihm eine Liebesgeschichte. Er wird die Frau wahrscheinlich über seinen Freundeskreis kennen lernen und den Karten nach hat die Frau ernste Probleme mit ihrem Mann. Ich habe auch ein Kind gesehen und Voigt wird sich gut mit dem Jungen, es ist wahrscheinlich ein Junge, verstehen. Nun, er freut sich jedenfalls schon auf diese Beziehung und er hat mir versprochen mir zu mailen, wenn es wirklich eintreffen sollte. Doch das kann noch etwas dauern, denn die Kreuz 10, die für den großen Weg steht, die war auch mit von der Partie. Aber das Bild bei ihm war wirklich sehr eindeutig und das ist meistens ein Zeichen, dass es nicht mehr lange dauert. Vielleicht macht er ja eine Reise und er trifft dort oder danach die Frau. Wir werden es ja sehen. So, ich rauche jetzt noch eine und dann gehe ich rüber. Ich melde mich nachher noch mal.

Ach doch noch mal kurz, ich habe eine neue

Zimmernachbarin, sie heißt Susanne.

Sie ist mir sympathisch und ich denke, wir werden miteinander auskommen. Ich habe bei ihr geklopft, weil ich Licht in ihrem Zimmer gesehen habe. Wir müssen uns schließlich über die Reihenfolge morgens im Bad einigen. Sie wird vor mir hinein gehen, da sie sowieso früh auf ist. Sie hat wohl eine Tochter, die sie morgens anrufen muss, um sie zu wecken. Also, alles bestens geregelt.

So, jetzt muss ich aber hinüber zu Kristina, also, bis dann.

Ich bin wieder da. Ich habe Kristina nun die Karten gelegt und ich muss sagen, es ist doch immer wieder total erstaunlich wie sehr die Karten passen. Kristina wollte gerne wissen, ob der Freund ihrer Freundin nun ein Böser ist, wie sie vermutet, oder ob sie vielleicht mit ihren Sorgen zu weit geht. Und tatsächlich, die Karten erzählten praktisch nichts über sie, aber über ihre Freundin und den Freund dafür um so mehr. Wir haben auch noch das kleine Kartenbild gelegt um sicher zu gehen und auch da, dieser Mann stand ganz im Mittelpunkt der Karten und er ist von den schlechtesten und dunkelsten Karten umgeben. Aber die Karten sagten auch, dass sie sich diese Sache nicht ganz so sehr zu Herzen gehen lassen soll. Kristina neigt dazu sich in den Problemen anderer zu verlieren, um von sich selbst vielleicht etwas abzulenken. Auch sie will mir jedenfalls eine Mail schicken, wenn sich die Vorhersage erfüllen sollte.

Es ist wirklich immer wieder total faszinierend, aber die

Karten können wirklich etwas. Zumindest lerne ich

die Menschen dabei ganz gut kennen.

Nach dem Kartenlegen haben wir eine Runde gekniffelt und, was soll ich sagen, ich hatte Anfängerglück und habe sogar gewonnen. Danach haben wir die Runde beendet, denn ich will morgen unbedingt ausgeschlafen sein. Nur so ertrage ich diesen Elektrokram. Ja, wirklich, ich finde Elektrotechnik nur interessant, wenn es um mein Bombini geht. Dafür bin ich bereit mich wirklich aufzureiben und auch Theorie zu paucken, aber für so eine blöde Schaltung, da habe ich doch schließlich meinen privaten Elektriker im Haus wohnen. Aber ich muss da nun mal durch und so werde ich mich auch morgen wieder bemühen, diesen Kurs zu bestehen.

Jetzt aber werde ich mich erst mal auf den Balkon setzen

und eine Rauchen. Ich bin zwar schon im Schlafanzug,

aber mich sieht dort ja keiner.

So, jetzt bin ich wieder da. Soll ich nun erzählen, wieso

ich denke, dass das Bombini-Projekt ein Zwangsläufiges war?

Also, es ist nicht ganz einfach, weil Sie mir vielleicht nicht glauben, aber ich denke, mein Großvater konnte aus irgendeinem Grund in die Zukunft sehen. Auf jeden Fall wusste er, dass ich mal eine Wunderwaffe erfinden werde, und dass diese „Waffe“ für die Menschheit von größter Bedeutung sein wird. Er hat mir auch gesagt, dass ich deshalb am Besten Physik studieren sollte. Ich versprach damals auch, ich war vielleicht 13 Jahre alt, dies zu tun. Doch leider hat er mir dies nicht bei klarem Bewusstsein gesagt, sondern unter Hypnose.

Ja, genau, mein Großvater hatte mich hypnotisiert und mir in diesem besonderen Zustand diesen Rat gegeben. Osram glaubt jedoch, dass diese Sitzungen wahrscheinlich nie stattgefunden haben, sondern dass sie Teil meiner Erkrankung sind. Das ist auch durchaus möglich, nur die andere Version ist ebenfalls möglich. Mein Großvater lebt leider schon lange nicht mehr, und deshalb kann ich ihn nicht danach fragen.

Aber wie auch immer, ob es sich bei den Sitzungen nun um Wahnvorstellungen oder die Realität handelt, mein Unterbewusstsein hatte seitdem nun mal die Idee mich genau da hin zu bringen. Und dies war auch der Grund der Sitzungen. Sie sollten mein Unterbewusstsein so beeinflussen, dass es mich genau da hin leitet, wo ich gelandet bin. Man könnte natürlich auch sagen, das Ganze hat den Charakter eines Größenwahns, ich weiß. Aber mir ist es mittlerweile egal, ich bin sicher, diese Sitzungen, ob real oder wahnhaft, sie haben mich beeinflusst. Mir war seitdem einfach tief im Innern klar, ich muss etwas großartiges Leisten, etwas, dass für die Menschheit wichtig ist. Und, leider habe ich keine Physik studiert, mit diesem Studium wäre es mir sicher leichter gefallen mein Projekt zum Erfolg zu führen. Außerdem würde man mich dann auch bestimmt erheblich ernster nehmen und meine wunderbare Elektronenidee würde den Weg an die Universitäten finden. So aber bin ich nur eine arbeitslose, kranke Designerin, und das ist keine gute Vorraussetzung für einen Nobelpreis.

Lesen Sie meine Biografie, dann werden sie sicher verstehen, dass

ich mich nicht entscheiden kann, ob ich wahnsinnig

oder genial bin.

Deshalb würde ich ja auch gerne mit Osram mein Experiment wiederholen, denn auch damit würde sich möglicherweise etwas erfüllen, dass mein Großvater gesagt hat. Es war auch bei einer der unter Hypnose stattfindenden Sitzungen. Eigentlich war es sogar die Erste. Sie fand mit meiner Zwillingsschwester statt, doch die löste sich plötzlich in einem weißen Nebel auf und stattdessen saß an ihrem Platz ein junger Mann. Er war vielleicht 15 Jahre alt, er hatte dunkle Haare und sah eigentlich ganz nett aus. Aber er verhielt sich nicht sonderlich kooperativ, denn als mein Großvater sagte: „Ihr Beide werdet mal etwas ganz Großartiges zusammen machen, ihr werdet zusammen eine Wunderwaffe realisieren, doch wie schon gesagt, einer von Euch sollte Physik studieren.“ Doch da weigerte sich dieser Typ und meinte: „Das kommt für mich gar nicht in Frage, das habe ich in meinen vorherigen Leben nun schon viel zu oft gemacht.“ Ja, und da gab ich dann das Versprechen. Doch leider habe ich mich nicht daran erinnert, als es bei mir um die Wahl des Studium ging. Ich wusste nur:

“Du musst wissenschaftlich denken können,

Du brauchst ein naturwissenschaftliches Studium.“

Und so habe ich das Naheliegende gewählt, Diplombiologie, denn ich hatte Biologie als Leistungskurs recht erfolgreich hinter mich gebracht. Von Physik jedoch hatte ich keine Ahnung und ich hatte auch kein Interesse daran. Heute würde ich es gerne studieren, einfach nur um die richtigen Grundlagen für mein Experiment zu haben. Osram hätte auch nichts dagegen, wenn ich mich zumindest als Gasthörer dafür einschreiben würde. Doch was würde mein guter Herr Stach von der Agentur für Arbeit dazu wohl sagen? Wahrscheinlich würde er dafür kein Verständnis mehr haben. Denn, wer studieren kann, der kann auch arbeiten gehen. Und Recht hat er damit ja auch.

So, jetzt ist es halb Elf und ich sollte langsam ins Bett gehen. Ich werde mir eines von Osrams Büchern mitnehmen und noch etwas lesen.

Dann schlafe ich hoffentlich bald ein und wache fit und munter auf

um den letzten Arbeitstag der Woche gut zu meistern.

Ich sage daher, Gute Nacht.

01.03.2013

Guten Morgen, es ist jetzt Viertel nach Sieben und ich

kann berichten, heute war ich nicht allein mit meiner Zigarette auf dem Balkon.

Susanne, meine Zimmernachbarin ist auch eine Raucherin. Und auch die junge Frau, zwei Zimmer weiter, saß heute auf dem Balkon und rauchte. Das Wetter scheint sich aber auch endlich an den Kalender zu erinnern, zumindest war es nicht so nasskalt wie sonst. Heute ist der letzte Tag der Woche und ich bin froh darüber. Doch das habe ich ja schon breit ausgeführt, dass mir die momentane Arbeit nicht so besonders gefällt. Bin ja mal gespannt, was ich heute tun muss. Erst mal erwartet mich wieder Theorie. Es geht darum, wie man ein Strommessgerät richtig abliest. Nun, das habe ich oft machen müssen, während meiner Experimente, es dürfte also kein großes Problem für mich sein. Aber trotzdem, ich bin froh, wenn man mich nächste Woche, so ab Mittwoch, in die Küche oder den Garten schickt. So, jetzt geht’s ab zum Frühstück.

Nun habe ich noch 10 Minuten, dann geht es in die letzte Schlacht. Der Tag steht heute unter dem Zeichen der Mathematik. Ich habe einen dicken Stapel an Rechenaufgaben bekommen und den arbeite ich nun ab. Unterbrochen wurde das Ganze nur durch das Gespräch mit dem Bezugstherapeuten. Es war ganz in Ordnung und vielleicht ist Herr Schiller doch nicht so übel wie ich erst dachte. Wir haben über Biografisches gesprochen, denn er wollte abgleichen, was er von der Burgklinik diesbezüglich an Unterlagen erhalten hat.

Er hat einiges aus deren Bericht vorgelesen, so dass ich

endlich mal hören konnte, was die so über mich geschrieben haben.

Danach habe ich mir eine kindliche Scheinwelt aufgebaut. Nun, Therapeuten müssen das so sehen, ich allerdings habe nicht den Eindruck, dass ich mir, zumindest nicht willentlich, eine eigene Welt erschaffen habe. Dafür ist schon mein Unterbewusstsein zuständig gewesen, und auf diesen Teil des eigenen Gehirns hat man nur bedingt Einfluss. Ich bin mir jedenfalls ziemlich sicher, dass ich es nicht bewusst getan habe. In der Burgklinik meinte man zu mir, meine Scheinwelt sei eine Stressreaktion gewesen. Der frühe, unvorbereitete Internatsaufenthalt während der Grundschulzeit, die Scheidung unserer Eltern, all dies sei ausreichend genug Stress, um ein Kind dazu zu bringen in eine Scheinwelt zu flüchten. Nun ja, ich weiß nun mal nicht zu unterscheiden, was Real und was Wahn bei mir ist. Letztendlich ist es auch egal, Beides hatte jedenfalls großen Einfluss auf meine Persönlichkeit und meine jeweiligen Lebensentscheidungen.

Aber vielleicht reden wir später noch etwas ausführlicher darüber,

jetzt muss ich wieder zu meinen Rechenaufgaben.

Ich sage mal, bis zum Feierabend.

let's dance, joachim llambi, rtl. tanzshow, motsi mabuse

Geschafft, die Arbeitswoche ist um und glück/

licherweise sind meine Tage in dieser Abteilung auch gezählt.

Ich hatte schon mit Herrn Schiller darüber gesprochen und darum gebeten, mir nicht noch eine zweite Woche dort aufzubrummen. Er meinte, ich solle dies dem Leiter der Elektroabteilung sagen, dann käme ich Mitte der nächsten Woche woanders hin. Und da ich einen Zettel mit einer Einladung zu einer Gruppeninformation am Mittwoch morgen im Postfach hatte, habe ich den Leiter gefragt, ob ich Mittwoch noch bei ihm sei. Er meinte: „Ehr nicht.“ Nun, das habe ich begrüßt und ich habe gesagt: „Das ist in meinem Sinne, ich möchte gerne auch noch etwas anderes kennen lernen.“ So werde ich also nur noch zwei Tage in der Elektroabteilung verbringen. Ich jammere darüber, aber eigentlich ist es auch gar nicht so schlimm. Das rechnen hat mir gefallen. Es waren alles Aufgaben, die ich mit meinen Nachhilfeschülern auch rechnen musste. Ich denke, es wird nahezu fehlerfrei sein.

Dann habe ich im Postfach eine Aufforderung

zu einer weiteren Urinabgabe

vorgefunden.

Montag oder Dienstag, ich denke, man will sehen, ob meine Blase dann wieder in Ordnung ist. Man hat in meinem Urin nämlich Bakterien gefunden. Nun, Beschwerden habe ich nicht, aber es ist schon besser, das wird behandelt, denn eine Blasenentzündung ist sehr schmerzhaft. Ich soll dagegen einen bestimmten Tee trinken und überhaupt soll ich mehr trinken, denn mein Blut sei sehr dick. Der Tee enthält einen Trockenextrakt aus Birkenblättern und Goldrutenkraut. Bin ja mal gespannt wie das schmeckt.

Lara war heute den ganzen Tag noch nicht da, ihr geht es möglicherweise nicht gut. Sie hatte auch gestern Abend abgesagt. Ich muss ja sagen, was das angeht, da geht es mir wirklich gut. Ich habe mir einfach vorgenommen hier zu zeigen, dass ich belastbar bin, und das bin ich auch.

Ach ja, ich habe Fotos von meinen Schaltungen gemacht, ich glaube sie sind ganz gut geworden. Kommt alles in meinen Film, den Sie sich gerne anschauen können. Ich werde ihn wie alles andere auch auf meine Internetseite tun. Allerdings, das kann noch etwas dauern, denn erst mal muss ich lernen wie man so eine Seite programmiert.

Insofern wäre es wirklich gut, wenn die Rentenversicherung

mir die Weiterbildung zur Internetdesignerin ermöglicht.

Boeing: Software-Update für 737 MAX fertiggestellt

Ach ja, zum Abschluss der Woche gab es Kuchen

in der Metallwerkstatt.

Ich habe zwei Stücke gegessen und jetzt bin ich total satt. Aber er war sehr lecker und ich finde dieses freitägliche Kaffeekränzchen eine schöne Sache. Wenn ich so die Leute in der Metallwerkstatt sehe und auch die Werkstatt an sich, nun, da hätte ich mich durchaus auch ganz wohl gefühlt. Nur dort wird noch stärker Wert auf exaktes Arbeiten gelegt, nehme ich jedenfalls an, und das ist nun mal nicht ganz mein Ding. Ich bin halt ein Grobmotoriker. Ich habe darüber auch mit Herrn Schiller gesprochen und der meinte wie Osram, ich müsste vielleicht etwas an meiner Herangehensweise ändern, denn Sorgfalt wird in vielen Berufen gefordert. Das stimmt schon und ich weiß, wenn es sein muss, dann kann ich sogar sehr penibel werden. Das wurde bei meiner Diplomarbeit deutlich, denn da habe ich bei meinen Modellen sehr viel Wert auf die Ausführung gelegt.

Deshalb sind meine Minimöbel auch wirklich sehr schön geworden.

Es muss mir halt wichtig sein, dann kann ich auch ein Pingel sein.

So, aber nun noch mal zu meinem Gespräch

mit Herrn Schiller.

Er meinte doch tatsächlich, das schreiben einer Biografie könnte kontraproduktiv sein, denn wenn ich mich zu viel und zu intensiv mit meiner Wahnwelt auseinandersetzen würde, dann könne ich dieser Welt wieder verfallen. Mit dieser Meinung steht er nicht allein, auch in der Burgklinik erklärte man mir, dass es eigentlich ehr so wäre, dass der Therapeut den Patienten möglichst weit von seinem Wahn wegbringen möchte. Das ist auch wohl der Grund, wieso Frau Mitschuleit, meine Psychiaterin, selten mit mir über meine Erlebnisse spricht. Es interessiert sie nicht wieso und warum ich was gedacht und getan habe. Für einen Psychiater ist eine Psychose einfach vom Grundsatz her sinnlos. Es ist halt verrückt und man sollte es am Besten vergessen. Das sehe ich aber gar nicht so. Ich möchte meine Geschichte erzählen, um herauszufinden, was mein Unterbewusstsein so hat durchdrehen lassen. Ich glaube, die Psychose lässt sich mit einem Traum vergleichen, und den kann man ja auch interpretieren. Ich bin davon überzeugt, mein Gehirn hat sich etwas dabei gedacht. Und ich will herausfinden was. Warum hat es mir diese größenwahnsinnige Geschichte erzählt, ich würde einmal weltberühmt wegen der Erfindung einer Wunderwaffe? Warum wollte es, dass ich Physik, oder zumindest eine Naturwissenschaft studiere? Warum erzählte es mir, dass ich mal ein tolles Buch schreiben werde? War dies alles wirklich nur eine Flucht aus der Realität hinein in den Wahnsinn? Also, ich sage mal, wenn mein Gehirn sich all das und noch viel mehr selbst ausgedacht hat, dann ist mein Unterbewusstsein ein Siencefictionautor. Lesen Sie meine Biografie und sie werden wahrscheinlich zu der gleichen Meinung kommen. Auf jeden Fall halte ich meine intensive Auseinandersetzung nicht für problematisch. Ich brauche das einfach, denn ich will mich selbst verstehen.

Wie finden Sie nun mein Tagebuch, interessiert Sie, was ich so schreibe?

Sind ja keine spannenden Abenteuer und es ist auch kein Krimi. Ich weiß nicht wen mein Tagebuch interessiert, vielleicht jemand, der auch gerade vor hat eine berufliche Reha zu machen. Vielleicht aber auch ein Therapeut, der in so einer Einrichtung arbeitet. In meinem Tagebuch erfährt er, wie so eine Reha aus der Rehabilitan-densicht erlebt wird. Vielleicht ist jemand aber mittlerweile ein Fan meiner Texte geworden und er will an allem teilhaben, was ich so mache. Ein etwas intimer Blick in das Leben eines anderen. Vielleicht aber haben Sie auch zuerst meine Filme gesehen und sich gefragt, wie diese Werke zustande gekommen sind. Oder aber sie interessieren sich für das Krankheitsbild der Psychose, vielleicht haben Sie selbst schon mal unter so einer Episode gelitten. Ich weiß es nicht, aber ich wäre auf ihre Kommentare neugierig. Ich werde auf meiner Internetseite eine Möglichkeit für Kommentare integrieren. Ich freue mich jedenfalls über ein feedback.

So, jetzt ist der Nachmittag schon wieder um, gleich gibt es Abendbrot.

Man gewöhnt sich ja doch sehr schnell an diese regelmäßigen Mahlzeiten, ich habe durchaus schon wieder Hunger, trotz der zwei Kuchenstücke. Was ich heute Abend mache, das weiß ich noch nicht, vielleicht dusche ich ja und wasche mir die Haare, obwohl ich mir das eigentlich für morgen Vormittag vorgenommen habe. Mal sehen. Oder ich schreibe weiter an der Biografie, obwohl ich dazu hier nicht so die richtige Lust habe. Vielleicht komme ich erst wieder richtig dazu, wenn ich zu Hause bin. Und dann könnte ich mich auch an die Bearbeitung der Fotos begeben, es sind schon eine ganze Menge und es wird Zeit brauchen die Bilder alle zu bearbeiten. Ich könnte auch einfach nur lesen, denn ich habe gestern ein neues Buch angefangen. Es heißt: „Der Willi ist weg“ von Jörg Juretzka. Es ist wohl preisgekrönt. Ein Krimi. Ja, mit so etwas hat man natürlich leichter Erfolg, denn gute Unterhaltung ist gefragt. Mein Tagebuch wird dagegen nicht für jeden interessant und unterhaltsam sein.

Ich frage mich wirklich manchmal, was das nur für ein Buch

sein soll, dass es mal von mir in gebundener Form geben soll.

Aber vielleicht ist es ja auch wieder nur so eine verrückte Wahnvorstellung gewesen, die mir sagte, dass ich mal eine Schriftstellerin werden würde. Ich habe das Buch angeblich sogar schon gelesen, denn mein Großvater gab es mir unter Hypnose zu lesen. Er sagte mir anschließend, dass ich dieses Buch einmal schreiben werde. Leider habe ich den Inhalt fast komplett vergessen. Das ist sicherlich ziemlich verrückt, oder. Ist es wirklich möglich, dass mein Gehirn sich all diese Erlebnisse nur ausgedacht hat? Oder hatte mein Großvater tatsächlich die Gabe in die Zukunft zu sehen und sogar die Fähigkeit, Dinge wie ein Buch aus der Zukunft zu besitzen? Man kann es eigentlich kaum glauben, doch ehrlich, in meiner Erinnerung hat das alles genau so stattgefunden. Ich werde es wohl nie ganz sicher wissen, das meinte auch Herr Schiller. Nur, wenn auch nur eines meiner verrückten Erlebnisse real war, dann ist die Welt in Wahrheit ganz anders als man so denkt. Dann sind Dinge möglich, die wiedersprechen den Naturgesetzen, so wie wir sie heute verstehen. Aber Elektronen und Photonen können tatsächlich sehr verrückte Dinge, die Frage ist nur, geht das auch in großem Maßstab? Nun ja, vielleicht reden wir darüber nachher noch mal ausführlicher, jetzt ist erst mal Zeit fürs Abendbrot.

Das Essen war diesmal wirklich ausgezeichnet.

In der Hauswirtschaftsgruppe bereiten sie immer auch etwas für das Büffet vor und heute waren ganz besondere Leckerbissen dabei. Es gab zum Beispiel gefüllte Crepes, es gab Minifrikadellchen und lauwarmes Kartoffelgratin. Letzterer war wirklich gut, besser, als ich ihn hinbekomme. Außerdem habe ich noch einen Rollmops gegessen. Also, man kann wirklich nicht sagen, dass man sich mit dem Essen keine Mühe macht. Herr Schiller fragte mich heute, ob ich mit irgendetwas hier unzufrieden sei, aber ich konnte nur sagen: „Meiner Meinung nach habe ich das schönste Zimmer mit der besten Aussicht, ich darf auf dem Balkon rauchen, das Essen ist meistens gut, ich kann mir meinen Kaffee selber machen, es gibt die Möglichkeit gemütlich fern zu sehen, man kann einen schönen Spaziergang über die Grenze machen und gut essen gehen. Die Stadt selbst ist auch sehr schön, also, was soll ich zu meckern haben. Er meinte es gäbe öfter Klagen wegen der Lautstärke, aber davon merke ich schon mal gar nichts. Wenn ich hier in meinem Zimmer sitze, dann ist es wirklich sehr ruhig um mich. Ich gehöre aber sowieso nicht zu den Leuten, die immer und an allem etwas auszusetzen haben. Im Gegenteil, ich nehme die Dinge wie sie kommen und meistens kommen sie genau richtig. Das liegt bestimmt an meinem guten Draht zum lieben Gott, er lenkt meine Wege und sorgt schon dafür, dass es mir gut geht.

Wirklich, ich glaube daran, und

das dankt er mir mit großer Fürsorge.

So, jetzt habe ich über eine Stunde mit Osram telefoniert und mir danach erst mal einen Kaffee gemacht. Heute war er wirklich sehr gesprächig, man könnte glatt denken, dass er etwas geraucht hat. Aber das würde er mir am Telefon nicht verraten. Auf jeden Fall war es ein schönes Gespräch, auch wenn wir nicht immer einer Meinung waren. Er zum Beispiel glaubt überhaupt nicht an eine Fügung Gottes in meinem Leben. Er ist vielmehr der Meinung, ich sei mein eigener Gott, ich selbst habe alles in der Hand und der Rest ist reiner Zufall. Aber gerade die Zufälle sind meiner Meinung nach Gottes Mittel erster Wahl. Er fügt die Dinge wie zufällig zusammen und am Ende entsteht eine Art Wunder. Zum Beispiel das Wunder der Liebe. Und wenn man verliebte Pärchen fragt, wie sie sich denn kennen gelernt haben, dann war oft der Zufall mit von der Partie. Verliebte glauben dabei oft, dass ihre Begegnung schicksalhaft war, dass eine höhere Macht sie zusammen geführt hat und überhaupt, dass es ein schnöder Zufall gewesen war, nun, dass glaubt in diesen Fällen kaum jemand. Ich habe Osram auch durch Zufall kennen gelernt, aber ich bin sicher, gerade in unserem Fall hat der liebe Gott garantiert seine Finger im Spiel gehabt.

Doch davon erzähle ich gleich, jetzt gehe ich mit meinem

Kaffee erst mal auf den Balkon und

rauche mir eine.

Den Nierentee habe ich vorhin getrunken und ich kann sagen, er schmeckt nicht schlecht. Nur weiß ich nicht wie oft ich ihn trinken soll. Ob dreimal täglich reicht? Jetzt habe ich jedenfalls meinen Guten-Abend-Kaffee neben mir stehen und ich überlege, wie ich meine Begegnung mit Osram schildern soll, so dass sie verstehen, wieso ich diese Begegnung für einen göttlichen Zufall halte.

Es war Anfang April im März 2005. Die Cousine meiner Freundin Barbara hatte mich zum Essen eingeladen. Wir hatten uns gerade erst kennen gelernt und ich nahm die Einladung freudig an, denn ich konnte eine Abwechslung ganz gut vertragen. Gerade war meine Kaskade kaputt gegangen und ich hatte mich deshalb ein paar Tage zuvor ganz schön betrunken.

Danach war mir klar, ich saß in einer Sackgasse, denn ich

wusste nicht, sollte ich weiter mein Glück mit diesem

Experiment versuchen oder sollte ich

es dran geben.

Ich machte mich also etwas schön und ging zu Leonie, so hieß die Cousine. Sie lebte mit ihrem Sohn und ihrem Freund Herbi zusammen. Herbi war wie sich heraus stellte der beste Freund von einem Osram, der ebenfalls eingeladen war. Ich war gerade angekommen, da klingelte es an der Tür und Herbis Freund kam die Treppe hinauf. Mir fiel gleich auf, der Mann sah sehr gut aus, aber er schien mir etwas zurückhaltend zu sein, denn er drehte mir gleich seinen Rücken zu und war auch danach erst mal alles andere als gesprächig.

Schnell stellte sich jedoch heraus, Osram war Elektriker,

sogar einer, der sich sehr gut mit Hochspannung auskannte.

Das interessierte mich natürlich sogleich und als Herbi und er sich nach dem Essen in Herbis Zimmer zurückzogen, um eine Wasserpfeife zu rauchen, da ging ich gerne mit. Auch ich hatte Lust auf ein Pfeifchen. Und natürlich wollte ich mehr über diesen Elektriker erfahren, denn vielleicht würde er mir ja weiterhelfen können. Ich erzählte denn auch von meinem gescheiterten Experiment, doch dieser Osram reagierte total skeptisch und meinte, er würde bezweifeln, dass ich wirklich 80 000 Volt Gleichspannung damit erzielt hatte. Das wollte ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen und so lud ich diesen Skeptiker zu mir nach Hause ein. Ich wollte etwas kochen und er sollte sich dafür meine Kaskade anschauen. Osram sagte auch sogleich zu und so kam es , dass wir schon am nächsten Tag bei mir zusammen am Tisch saßen. Und diesmal war er alles andere als redefaul. Im Gegenteil, er erzählte mir unendlich viel über seinen Job. Er arbeitete zu der Zeit bei Siemens auf einem Testring. Dort wurden Züge in Betrieb gesetzt. Natürlich fuhren die Züge mit Hochspannung und von daher kannte er sich damit wirklich gut aus.

Ich zeigte ihm also meine kaputte

Kaskade und ließ ihn damit kurz alleine.

Als ich zurück kam, war er gerade dabei alles auseinander zu nehmen. Er erklärte mir auf meine Nachfrage, was er denn bitte schön da täte: „Ich lege Dir die ganze Anlage still, es kommt nämlich überhaupt nicht in Frage, dass Du damit weiterarbeitest. Das ist alles viel zu gefährlich und außerdem total verboten. Ich würde mich strafbar machen, wenn ich Dir dieses hier durchgehen ließe. Pack die Sachen am Besten in den Keller, eine Weiterarbeit untersage ich Dir hiermit.“

Na, das war vielleicht ein Ding! Da riss der Typ doch tatsächlich meine mühevoll zusammengelötete Kaskade auseinander. Und was denken Sie? Machte ich ihm vielleicht deswegen eine Szene? Mit Nichten, liebe Leute, mit Nichten. Im Gegenteil, ich war irgendwie total erleichtert, ja, ich fühlte mich befreit, denn die Entscheidung wie es mit meinem Experiment nun weiter gehen soll war mir abgenommen. Ja, und dann merkte ich es auch schon, ich verliebte mich in diesem Moment in diesen Mann. In diesen gutaussehenden Mann. Nun, und seither sind wir zusammen. Meinen Sie wirklich, dass das alles Zufall war?

Oder glauben Sie vielleicht auch, dass der liebe Gott ihn

mir geschickt hat, um mich aus der Sackgasse

zu holen? Nun, ich sehe das so.

Wenn Sie sich jetzt fragen, wie es mit den Gefühlen des Mannes bestellt war, nun, er erzählte mir später einmal, er habe sich sofort in mich verliebt, sozusagen auf den ersten Blick. Er habe mir auch genau deshalb den Rücken zugedreht, weil er völlig verwirrt gewesen wäre. Ich sage Ihnen, so etwas macht nur der liebe Gott. Er entscheidet, wer sich in wen verliebt. Man kann es nicht erzwingen und man kann es nicht verhindern. Und ich denke, Gott hat sich gedacht: „Die Beiden passen gut zueinander, ich lasse mal Amor einen Pfeil abschießen.“ Nun, und der Pfeil sitz immer noch fest, auch wenn unsere Beziehung an sich mehr platonischer Natur ist.

So, es ist jetzt halb Zehn und ich bin müde. Ich werde mich jetzt

mit diesem Juretzka-Buch ins Bett legen. Morgen will ich fit

sein, denn es ist ein schöner Stadtbummel angesagt,

ja, es ist endlich Wochenende!

FORTSETYUNG folgt!

monalisa

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